Sonntag, 19. März 2017

(Leseeindruck) "Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout

 
 
Da ich mir die Bücher von Jennifer L. Armentrout mittlerweile (fast) blind kaufe, war ich ganz schön überrascht, als ich „Morgen lieb ich dich für immer“ angefangen habe. Zwar hatte ich den Klappentext davor kurz überflogen, doch ich war nicht auf das vorbereitet, was mich mit Mallory und Rider erwarten sollte. Ich hatte mich auf eine locker, leichte und süße Liebesgeschichte gefreut, was ich an sich auch bekommen habe, aber nicht nur. Das hat mir der Prolog, in dem wir einen Einblick in Rider und Mallorys gemeinsame Vergangenheit erhalten haben, vor Augen geführt. Wir erleben hautnah, welche schlimmen Zustände in ihrer Pflegefamilie geherrscht haben. Geschrei und Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Mallory und Rider hatten nur einander, was sie im eng zusammengeschweißt hat. Als ich das gelesen habe, ist es mir eiskalt den Rücken heruntergelaufen. Diese Zeit muss für die beiden wirklich schrecklich gewesen sein.

Kapitel 1 spielt 4 Jahre später. Mallory ist mittlerweile von einem lieben Ärztepaar adoptiert worden, das sich wirklich für sie interessiert, ihr ein richtiges Zuhause gibt und die Liebe und Geborgenheit schenkt, die sie verdient. Trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass ihre Kindheit sie stark geprägt hat. Da ihr eingebläut wurde, dass es das Beste ist, wenn sie ganz leise ist, fällt es ihr bis heute schwer sich mit Worten auszudrücken. Mallory kann zwar sprechen, aber oft versagt ihr einfach die Stimme. Dass tat mir so leid, denn Mallory ist ein total liebes Mädchen und hat es nicht verdient, dass jetzt, wo sie diesem Albtraum entkommen ist, er immer noch Einfluss auf ihr Leben ausübt. Ihre Gedanken und Gefühle wurden sehr ausführlich und bildhaft beschrieben, wodurch ich sie mehr als gut nachvollziehen konnte. Ich mochte Mallory auf anhieb super gerne! Im späteren Verlauf hat sie mich hier und da ziemlich frustriert, da sie es einfach nicht geschafft hat, das auszusprechen, was sie denkt und sich weiter unterbuttern lässt. Außerdem war sie mir auch ein wenig zu naiv bzw. unbedarft. Aber es war eine Entwicklung bei ihr zu sehen, weshalb ich ein Auge zudrücken konnte.

Rider mochte ich sehr sehr gerne, wenn ich auch sagen muss, dass ich ihn lange Zeit nicht fassen konnte, da er doch einiges vor Mallory geheim gehalten hat. Er hat aber ein gutes Herz, ist einfühlsam und kümmert sich um die Menschen, die ihm wichtig sind. Letzteres zeigt sich vor allem Umgang mit Mallory oder seinen Ziehbruder Jayden. Rider hat jedes Glück dieser Welt verdient, auch wenn er es selbst nicht so sieht.

Immer wenn ich Rider und Mallory zusammen erlebt habe, hätte ich innerlich nur aufseufzen können, da sie so süß waren. Es war fast mit Händen greifbar welch tiefe Verbindung zwischen ihnen herrscht. Kein Wunder, wenn man bedenkt was sie schon alles miteinander durchgestanden haben.

Letzten Endes habe ich nur 3,5 Sterne vergeben, da das volle Potential dieser Geschichte in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. Außerdem hat mich gestört, dass so auf Sterotypen/Klischees zurück gegriffen wurde. Da wäre einmal der männliche Held, der so unglaublich gut aussieht, dass es die weibliche Heldin bei jeder sich bietenden Gelegenheit feststellt und uns immer wieder beschreibt. Der männliche Held findet jedoch, dass er nicht gut genug für die weibliche Heldin ist und es dementsprechend auch nicht verdient hat mir ihr zusammen zu sein. Zum anderen hätten wir die weibliche Heldin, die in den Augen des männlichen Helden das reinste Wesen überhaupt ist, sich aber selbst andauernd klein redet (wobei ich es bei Mallorys Vergangenheit nachvollziehen konnte, warum ihr das Selbstvertrauen gefehlt hat) und alle anderen Mädchen für viel hübscher hält als sie selbst. Folglich kann sie es auch nicht glauben, dass sich der männliche Held in sie verliebt hat. So etwas möchte ich eigentlich nicht mehr in einem Buch lesen, da ich es schon zu Genüge kenne.

Alles in allem habe ich es aber genossen dieses Buch zu lesen. Ich habe es so genossen, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Hatte ich meine Nase erst einmal zwischen den Seiten, dann gab es nur noch Mallory und Rider für mich.

Bei den Ereignissen im hinteren Teil des Buches, hat Frau Armentrout zu sehr in die Dramakiste gegriffen. Es war einfach too much! Und das hätte die Geschichte gar nicht gebraucht, da auch so genug Konfliktpotential vorhanden gewesen wäre. Die Geschichte hat mir nicht mehr ganz so gut gefallen, u.a. auch weil ich Mallorys Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte.  

Mittwoch, 15. März 2017

(Leseeindruck) "Luzifer junior - Zu gut für die Hölle von Jochen Till

 
 
"Luzifer junior" muss ich euch einfach vorstellen, da es ein wahnsinnig tolles Kinderbuch ist, das mich voll und ganz begeistern konnte. Ich liebe Kinderbücher ja generell, da ich das Gefühl habe, dass sich die Autoren hier noch mehr Mühe geben, um etwas „Neues“ zu kreieren. Außerdem schlummert so viel  Fantasie, Kreativität und im Falle von Jochen Till jede Menge Humor, in diesen Geschichten, sodass ich beim Lesen wirklich viel Spaß habe und mich bestens unterhalten fühle. Letzteres hat bereits auf den ersten Seiten angefangen, als wir Luzifers, der von allen nur Luzi genannt wird, Zuhause besser kennenlernen. Ich bin um ehrlich zu sein, nicht mehr aus dem Schmunzeln herausgekommen, als ich erfahren durfte, welche „Vergehen“ bzw. welche Tätigkeiten als Todsünde angesehen und in der Hölle bestraft werden. Da hätten wir z.B. die Fans von Heavy Metal, die 24/7 mit Volksmusik beschallt werden. Ein Albtraum – übrigens auch für mich^^ Naja und Mörder haben kein Anrecht darauf Erdnüsse zu bekommen. 

Luzi ist aber auch nicht gerade der, den man erwarten würde. Er ist zwar der Sohn des Teufels, aber alles andere als böse. Und genau das ist das Problem, findet sein Vater. Luzi soll einmal die Hölle übernehmen und wenn er dann Mitleid mit den Menschen hat, die er eigentlich bestrafen sollte, so wie er es jetzt immer hat, dann ist das auf keinen Fall möglich. Sein Vater hat allerdings schon eine Idee wie er das Problem lösen kann. Er schickt Luzi auf eine Menschenschule, damit er von den Menschen lernt, was es heißt böse zu sein (Da sieht man mal was der Teufel höchst persönlich für eine Meinung von uns hat^^) 

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, läuft es jedoch anders als gedacht. Luzi ist nämlich ein schlauer Junge, der ganz genau zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit unterscheidet. Warum sollte er z.B. böse zu denen sein, die es zu ihm nicht sind? Ich mochte Luzi unheimlich gerne und ich habe ihn mit jeder Seite mehr in mein Herz geschlossen. Sein Aufenthalt an der Menschenschule hält für ihn einige neue Erfahrungen bereit. So kommt er z.B. in den Genuss von Schokolade und richtigen Äpfeln. (In der Hölle kann man gar nicht so schnell schauen, wie sie verfaulen) Luzi hat das Gefühl, als würde er auf Wolke 7 schweben. Er lernt aber auch die anderen menschlichen Emotionen und ihre Heftigkeit kennen! Ach und neue Freundschaften schließt er auch. Davon wäre sein Vater alles andere als begeistert, wenn er es erfahren würde. Das tut er ja zum Glück nicht…oder doch? Das müsst ihr selbst herausfinden ;) 

Wen ich ebenfalls sehr gerne mochte, war  Luzi’s Hausdämon Cornibus. Cornibus war einfach nur total süß, vor allem wenn er redet. Man merkt wie sehr er Luzi mag, aber er hat es auch Faustdick hinter den Ohren. Cornibus ist nämlich sehr neugierig und macht daher nicht immer das, was Luzi ihm sagt. Dadurch bringt er Luzi immer mal wieder in Schwierigkeiten. Er ist aber auch für einige witzige Situationen verantwortlich. Am meiner absoluten Lieblingsszene im ganzen Buch ist ebenfalls Cornibus beteiligt. 

Jochen Tills Schreibstil ist locker, frisch und frech und mit einer Prise Humor verfeinert, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt. Wirklich toll sind die Illustrationen, vor allem da man durch sie gleich noch mit viel mehr Spaß und Freude bei der Sache ist. Dieses Buch werde ich sicher noch mehrere Male in die Hand nehmen und lesen. Ich freue mich außerdem schon riesig auf zweiten Band, der bereits im Herbst dieses Jahres erscheint. 



Sonntag, 12. März 2017

(Leseeindruck) "Throne of Glass - Kriegerin im Schatten" von Sarah J. Maas

 
 
„Kriegerin im Schatten“ startet äußerst vielversprechend – wir dürfen Celaenas „Assassin-Seite“ hautnah miterleben - was gleich dafür gesorgt hat, dass ich an den Seiten geklebt bin. Nachdem Celaena tatsächlich der Champion des Königs geworden ist, lässt dieser keine Zeit verstreichen, sondern erteilt ihr erste Aufträge. Und Celaena hat keine andere Wahl als sie auszuführen, schließlich hängt ihr (Über-) Leben davon ab. Ich wusste zwar, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als den Befehlen des Königs zu gehorchen, aber ich war doch ein wenig schockiert und entsetzt, als sie mit zwei abgeschnittenen Köpfen vor dem König stand – Chaol und Dorian ging es übrigens nicht anders. Dann habe ich mich jedoch in Gedanken gescholten und mir wieder vor Augen führt, dass Celaena das ja nicht freiwillig macht.

Auf den nächsten Seiten vertraut Celaena uns allerdings etwas an, was das vorher gelesenen in ein vollkommen anderes Licht rücken lässt. Was genau werde ich natürlich nicht verraten. Ich möchte niemandem den Spaß verderben! Diese Enthüllung hat meine Achtung für Celaena noch weiter steigen lassen. Sie bringt sich dadurch nämlich in ziemlich große Gefahr.

Anschließend durfte ich erst einmal beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen Celaena und Chaol, Celaena und Dorian und Celaena und Nehemia weiterentwickelt haben. Dass sich die Beziehung zu Dorian abgekühlt hat, hat mich nicht überrascht. Ich habe damit gerechnet und er hätte es ebenfalls tun müssen. Nichtsdestotrotz tat er mir echt leid. Celaena und Nehemia sind durch ihre tiefe Freundschaft miteinander verbunden, allerdings steht zwischen ihnen, dass Nehemia keinen Hehl daraus macht auf Seiten der Rebellen zu stehen und Celaena befürchtet zu sehr in ihre Pläne verstrickt zu werden. Bei Celaena und Chaol hatte ich wiederum das Gefühl, dass ihre Freundschaft tiefer geworden ist und sie sich näher stehen, als es in Band 1 der Fall war. Bei beiden Seiten war aber auch ein bisschen mehr als nur Freundschaft im Spiel. Chaols Beschützerinstinkt ihr gegenüber ist sehr groß, was mich ein wenig geärgert hat, da er es teilweise echt übertreibt, obwohl Celaena sehr gut auf sich selbst aufpassen kann.

Mein Interesse war schließlich voll und ganz geweckt, als Celaena eines Nachts einem unheimlichen Wesen begegnet, das sein Unwesen im Schloss treibt. Wo kommt es her? Was will es? Hat es etwas mit einer bestimmten Szene aus Band 1 zu tun? Fragen über Fragen, die erst einmal unbeantwortet blieben, da der Fokus auf Celaenas nächsten Auftrag gelegt wurde. Dieser bringt sie nämlich in einen ganz schönen Gewissenskonflikt.

Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es viele schöne, aber auch traurige und herzzerreißende Momente. Es kam aber auch vor, dass ich mich über Celaenas Verhalten aufgeregt habe. Meiner Meinung nach hat sie sich zu sehr in Sicherheit gewiegt, anstatt weiterhin wachsam und aufmerksam zu bleiben. Sarah J. Maas hat ihre Fehler immer wieder Konsequenzen folgen lassen, wodurch es mehr als eine überraschende Wendung oder schockierende Enthüllung gab. Es war daher unmöglich eine Pause während des Lesens einzulegen. Man wollte immer wissen wie es weitergeht bzw. was noch alles kommt. Zwischendurch war ich dann wieder damit beschäftigt Chaol als Idioten zu verfluchen oder darüber zu staunen, was für ein faszinierender und vor allem facettenreicher Charakter Celaena doch ist. Hoffentlich war das noch nicht alles, was wir von ihr zu sehen bekommen.

Auf den letzten Seiten und Kapiteln war die Spannung grenzenlos und mitfiebern war angesagt. Das Ende hat mein Herz endgültig zerrissen, sodass ich froh war gleich Band 3 bereitliegen zu haben.

Ach ja: Solltet ihr noch einen Grund brauchen, um dieses Buch/diese Reihe zu lesen, dann ist das definitiv der sprechende Türklopfer Mort. Mort ist frech und nimmt kein Blatt vor den Mund. Damit hat er mich irgendwie an den Geist im Glas aus Lockwood & Co erinnert. Er ist für den Humorfaktor da und sorgt dafür, dass einem alles nicht ganz so ernst vorkommt.

Dienstag, 7. März 2017

(Leseeindruck) "Throne of Glass - Die Erwählte" von Sarah J. Maas

 
(Wer ein bisschen auf meinem Blog stöbert, wird sehen, dass es zu diesem Buch bereits eine Rezension gibt. Diese ist allerdings schon 4 Jahre alt und einiges, was ich damals geschrieben habe, kann ich so nicht mehr unterschreiben. ) 

Nachdem ich „Das Reich der sieben Höfe“ beendet hatte, war ich so dermaßen begeistert von Sarah J. Maas, dass ich unbedingt Nachschub gebraucht habe. Naja und was hätte sich da besser angeboten, als zum ersten Band ihrer "Throne of Glass"- Reihe zu greifen – vor allem wenn man ihn bereits in seinem Bücherregal stehen hat ;) Ehe ich mich versah, war ich auch schon in die Geschichte eingetaucht und an der Seite unserer Ich-Erzählerin Celaene Sardothien, der gefürchtesten Assassinin von ganz Adarlan. Seit einem Jahr verbreitet sie allerdings keine Schrecken mehr, sondern kämpft in den Salzminen Endoviers, dem schlimmsten Gefängnis des Reiches, ums Überleben. Eines Tages bietet ihr Kronprinz Dorian die Möglichkeit ihre Freiheit wiederzuerlangen. Alles was sie dafür tun muss, ist an einem Wettkampf gegen 23 der gefährlichsten Männer des Landes anzutreten und einen nach dem anderen aus dem Weg zu räumen. Celaena willigt ein, obwohl sie den König Adarlans aufs Tiefste verabscheut. Aber diese Chance kann und will sie sich nicht entgehen lassen…

Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, in dessen Verlauf Celaena mit allerhand Gefahren, Intrigen, Geheimnissen sowie unerklärlichen Zwischenfällen konfrontiert wird. Es hat zwar seine Zeit gedauert, bis richtig Spannung aufgekam, aber bis dahin war es keineswegs uninteressant oder langweilig. Im Gegenteil! Während ich alle Eindrücke in mich aufgesogen habe, bin ich nur so durch die Seite geflogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Dass Celaena mir auf anhieb sympathisch war, ist wohl der größte Unterschied zum ersten Mal lesen. Ihre selbstgefällige und ein wenig kratzbürstige Art hat mich damals tierisch aufgeregt, dieses Mal mochte ich es sogar, dass sie so von sich und ihren Fähigkeiten überzeugt ist. Sie lässt sich nicht weder von Dorian noch von Chaol oder sonst irgendwem unterbuttern. Darüber hinaus mochte ich ihren Humor und die bissigen Kommentare, die sie immer wieder gerne von sich lässt. Ab und zu bekommen wir auch ihre weiche und gefühlvolle Seite zu sehen, was mir gezeigt hat, dass sie im Grunde auch nur ein ganz normales Mädchen ist. Viel öfter blitzt allerdings ihre Assassinen Seite hervor z.B. wenn sie sich mal wieder ausgemalt hat, wie sie diesen oder jenen außer Gefecht setzen muss, damit sie flüchten kann. Ich habe das nicht als grausam empfunden, sondern es hat mir gezeigt, dass sie wie jeder von uns bereit ist für ihre Freiheit zu kämpfen.

Dorian ist alles andere als der typische Prinz. Er ist bei den Frauen zwar äußerst beliebt und scheint das auch genau zu wissen, aber es ist jetzt nicht so, dass er dieses Wissen andauernd ausnützt und ständig am flirten ist. Er ist außerdem kein bisschen arrogant oder überheblich, sondern total bodenständig und nett. Desweiteren legt er einen Sarkasmus an den Tag, mit dem er genau mein Geschmack getroffen hat. Im Laufe des Buches habe ich zudem feststellt, dass er ein sehr tiefgründiger und starker Charakter, von dem wir noch einiges erwarten dürfen.

Chaol, den Captain der Leibgarde, mochte ich sogar noch einen Tick mehr als den Prinzen. Eher ist zwar eher der schweigsame Typ, doch Celaena hat es irgendwie immer geschafft ihn aus der Reserve zu locken. Beiden haben mir sehr gut zusammen gefallen, vor allem wenn sie sich einen Schlagabtausch geliefert haben.

Nach und nach haben sich auch dann die fantastischen Elemente eingeschlichen und der Geschichte zusätzliche Würze verliehen. Vor allem eine bestimmte Szene ist mir im Gedächtnis geblieben, da sie die Spannung und meine Neugier in die Höhe getrieben hat. Aber auch andere Szenen, deren Bedeutung sich noch nicht ganz aufgeklärt haben, waren nicht minder spannend. Und zu guter Letzt hat auch Prinzessin Nehemia zu mehr Spannung beigetragen. Man hat einfach von Anfang an gespürt, dass sie mehr weiß als sie gegenüber Celaena zu gibt.

Obwohl ich dieses Buch schon mal gelesen habe, bin ich über einige Namen gestolpert, da sie so kompliziert zum Aussprechen sind. Dass hat mich allerdings nur minimal beim Lesen ausgebremst und ist daher auch kein richtiger Kritikpunkt. Irgendwie hatten diese Namen auch etwas. Sie haben auf jeden Fall zu dieser neuen Welt, die ich betreten durfte und in der früher auch Magie geherrscht hat, gepasst. 

Sonntag, 5. März 2017

(Leseeindruck) "Das Leben nach Boo" von Neil Smith

 
 
Der Einstieg in die Geschichte ist mir wirklich leicht gefallen, da man sich sofort mitten im Geschehen wiederfindet. Der Autor hält sich auch nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf…Ehe Boo (der eigentlich Oliver heißt) und ich wussten wie uns geschieht, fanden wir uns auch schon im Leben nach dem Tod wieder. Und hätte ich es nicht davor bemerkt, dann hat es sich spätestens hier gezeigt: Boo ist ein wenig anders als die andere. Er nimmt seinen Tod nämlich total gelassen hin, ja akzeptiert ihn sogar. Jeder andere an seiner Stelle wäre total ausgeflippt, hätte geschrien etc., Boo jedoch bleibt vollkommen ruhig und erkundet voller Neugier seine neue Umgebung, um jedes Detail in einem Bericht für seine Eltern festzuhalten. (Dieser Bericht ist übrigens das, was wir zu lesen bekommen!)

Vielleicht mochte ich Boo aber gerade deshalb so gerne. Er ist ein hochintelligenter Junge, der auf jede noch so komplizierte Frage eine Antwort hat. Vor allem was Wissenschaft angeht, macht ihm keiner etwas vor. Im Umgang mit anderen Menschen, hat er jedoch starke Defizite. Da er wirklich alles ausspricht was er denkt, stößt er die Leute meistens ziemlich vor den Kopf und bemerkt es nicht einmal. Das Leben in der Nachwelt sorgt jedoch dafür, dass er sich verändert und umgänglicher wird. Er schafft es sogar Freundschaften zu schließen.

Mein Interesse galt vor allem dieser sogenannten “Nachwelt“, die der Autor sich ausgedacht hat. Wie ich von der Helferin Thelma erfahren habe, gibt es für jede Altersklasse eine eigene Welt, wo die „Toten“ die nächsten 50 Jahre verbringen. Wie es danach weitergeht, weiß niemand. Boo, Thelma & Co. leben in einer großen, von einer Mauer umgebenen, Stadt und werden von dem Gott „Zig“ mit allen notwendigen Dingen versorgt. Ansonsten lässt er ihnen in ihrer Alltags- und Freizeitgestaltung weitestgehend freie Hand. Weitere Vorteile des Nachlebens: Man wird niemals krank, Verletzungen heilen viel schneller und selbst Gebäude oder kaputte Fenster reparieren sich von alleine. Je mehr ich gelesen und damit erfahren habe, desto faszinierter war ich, aber ich hatte auch immer mehr Fragen.

Die Geschichte nimmt eine weitreichende Wendung als Johnny, ein Klassenkamerad von Boo, ebenfalls in der Nachwelt auftaucht und ein ganz anderes Licht auf Boos Tod wirft. Dieser dachte bis dahin, dass sein Herzfehler die Ursache für seinen Tod war. Jetzt erfährt er, dass er erschossen wurde. Und es kommt noch krasser, denn Johnny behauptet, dass er ihren Mörder hier gesehen hat. Alle sagen ihm wie unwahrscheinlich das ist, doch Johnny ist felsenfest davon überzeugt und macht sich schließlich mit Boo auf die Suche nach ihm.

Im weiteren Verlauf hat die Geschichte immer mehr die Züge eines Krimis angenommen. Es gab zwar hier und da Längen, aber das hat nichts daran geändert, dass ich total an die Seiten gefesselt. Ich war einfach zu gespannt, was sie herausfinden werden. Nach einer gewissen Zeit habe ich mich allerdings gefragt, ob Johnny sich nicht doch in etwas verrennt. Außerdem habe ich mich gefragt, was sie eigentlich tun wollen, wenn sie ihren Mörder finden. Wie sieht Gerechtigkeit in diesem Fall aus? Na und die große Frage ist natürlich, was an Boos Todestag wirklich passiert ist. Schließlich gab es eine weitere Wendung, die bei mir eingeschlagen hat wie eine Bombe. Ich war echt schockiert und habe mich gefragt, warum ich nicht selbst darauf gekommen bin. Allerdings hatte ich wieder Zweifel daran, ob das was nun passiert, richtig ist. Damit war ich jedoch fast sie einzige. Und die Situation hat sich immer weiter, immer drastischer zugespitzt. Gleichzeitig hat es sich der Autor nicht nehmen lassen, uns einen Spiegel vorzuhalten. Wir Menschen sind oft so schnell dabei, wenn es darum geht uns über einen Anderen eine Meinung zu bilden. Haben wir es gemacht, dann sind wir nur schwer wieder von diesem Bild abzubringen, egal ob es in der Zwischenzeit neue Infos gab, die alles anders aussehen lassen.

Das Buch ist richtig gut geschrieben, was daran liegt, dass Boo sehr viel Wert auf seine Wortwahl legt. Es ist aber alles in allem ein leichter Schreibstil. Dass Lesen macht Spaß, obwohl es eine eher ernstere Geschichte ist. Was für mich den Reiz ausgemacht hat, war vor allem die Tatsache, dass ich nicht wusste, was als nächstes passiert und worauf es letztendlich hinauslaufen wird.

Gegen Ende wurde es richtig emotional und ich hatte in mehr als einer Situation einen Kloß im Hals. Neil Smith ließ mir aber kaum Zeit mich von diesen Seiten zu erholen, als er das Verwirrspiel endgültig auf die Spitze getrieben hat. Es gab noch einmal eine überraschende Wendung, mit der ich nun gar nicht gerechnet hatte, die aber absolut Sinn ergibt. Als ich die letzte Seite gelesen hatte, war ich einerseits zufrieden, andererseits aber auch nicht, da zu viele Fragen offen geblieben sind.