Samstag, 8. April 2017

(Leseeindruck) "Zeiten der Erkenntnis" von Ian Mortimer

 
 
Geschichte bzw. die Vergangenheit von uns Menschen war für mich schon immer etwas unglaublich spannendes. Egal ob das Leben in der Steinzeit, das alte Ägypten oder der Aufstieg Roms, ich habe jedes bisschen Info, das ich dazu finden konnte, verschlungen. Später hat mich dann vor allem die deutsche Geschichte beschäftigt. Der Holocaust ist bis heute etwas, das mich – so viel ich auch schon darüber gelesen habe – zutiefst verstört und erschreckt. Es zeigt die Abgründe von uns Menschen, gleichzeitig ist es eine Mahnung an uns Nachkommen, dass so etwas niemals mehr geschehen darf. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Da mein Wissensdurst in Sachen Geschichte nicht gestillt werden kann, war klar, dass ich „Zeiten der Erkenntnis“ von Ian Mortimer lesen werde.

Besagter Ian Mortimer entführt uns in die verschiedenen Epochen, der letzten 1000 Jahre und zeigt uns auf welche bahnbrechenden Veränderungen/Erfindungen/ Erkenntnissen von damals unser Leben bis heute prägen, ja ohne die wir nicht da wären, wo wir sind. Sie haben unser Leben erleichtert, weitergebracht und vielleicht Lehren ziehen lassen, was wir besser machen können. Immerhin sind wir nun schlauer. Wir haben gesehen, was passiert wenn wir den oder den Weg einschlagen. Mortimer erwähnt natürlich auch die klugen Köpfe, die mutigen und wissbegierigen Persönlichkeiten, die dahinter stehen. Nicht jeder von ihnen hatte es so leicht. Einige mussten für ihre Überzeugungen allerhand Schwierigkeiten auf sich nehmen. Trotzdem haben sie sich von all dem nicht abbringen lassen.

Ian Mortimer hat einen leichten Schreibstil und eine verständliche Sprache verwendet, sodass man auch als Laien das Gelesene versteht. Das Buch selbst ist folgendermaßen aufgebaut: Jedem Jahrhundert wird ein eigenes Kapitel gewidmet, das noch einmal in gesellschaftliche, kulturelle und politische Veränderungen unterteilt ist. Am Ende eines Kapitels gibt es schließlich noch mal eine kurze Zusammenfassung, in der Mortimer alle Punkte aufführt, die seiner Meinung nach so herausragend und prägend waren, dass sie zu unserer Entwicklung beigetragen haben. Anschließend werden noch die wichtigsten Akteure dieser Zeit genannt.

Ich habe wirklich viel Neues aus dieser spannenden und gut recherchierten Zeitreise mitgenommen, weshalb ich dieses Buch jedem nur empfehlen kann!


Sonntag, 2. April 2017

(Leseeindruck) "Diabolic - Vom Zorn geküsst" von S.J. Kincaid

 
 
Die ersten Seiten hat die Autorin gleich genutzt, um uns das Wesen der Diabolics vor Augen zu führen und uns wissen zu lassen, womit wir es zu tun haben. Wir lernen unsere Protagonistin Nemesis vor ihrer Prägung kennen, als sie nur von ihren Urinstinkten geleitet wurde und mehr Tier als Mensch ähnelte. Sie ist gefährlich und absolut tödlich, da sie kein Erbarmen oder Gnade kennt. Nach ihrer Prägung ist sie das zwar immer noch, aber nun gibt es nichts Wichtigeres sie als Donia zu beschützen.

Im ersten Kapitel begann schließlich die eigentliche Geschichte, wo sich immer wieder zeigt, wie gut es ist, dass Donia Nemesis an ihrer Seite hat. Donias Vater beschäftigt sich verbotenerweise mit Wissenschaft und spricht sich immer wieder dafür aus, dass alle Menschen des Imperiums darin unterrichtet werden sollten, womit er den Unmut des Kaisers auf sich zieht. So ist nicht nur sein Leben, sondern auch Donias immer wieder in Gefahr. Schließlich hat der Imperator den Kaiser ein Mal zu viel herausgefordert. Wie der Kaiser aber nun mal so ist, bestraft er den Imperator nicht direkt. Stattdessen zitiert er Donia an den kaiserlichen Hof. Da ihre Mutter zurecht befürchtet, dass der Kaiser Donia für die Ketzerei ihres Vaters bestrafen wird, wird Nemesis auf die Reise geschickt. Und obwohl sie dafür bestens vorbereitet wird, ist größte Vorsicht angesagt.

Ich fand den Weltentwurf von S.J. Kincaid sehr interessant und er war mitunter auch das, was mich an die Seite gefesselt hat (wobei ich sagen muss, dass die Ereignisse am Hof des Kaisers nicht weniger spannend waren). Während die einfache Bevölkerung, auch als „Überschuss“ bezeichnet, auf Planeten leben und verschmutzter Luft, Krankheiten und der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, lebt die Oberschicht auf Raumschiffen und ist vor all dem geschützt. Maschinen erledigen und reparieren alles und das seit jeher. Warum sollte man sich daher Gedanken darüber machen, was passiert, wenn die Maschinen auf einmal kaputt gehen?

Am Hof des Kaisers angekommen, war selbst Nemesis ab und zu überrascht von dem, was sie dort erlebt. Hier lauert wirklich hinter gefühlt jeder Ecke eine Gefahr, was daran liegt, dass es jede Menge Leute gibt, die ihren Spaß daran haben Intrigen zu spinnen. Selbst der Kaiser ist absolut unberechenbar und daher immer wieder gut für kleine und große Grausamkeiten. Ich habe mich manches Mal gefragt, ob es für ihn überhaupt eine Grenze gibt. Meine Nerven waren wirklich angespannt, da ich nicht wusste, wann er erneut zuschlägt und welche Konsequenzen es haben wird. Und dann wäre da noch Tyrus, der Neffe des Kaisers, der immer wieder für Aufregung sorgt. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, was ich von ihm halten soll und ob es gut ist, dass Nemesis mehr und mehr Zeit mit ihm verbringt, ja sich sogar mit ihm zusammen tut.

Einige unerwartete Wendungen und Überraschungen, haben die Spannung immer neu entfacht bzw. aufrecht gehalten.

Anfangs ist es mir schwer gefallen eine Verbindung zu Nemesis aufzubauen, da sie einen mit ihrer nüchternen und sachlichen Art, auf Distanz hält. Mit der Zeit habe ich jedoch Sympathie für sie entwickelt. Vor allem hat es mir gefallen, dass sie so einen wachen und scharfsinnigen Verstand hat und stets einen klaren Kopf behält. Im Laufe der Geschichtesind bei mir immer mehr Zweifel aufgekommen, ob Nemesis wirklich die seelenlose Kreatur ist, für die sie alle - außer Donia – halten. Je länger sie am Hof war, desto mehr war sie mit sich allein. Ihre Konzentration lag nicht ständig darauf Donia um jeden Preis beschützen zu müssen. Es war zu beobachten, wie sich ihre Persönlichkeit langsam aber sicher entfaltet hat. Sie hat herausgefunden, dass sie nicht nur Wut und Zorn, sondern auch andere Gefühle empfinden kann. Diese anderen Gefühle, die sie bis dahin nicht kannte, haben sie zunächst überfordert und sie musste erst einmal lernen sie ergründen sowie zu interpretieren.

So fesselnd und mitreißend die letzten Kapitel und Seiten auch waren, haben die Ereignisse zu Ende einen bitteren Beigeschmack bei mir hinterlassen, sodass ich nicht vollkommen zufrieden aus dem Buch gegangen bin.

Sonntag, 19. März 2017

(Leseeindruck) "Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout

 
 
Da ich mir die Bücher von Jennifer L. Armentrout mittlerweile (fast) blind kaufe, war ich ganz schön überrascht, als ich „Morgen lieb ich dich für immer“ angefangen habe. Zwar hatte ich den Klappentext davor kurz überflogen, doch ich war nicht auf das vorbereitet, was mich mit Mallory und Rider erwarten sollte. Ich hatte mich auf eine locker, leichte und süße Liebesgeschichte gefreut, was ich an sich auch bekommen habe, aber nicht nur. Das hat mir der Prolog, in dem wir einen Einblick in Rider und Mallorys gemeinsame Vergangenheit erhalten haben, vor Augen geführt. Wir erleben hautnah, welche schlimmen Zustände in ihrer Pflegefamilie geherrscht haben. Geschrei und Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Mallory und Rider hatten nur einander, was sie im eng zusammengeschweißt hat. Als ich das gelesen habe, ist es mir eiskalt den Rücken heruntergelaufen. Diese Zeit muss für die beiden wirklich schrecklich gewesen sein.

Kapitel 1 spielt 4 Jahre später. Mallory ist mittlerweile von einem lieben Ärztepaar adoptiert worden, das sich wirklich für sie interessiert, ihr ein richtiges Zuhause gibt und die Liebe und Geborgenheit schenkt, die sie verdient. Trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass ihre Kindheit sie stark geprägt hat. Da ihr eingebläut wurde, dass es das Beste ist, wenn sie ganz leise ist, fällt es ihr bis heute schwer sich mit Worten auszudrücken. Mallory kann zwar sprechen, aber oft versagt ihr einfach die Stimme. Dass tat mir so leid, denn Mallory ist ein total liebes Mädchen und hat es nicht verdient, dass jetzt, wo sie diesem Albtraum entkommen ist, er immer noch Einfluss auf ihr Leben ausübt. Ihre Gedanken und Gefühle wurden sehr ausführlich und bildhaft beschrieben, wodurch ich sie mehr als gut nachvollziehen konnte. Ich mochte Mallory auf anhieb super gerne! Im späteren Verlauf hat sie mich hier und da ziemlich frustriert, da sie es einfach nicht geschafft hat, das auszusprechen, was sie denkt und sich weiter unterbuttern lässt. Außerdem war sie mir auch ein wenig zu naiv bzw. unbedarft. Aber es war eine Entwicklung bei ihr zu sehen, weshalb ich ein Auge zudrücken konnte.

Rider mochte ich sehr sehr gerne, wenn ich auch sagen muss, dass ich ihn lange Zeit nicht fassen konnte, da er doch einiges vor Mallory geheim gehalten hat. Er hat aber ein gutes Herz, ist einfühlsam und kümmert sich um die Menschen, die ihm wichtig sind. Letzteres zeigt sich vor allem Umgang mit Mallory oder seinen Ziehbruder Jayden. Rider hat jedes Glück dieser Welt verdient, auch wenn er es selbst nicht so sieht.

Immer wenn ich Rider und Mallory zusammen erlebt habe, hätte ich innerlich nur aufseufzen können, da sie so süß waren. Es war fast mit Händen greifbar welch tiefe Verbindung zwischen ihnen herrscht. Kein Wunder, wenn man bedenkt was sie schon alles miteinander durchgestanden haben.

Letzten Endes habe ich nur 3,5 Sterne vergeben, da das volle Potential dieser Geschichte in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. Außerdem hat mich gestört, dass so auf Sterotypen/Klischees zurück gegriffen wurde. Da wäre einmal der männliche Held, der so unglaublich gut aussieht, dass es die weibliche Heldin bei jeder sich bietenden Gelegenheit feststellt und uns immer wieder beschreibt. Der männliche Held findet jedoch, dass er nicht gut genug für die weibliche Heldin ist und es dementsprechend auch nicht verdient hat mir ihr zusammen zu sein. Zum anderen hätten wir die weibliche Heldin, die in den Augen des männlichen Helden das reinste Wesen überhaupt ist, sich aber selbst andauernd klein redet (wobei ich es bei Mallorys Vergangenheit nachvollziehen konnte, warum ihr das Selbstvertrauen gefehlt hat) und alle anderen Mädchen für viel hübscher hält als sie selbst. Folglich kann sie es auch nicht glauben, dass sich der männliche Held in sie verliebt hat. So etwas möchte ich eigentlich nicht mehr in einem Buch lesen, da ich es schon zu Genüge kenne.

Alles in allem habe ich es aber genossen dieses Buch zu lesen. Ich habe es so genossen, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Hatte ich meine Nase erst einmal zwischen den Seiten, dann gab es nur noch Mallory und Rider für mich.

Bei den Ereignissen im hinteren Teil des Buches, hat Frau Armentrout zu sehr in die Dramakiste gegriffen. Es war einfach too much! Und das hätte die Geschichte gar nicht gebraucht, da auch so genug Konfliktpotential vorhanden gewesen wäre. Die Geschichte hat mir nicht mehr ganz so gut gefallen, u.a. auch weil ich Mallorys Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte.  

Mittwoch, 15. März 2017

(Leseeindruck) "Luzifer junior - Zu gut für die Hölle von Jochen Till

 
 
"Luzifer junior" muss ich euch einfach vorstellen, da es ein wahnsinnig tolles Kinderbuch ist, das mich voll und ganz begeistern konnte. Ich liebe Kinderbücher ja generell, da ich das Gefühl habe, dass sich die Autoren hier noch mehr Mühe geben, um etwas „Neues“ zu kreieren. Außerdem schlummert so viel  Fantasie, Kreativität und im Falle von Jochen Till jede Menge Humor, in diesen Geschichten, sodass ich beim Lesen wirklich viel Spaß habe und mich bestens unterhalten fühle. Letzteres hat bereits auf den ersten Seiten angefangen, als wir Luzifers, der von allen nur Luzi genannt wird, Zuhause besser kennenlernen. Ich bin um ehrlich zu sein, nicht mehr aus dem Schmunzeln herausgekommen, als ich erfahren durfte, welche „Vergehen“ bzw. welche Tätigkeiten als Todsünde angesehen und in der Hölle bestraft werden. Da hätten wir z.B. die Fans von Heavy Metal, die 24/7 mit Volksmusik beschallt werden. Ein Albtraum – übrigens auch für mich^^ Naja und Mörder haben kein Anrecht darauf Erdnüsse zu bekommen. 

Luzi ist aber auch nicht gerade der, den man erwarten würde. Er ist zwar der Sohn des Teufels, aber alles andere als böse. Und genau das ist das Problem, findet sein Vater. Luzi soll einmal die Hölle übernehmen und wenn er dann Mitleid mit den Menschen hat, die er eigentlich bestrafen sollte, so wie er es jetzt immer hat, dann ist das auf keinen Fall möglich. Sein Vater hat allerdings schon eine Idee wie er das Problem lösen kann. Er schickt Luzi auf eine Menschenschule, damit er von den Menschen lernt, was es heißt böse zu sein (Da sieht man mal was der Teufel höchst persönlich für eine Meinung von uns hat^^) 

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, läuft es jedoch anders als gedacht. Luzi ist nämlich ein schlauer Junge, der ganz genau zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit unterscheidet. Warum sollte er z.B. böse zu denen sein, die es zu ihm nicht sind? Ich mochte Luzi unheimlich gerne und ich habe ihn mit jeder Seite mehr in mein Herz geschlossen. Sein Aufenthalt an der Menschenschule hält für ihn einige neue Erfahrungen bereit. So kommt er z.B. in den Genuss von Schokolade und richtigen Äpfeln. (In der Hölle kann man gar nicht so schnell schauen, wie sie verfaulen) Luzi hat das Gefühl, als würde er auf Wolke 7 schweben. Er lernt aber auch die anderen menschlichen Emotionen und ihre Heftigkeit kennen! Ach und neue Freundschaften schließt er auch. Davon wäre sein Vater alles andere als begeistert, wenn er es erfahren würde. Das tut er ja zum Glück nicht…oder doch? Das müsst ihr selbst herausfinden ;) 

Wen ich ebenfalls sehr gerne mochte, war  Luzi’s Hausdämon Cornibus. Cornibus war einfach nur total süß, vor allem wenn er redet. Man merkt wie sehr er Luzi mag, aber er hat es auch Faustdick hinter den Ohren. Cornibus ist nämlich sehr neugierig und macht daher nicht immer das, was Luzi ihm sagt. Dadurch bringt er Luzi immer mal wieder in Schwierigkeiten. Er ist aber auch für einige witzige Situationen verantwortlich. Am meiner absoluten Lieblingsszene im ganzen Buch ist ebenfalls Cornibus beteiligt. 

Jochen Tills Schreibstil ist locker, frisch und frech und mit einer Prise Humor verfeinert, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt. Wirklich toll sind die Illustrationen, vor allem da man durch sie gleich noch mit viel mehr Spaß und Freude bei der Sache ist. Dieses Buch werde ich sicher noch mehrere Male in die Hand nehmen und lesen. Ich freue mich außerdem schon riesig auf zweiten Band, der bereits im Herbst dieses Jahres erscheint. 



Sonntag, 12. März 2017

(Leseeindruck) "Throne of Glass - Kriegerin im Schatten" von Sarah J. Maas

 
 
„Kriegerin im Schatten“ startet äußerst vielversprechend – wir dürfen Celaenas „Assassin-Seite“ hautnah miterleben - was gleich dafür gesorgt hat, dass ich an den Seiten geklebt bin. Nachdem Celaena tatsächlich der Champion des Königs geworden ist, lässt dieser keine Zeit verstreichen, sondern erteilt ihr erste Aufträge. Und Celaena hat keine andere Wahl als sie auszuführen, schließlich hängt ihr (Über-) Leben davon ab. Ich wusste zwar, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als den Befehlen des Königs zu gehorchen, aber ich war doch ein wenig schockiert und entsetzt, als sie mit zwei abgeschnittenen Köpfen vor dem König stand – Chaol und Dorian ging es übrigens nicht anders. Dann habe ich mich jedoch in Gedanken gescholten und mir wieder vor Augen führt, dass Celaena das ja nicht freiwillig macht.

Auf den nächsten Seiten vertraut Celaena uns allerdings etwas an, was das vorher gelesenen in ein vollkommen anderes Licht rücken lässt. Was genau werde ich natürlich nicht verraten. Ich möchte niemandem den Spaß verderben! Diese Enthüllung hat meine Achtung für Celaena noch weiter steigen lassen. Sie bringt sich dadurch nämlich in ziemlich große Gefahr.

Anschließend durfte ich erst einmal beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen Celaena und Chaol, Celaena und Dorian und Celaena und Nehemia weiterentwickelt haben. Dass sich die Beziehung zu Dorian abgekühlt hat, hat mich nicht überrascht. Ich habe damit gerechnet und er hätte es ebenfalls tun müssen. Nichtsdestotrotz tat er mir echt leid. Celaena und Nehemia sind durch ihre tiefe Freundschaft miteinander verbunden, allerdings steht zwischen ihnen, dass Nehemia keinen Hehl daraus macht auf Seiten der Rebellen zu stehen und Celaena befürchtet zu sehr in ihre Pläne verstrickt zu werden. Bei Celaena und Chaol hatte ich wiederum das Gefühl, dass ihre Freundschaft tiefer geworden ist und sie sich näher stehen, als es in Band 1 der Fall war. Bei beiden Seiten war aber auch ein bisschen mehr als nur Freundschaft im Spiel. Chaols Beschützerinstinkt ihr gegenüber ist sehr groß, was mich ein wenig geärgert hat, da er es teilweise echt übertreibt, obwohl Celaena sehr gut auf sich selbst aufpassen kann.

Mein Interesse war schließlich voll und ganz geweckt, als Celaena eines Nachts einem unheimlichen Wesen begegnet, das sein Unwesen im Schloss treibt. Wo kommt es her? Was will es? Hat es etwas mit einer bestimmten Szene aus Band 1 zu tun? Fragen über Fragen, die erst einmal unbeantwortet blieben, da der Fokus auf Celaenas nächsten Auftrag gelegt wurde. Dieser bringt sie nämlich in einen ganz schönen Gewissenskonflikt.

Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es viele schöne, aber auch traurige und herzzerreißende Momente. Es kam aber auch vor, dass ich mich über Celaenas Verhalten aufgeregt habe. Meiner Meinung nach hat sie sich zu sehr in Sicherheit gewiegt, anstatt weiterhin wachsam und aufmerksam zu bleiben. Sarah J. Maas hat ihre Fehler immer wieder Konsequenzen folgen lassen, wodurch es mehr als eine überraschende Wendung oder schockierende Enthüllung gab. Es war daher unmöglich eine Pause während des Lesens einzulegen. Man wollte immer wissen wie es weitergeht bzw. was noch alles kommt. Zwischendurch war ich dann wieder damit beschäftigt Chaol als Idioten zu verfluchen oder darüber zu staunen, was für ein faszinierender und vor allem facettenreicher Charakter Celaena doch ist. Hoffentlich war das noch nicht alles, was wir von ihr zu sehen bekommen.

Auf den letzten Seiten und Kapiteln war die Spannung grenzenlos und mitfiebern war angesagt. Das Ende hat mein Herz endgültig zerrissen, sodass ich froh war gleich Band 3 bereitliegen zu haben.

Ach ja: Solltet ihr noch einen Grund brauchen, um dieses Buch/diese Reihe zu lesen, dann ist das definitiv der sprechende Türklopfer Mort. Mort ist frech und nimmt kein Blatt vor den Mund. Damit hat er mich irgendwie an den Geist im Glas aus Lockwood & Co erinnert. Er ist für den Humorfaktor da und sorgt dafür, dass einem alles nicht ganz so ernst vorkommt.