Sonntag, 11. Juni 2017

(Leseeindruck) "Fire in you" von J.Lynn

 
 
Kaum war "Fire in you" bei mir eingetroffen ist, da habe ich mich auch schon ans Lesen gemacht. Nach den ersten Seiten gab es bei mir einen kurzen "WTF?!"- Moment, da ich gemerkt habe, dass seit der Handlung des letzten Teils ein paar Jährchen vergangen sind und es einige kleine und größere Veränderungen gab. Aus diesem Grund war ich bei den darauffolgenden Seiten erst einmal damit beschäftigt, das was ich weiß, mit dem was ich neu erfahren habe, in Einklang zu bringen.

Ehe ich mich versah, war ich jedoch voll und ganz in dem üblichen Lesesog, der sich bei mir bei allen Jennifer L. Armentrout Bücher einstellt, gefangen.

Ein Grund hierfür war definitiv Jillian. Einmal, weil sie mir auf anhieb total sympathisch war, zum anderen, weil mich ihr Geheimnis sehr sehr neugierig gemacht hat. Am liebsten hätte ich sofort gewusst, was Sache ist, aber das ging - aus spannungstechnischen Gründen - natürlich nicht. So wurde ich für längere Zeit im Ungewissen gelassen. Diese geduldig sein ist mir wirklich schwergefallen, da meine Neugier durch die kleinen Schnipsel aus der Vergangenheit immer mehr angeheizt wurde. Vor allem weil man schnell ahnen konnte, dass es ein ziemlich heftiges und einschneidendes Erlebnis gewesen sein muss. Und dann gäbe es da ja auch noch Brock, Jillians bester Freund – zumindest war er das früher einmal...Heute sieht das ein bisschen anders aus. Als er wieder in Jillians Leben auftaucht, sind mehrere Jahre vergangen, in denen sie keinerlei Kontakt miteinander hatten. Den Grund erfahren wir ebenfalls nach und nach durch kleine, gut platzierte Hinweise.

Obwohl Jillian zunächst alles dafür tut, um Brock auf Distanz zu halten, war die Anziehungskraft bzw. das Knistern zwischen den beiden absolut spürbar. Mir haben die beiden auch vom ersten Moment zusammen gefallen. Trotz der Jahre, die sie getrennt voneinander verbracht haben, sind sie sich vertraut, können die Gestik und Mimik des anderen lesen etc. Ihr umeinander herumschleichen hat mir mehr als einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Dank der Erzählperspektive konnte ich mich dank sehr gut in Jillian hineinversetzen und dementsprechend auch total mit ihr mitfühlen. Es gab die eine oder andere romantische Szene zwischen Brock und ihr, die mein Herz höher hat schlagen lassen. Allerdings wollte ich Brock zu diesem Zeitpunkt mein Herz noch nicht komplett schenken. Ich wollte noch ein wenig abwarten, ihn besser kennenlernen und mehr über seine Gefühle für Jillian heraufinden.

Schließlich kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich erfahren habe, was Jillian damals schlimmes passiert ist und wie es zu dem Bruch mit Brock kam. Und ich muss sagen, dass es mir ziemlich die Kehle zugeschnürt hat. Diese eine Nacht hat ihr Leben grundlegend geändert. Nicht nur, weil sie körperlich Schaden davon getragen hat...So musste ihre linke Gesichtshälfte fast komplett neu aufgebaut werden. Außerdem ist sie auf einem Ohr taub. Psychisch sind ebenfalls Narben geblieben. Jillian hat sich ganz zurückgezogen. Sie verbringt ihre Zeit am liebsten Zuhause mit ihrem (meistens) übel gelaunten Kater Rhage, liest oder schaut Supernatural. Ihre Freunde müssen sie fast immer ein wenig dazu nötigen, unter Leute zu gehen. Umso schöner, dass sie im Laufe des Buches erkannt hat, dass sie sich ihr Leben nicht wegnehmen lassen darf und langsam aber sich zu ihrem alten Ich zurückfindet. Ich finde sie ist eine starke und beeindruckende Frau. Nach allem was sie erlebt hat, ist sie zwar vorsichtiger geworden, aber sie ist dadurch nicht gebrochen.

So lieb und verständnisvoll Brock auch war, hat sein Verhalten in der Vergangenheit irgendwie einen schalen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Wenn ich ehrlich bin, dann ist der Funke, der zwischen den beiden geherrscht hat auch nicht vollends auf mich übergesprungen. Irgendwie hat mir was gefehlt. Vielleicht lag es daran, dass ich das Gefühl nicht losgewurde nicht viel über Brock bzw. seine Vergangenheit erfahren zu haben. Er ist mir in gewissen Stücken fremd geblieben.

Nichtsdestotrotz ein gelungener Abschluss – vor allem da man von allen vorangegangenen und so liebgewonnen Pärchen noch einmal lesen durfte!

Samstag, 8. April 2017

(Leseeindruck) "Zeiten der Erkenntnis" von Ian Mortimer

 
 
Geschichte bzw. die Vergangenheit von uns Menschen war für mich schon immer etwas unglaublich spannendes. Egal ob das Leben in der Steinzeit, das alte Ägypten oder der Aufstieg Roms, ich habe jedes bisschen Info, das ich dazu finden konnte, verschlungen. Später hat mich dann vor allem die deutsche Geschichte beschäftigt. Der Holocaust ist bis heute etwas, das mich – so viel ich auch schon darüber gelesen habe – zutiefst verstört und erschreckt. Es zeigt die Abgründe von uns Menschen, gleichzeitig ist es eine Mahnung an uns Nachkommen, dass so etwas niemals mehr geschehen darf. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Da mein Wissensdurst in Sachen Geschichte nicht gestillt werden kann, war klar, dass ich „Zeiten der Erkenntnis“ von Ian Mortimer lesen werde.

Besagter Ian Mortimer entführt uns in die verschiedenen Epochen, der letzten 1000 Jahre und zeigt uns auf welche bahnbrechenden Veränderungen/Erfindungen/ Erkenntnissen von damals unser Leben bis heute prägen, ja ohne die wir nicht da wären, wo wir sind. Sie haben unser Leben erleichtert, weitergebracht und vielleicht Lehren ziehen lassen, was wir besser machen können. Immerhin sind wir nun schlauer. Wir haben gesehen, was passiert wenn wir den oder den Weg einschlagen. Mortimer erwähnt natürlich auch die klugen Köpfe, die mutigen und wissbegierigen Persönlichkeiten, die dahinter stehen. Nicht jeder von ihnen hatte es so leicht. Einige mussten für ihre Überzeugungen allerhand Schwierigkeiten auf sich nehmen. Trotzdem haben sie sich von all dem nicht abbringen lassen.

Ian Mortimer hat einen leichten Schreibstil und eine verständliche Sprache verwendet, sodass man auch als Laien das Gelesene versteht. Das Buch selbst ist folgendermaßen aufgebaut: Jedem Jahrhundert wird ein eigenes Kapitel gewidmet, das noch einmal in gesellschaftliche, kulturelle und politische Veränderungen unterteilt ist. Am Ende eines Kapitels gibt es schließlich noch mal eine kurze Zusammenfassung, in der Mortimer alle Punkte aufführt, die seiner Meinung nach so herausragend und prägend waren, dass sie zu unserer Entwicklung beigetragen haben. Anschließend werden noch die wichtigsten Akteure dieser Zeit genannt.

Ich habe wirklich viel Neues aus dieser spannenden und gut recherchierten Zeitreise mitgenommen, weshalb ich dieses Buch jedem nur empfehlen kann!


Sonntag, 2. April 2017

(Leseeindruck) "Diabolic - Vom Zorn geküsst" von S.J. Kincaid

 
 
Die ersten Seiten hat die Autorin gleich genutzt, um uns das Wesen der Diabolics vor Augen zu führen und uns wissen zu lassen, womit wir es zu tun haben. Wir lernen unsere Protagonistin Nemesis vor ihrer Prägung kennen, als sie nur von ihren Urinstinkten geleitet wurde und mehr Tier als Mensch ähnelte. Sie ist gefährlich und absolut tödlich, da sie kein Erbarmen oder Gnade kennt. Nach ihrer Prägung ist sie das zwar immer noch, aber nun gibt es nichts Wichtigeres sie als Donia zu beschützen.

Im ersten Kapitel begann schließlich die eigentliche Geschichte, wo sich immer wieder zeigt, wie gut es ist, dass Donia Nemesis an ihrer Seite hat. Donias Vater beschäftigt sich verbotenerweise mit Wissenschaft und spricht sich immer wieder dafür aus, dass alle Menschen des Imperiums darin unterrichtet werden sollten, womit er den Unmut des Kaisers auf sich zieht. So ist nicht nur sein Leben, sondern auch Donias immer wieder in Gefahr. Schließlich hat der Imperator den Kaiser ein Mal zu viel herausgefordert. Wie der Kaiser aber nun mal so ist, bestraft er den Imperator nicht direkt. Stattdessen zitiert er Donia an den kaiserlichen Hof. Da ihre Mutter zurecht befürchtet, dass der Kaiser Donia für die Ketzerei ihres Vaters bestrafen wird, wird Nemesis auf die Reise geschickt. Und obwohl sie dafür bestens vorbereitet wird, ist größte Vorsicht angesagt.

Ich fand den Weltentwurf von S.J. Kincaid sehr interessant und er war mitunter auch das, was mich an die Seite gefesselt hat (wobei ich sagen muss, dass die Ereignisse am Hof des Kaisers nicht weniger spannend waren). Während die einfache Bevölkerung, auch als „Überschuss“ bezeichnet, auf Planeten leben und verschmutzter Luft, Krankheiten und der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, lebt die Oberschicht auf Raumschiffen und ist vor all dem geschützt. Maschinen erledigen und reparieren alles und das seit jeher. Warum sollte man sich daher Gedanken darüber machen, was passiert, wenn die Maschinen auf einmal kaputt gehen?

Am Hof des Kaisers angekommen, war selbst Nemesis ab und zu überrascht von dem, was sie dort erlebt. Hier lauert wirklich hinter gefühlt jeder Ecke eine Gefahr, was daran liegt, dass es jede Menge Leute gibt, die ihren Spaß daran haben Intrigen zu spinnen. Selbst der Kaiser ist absolut unberechenbar und daher immer wieder gut für kleine und große Grausamkeiten. Ich habe mich manches Mal gefragt, ob es für ihn überhaupt eine Grenze gibt. Meine Nerven waren wirklich angespannt, da ich nicht wusste, wann er erneut zuschlägt und welche Konsequenzen es haben wird. Und dann wäre da noch Tyrus, der Neffe des Kaisers, der immer wieder für Aufregung sorgt. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, was ich von ihm halten soll und ob es gut ist, dass Nemesis mehr und mehr Zeit mit ihm verbringt, ja sich sogar mit ihm zusammen tut.

Einige unerwartete Wendungen und Überraschungen, haben die Spannung immer neu entfacht bzw. aufrecht gehalten.

Anfangs ist es mir schwer gefallen eine Verbindung zu Nemesis aufzubauen, da sie einen mit ihrer nüchternen und sachlichen Art, auf Distanz hält. Mit der Zeit habe ich jedoch Sympathie für sie entwickelt. Vor allem hat es mir gefallen, dass sie so einen wachen und scharfsinnigen Verstand hat und stets einen klaren Kopf behält. Im Laufe der Geschichtesind bei mir immer mehr Zweifel aufgekommen, ob Nemesis wirklich die seelenlose Kreatur ist, für die sie alle - außer Donia – halten. Je länger sie am Hof war, desto mehr war sie mit sich allein. Ihre Konzentration lag nicht ständig darauf Donia um jeden Preis beschützen zu müssen. Es war zu beobachten, wie sich ihre Persönlichkeit langsam aber sicher entfaltet hat. Sie hat herausgefunden, dass sie nicht nur Wut und Zorn, sondern auch andere Gefühle empfinden kann. Diese anderen Gefühle, die sie bis dahin nicht kannte, haben sie zunächst überfordert und sie musste erst einmal lernen sie ergründen sowie zu interpretieren.

So fesselnd und mitreißend die letzten Kapitel und Seiten auch waren, haben die Ereignisse zu Ende einen bitteren Beigeschmack bei mir hinterlassen, sodass ich nicht vollkommen zufrieden aus dem Buch gegangen bin.

Sonntag, 19. März 2017

(Leseeindruck) "Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout

 
 
Da ich mir die Bücher von Jennifer L. Armentrout mittlerweile (fast) blind kaufe, war ich ganz schön überrascht, als ich „Morgen lieb ich dich für immer“ angefangen habe. Zwar hatte ich den Klappentext davor kurz überflogen, doch ich war nicht auf das vorbereitet, was mich mit Mallory und Rider erwarten sollte. Ich hatte mich auf eine locker, leichte und süße Liebesgeschichte gefreut, was ich an sich auch bekommen habe, aber nicht nur. Das hat mir der Prolog, in dem wir einen Einblick in Rider und Mallorys gemeinsame Vergangenheit erhalten haben, vor Augen geführt. Wir erleben hautnah, welche schlimmen Zustände in ihrer Pflegefamilie geherrscht haben. Geschrei und Misshandlungen standen auf der Tagesordnung. Mallory und Rider hatten nur einander, was sie im eng zusammengeschweißt hat. Als ich das gelesen habe, ist es mir eiskalt den Rücken heruntergelaufen. Diese Zeit muss für die beiden wirklich schrecklich gewesen sein.

Kapitel 1 spielt 4 Jahre später. Mallory ist mittlerweile von einem lieben Ärztepaar adoptiert worden, das sich wirklich für sie interessiert, ihr ein richtiges Zuhause gibt und die Liebe und Geborgenheit schenkt, die sie verdient. Trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass ihre Kindheit sie stark geprägt hat. Da ihr eingebläut wurde, dass es das Beste ist, wenn sie ganz leise ist, fällt es ihr bis heute schwer sich mit Worten auszudrücken. Mallory kann zwar sprechen, aber oft versagt ihr einfach die Stimme. Dass tat mir so leid, denn Mallory ist ein total liebes Mädchen und hat es nicht verdient, dass jetzt, wo sie diesem Albtraum entkommen ist, er immer noch Einfluss auf ihr Leben ausübt. Ihre Gedanken und Gefühle wurden sehr ausführlich und bildhaft beschrieben, wodurch ich sie mehr als gut nachvollziehen konnte. Ich mochte Mallory auf anhieb super gerne! Im späteren Verlauf hat sie mich hier und da ziemlich frustriert, da sie es einfach nicht geschafft hat, das auszusprechen, was sie denkt und sich weiter unterbuttern lässt. Außerdem war sie mir auch ein wenig zu naiv bzw. unbedarft. Aber es war eine Entwicklung bei ihr zu sehen, weshalb ich ein Auge zudrücken konnte.

Rider mochte ich sehr sehr gerne, wenn ich auch sagen muss, dass ich ihn lange Zeit nicht fassen konnte, da er doch einiges vor Mallory geheim gehalten hat. Er hat aber ein gutes Herz, ist einfühlsam und kümmert sich um die Menschen, die ihm wichtig sind. Letzteres zeigt sich vor allem Umgang mit Mallory oder seinen Ziehbruder Jayden. Rider hat jedes Glück dieser Welt verdient, auch wenn er es selbst nicht so sieht.

Immer wenn ich Rider und Mallory zusammen erlebt habe, hätte ich innerlich nur aufseufzen können, da sie so süß waren. Es war fast mit Händen greifbar welch tiefe Verbindung zwischen ihnen herrscht. Kein Wunder, wenn man bedenkt was sie schon alles miteinander durchgestanden haben.

Letzten Endes habe ich nur 3,5 Sterne vergeben, da das volle Potential dieser Geschichte in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. Außerdem hat mich gestört, dass so auf Sterotypen/Klischees zurück gegriffen wurde. Da wäre einmal der männliche Held, der so unglaublich gut aussieht, dass es die weibliche Heldin bei jeder sich bietenden Gelegenheit feststellt und uns immer wieder beschreibt. Der männliche Held findet jedoch, dass er nicht gut genug für die weibliche Heldin ist und es dementsprechend auch nicht verdient hat mir ihr zusammen zu sein. Zum anderen hätten wir die weibliche Heldin, die in den Augen des männlichen Helden das reinste Wesen überhaupt ist, sich aber selbst andauernd klein redet (wobei ich es bei Mallorys Vergangenheit nachvollziehen konnte, warum ihr das Selbstvertrauen gefehlt hat) und alle anderen Mädchen für viel hübscher hält als sie selbst. Folglich kann sie es auch nicht glauben, dass sich der männliche Held in sie verliebt hat. So etwas möchte ich eigentlich nicht mehr in einem Buch lesen, da ich es schon zu Genüge kenne.

Alles in allem habe ich es aber genossen dieses Buch zu lesen. Ich habe es so genossen, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Hatte ich meine Nase erst einmal zwischen den Seiten, dann gab es nur noch Mallory und Rider für mich.

Bei den Ereignissen im hinteren Teil des Buches, hat Frau Armentrout zu sehr in die Dramakiste gegriffen. Es war einfach too much! Und das hätte die Geschichte gar nicht gebraucht, da auch so genug Konfliktpotential vorhanden gewesen wäre. Die Geschichte hat mir nicht mehr ganz so gut gefallen, u.a. auch weil ich Mallorys Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte.  

Mittwoch, 15. März 2017

(Leseeindruck) "Luzifer junior - Zu gut für die Hölle von Jochen Till

 
 
"Luzifer junior" muss ich euch einfach vorstellen, da es ein wahnsinnig tolles Kinderbuch ist, das mich voll und ganz begeistern konnte. Ich liebe Kinderbücher ja generell, da ich das Gefühl habe, dass sich die Autoren hier noch mehr Mühe geben, um etwas „Neues“ zu kreieren. Außerdem schlummert so viel  Fantasie, Kreativität und im Falle von Jochen Till jede Menge Humor, in diesen Geschichten, sodass ich beim Lesen wirklich viel Spaß habe und mich bestens unterhalten fühle. Letzteres hat bereits auf den ersten Seiten angefangen, als wir Luzifers, der von allen nur Luzi genannt wird, Zuhause besser kennenlernen. Ich bin um ehrlich zu sein, nicht mehr aus dem Schmunzeln herausgekommen, als ich erfahren durfte, welche „Vergehen“ bzw. welche Tätigkeiten als Todsünde angesehen und in der Hölle bestraft werden. Da hätten wir z.B. die Fans von Heavy Metal, die 24/7 mit Volksmusik beschallt werden. Ein Albtraum – übrigens auch für mich^^ Naja und Mörder haben kein Anrecht darauf Erdnüsse zu bekommen. 

Luzi ist aber auch nicht gerade der, den man erwarten würde. Er ist zwar der Sohn des Teufels, aber alles andere als böse. Und genau das ist das Problem, findet sein Vater. Luzi soll einmal die Hölle übernehmen und wenn er dann Mitleid mit den Menschen hat, die er eigentlich bestrafen sollte, so wie er es jetzt immer hat, dann ist das auf keinen Fall möglich. Sein Vater hat allerdings schon eine Idee wie er das Problem lösen kann. Er schickt Luzi auf eine Menschenschule, damit er von den Menschen lernt, was es heißt böse zu sein (Da sieht man mal was der Teufel höchst persönlich für eine Meinung von uns hat^^) 

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, läuft es jedoch anders als gedacht. Luzi ist nämlich ein schlauer Junge, der ganz genau zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit unterscheidet. Warum sollte er z.B. böse zu denen sein, die es zu ihm nicht sind? Ich mochte Luzi unheimlich gerne und ich habe ihn mit jeder Seite mehr in mein Herz geschlossen. Sein Aufenthalt an der Menschenschule hält für ihn einige neue Erfahrungen bereit. So kommt er z.B. in den Genuss von Schokolade und richtigen Äpfeln. (In der Hölle kann man gar nicht so schnell schauen, wie sie verfaulen) Luzi hat das Gefühl, als würde er auf Wolke 7 schweben. Er lernt aber auch die anderen menschlichen Emotionen und ihre Heftigkeit kennen! Ach und neue Freundschaften schließt er auch. Davon wäre sein Vater alles andere als begeistert, wenn er es erfahren würde. Das tut er ja zum Glück nicht…oder doch? Das müsst ihr selbst herausfinden ;) 

Wen ich ebenfalls sehr gerne mochte, war  Luzi’s Hausdämon Cornibus. Cornibus war einfach nur total süß, vor allem wenn er redet. Man merkt wie sehr er Luzi mag, aber er hat es auch Faustdick hinter den Ohren. Cornibus ist nämlich sehr neugierig und macht daher nicht immer das, was Luzi ihm sagt. Dadurch bringt er Luzi immer mal wieder in Schwierigkeiten. Er ist aber auch für einige witzige Situationen verantwortlich. Am meiner absoluten Lieblingsszene im ganzen Buch ist ebenfalls Cornibus beteiligt. 

Jochen Tills Schreibstil ist locker, frisch und frech und mit einer Prise Humor verfeinert, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt. Wirklich toll sind die Illustrationen, vor allem da man durch sie gleich noch mit viel mehr Spaß und Freude bei der Sache ist. Dieses Buch werde ich sicher noch mehrere Male in die Hand nehmen und lesen. Ich freue mich außerdem schon riesig auf zweiten Band, der bereits im Herbst dieses Jahres erscheint.