Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 - Mein Buchjahr in 30 Fragen (Teil 1)


Es ist mal wieder kaum zu glauben, aber heute ist tatsächlich schon der letzte Tag im Jahr 2016. Aus diesem Grund möchte ich einen kleinen Blick zurück werfen und euch zeigen, welche Bücher mich in diesem Jahr in wie weit begleitet bzw. beschäftigt haben. Das mache ich mithilfe der Fragen, die die liebe Martina im Rahmen ihrer Aktion "Dein Buchjahr in 30 Fragen" gestellt hat. 

(Da es jedoch relativ viele Fragen sind, wird es drei Teile geben)

 

1. Buch des Jahres – Welches war für Euch DAS Buch des Jahres?

Nach langem hin und her habe ich mich dafür entschieden Evolution – Die Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer als mein Buch des Jahres zu küren. Die Geschichte von Jem, Lucie und den anderen war einfach super spannend. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, mitgerätselt und auch mit ihnen aus allen Wolken gefallen, als sie schließlich ein wenig Licht ins Dunkle bringen konnte. Besonders ein Teilaspekt der Auflösung hat mir richtig Gänsehaut bereitet, denn ganz so abwegig schienen mir die Ereignisse gar nicht. Zum Glück ist es bald so weit und ich kann die Fortsetzung in meinen Händen halten. 


2. Flop des Jahres – Welches Buch war für Euch der Flop des Jahres?

Diesen Titel hat sich Stephenie Meyer mit The Chemist - Die Spezialistin redlich verdient. Ich konnte beim besten Willen keinen Thriller in dieser Geschichte sehen. Die Autorin verliert sich in Beschreibungen über … Leben, Vorsichtsmaßnahmen etc., dass gar keine Spannung aufkommen kann. Den Vogel hat jedoch Daniel, Protagonist und späterer Love-Interest, abgeschossen. Ich habe selten so einen treu, dumm naiven Kerl erlebt. Ich konnte ihn ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr ernst nehmen!


3. Größte positive Überraschung – An welches Buch hattet Ihr eher geringe bis durchschnittliche Erwartungen und dann hat es Euch richtig umgehauen (im positiven Sinne)?

Giants - Sie sind erwacht war mein erster richtiger Science-Fiction Roman, weshalb ich ohne keine große Erwartungen daran gegangen bin. Das einzige, was ich gehofft habe, war, dass die Geschichte nicht zu abgespacet sein wird. Tja letztendlich bin ich vollkommen überrascht worden. Einmal angefangen mit lesen, fiel es mir unheimlich schwer wieder damit aufzuhören - und das obwohl die Geschichte in Berichtsform geschrieben ist. Es war total spannend, da man bis zum Schluss gerätselt hat, was dieser riesengroße Roboter kann und ob er gefährlich ist oder nicht.


 
4. Größte Enttäuschung – An welches Buch hattet Ihr große Hoffnungen geknüpft und dann hat es Euch richtig enttäuscht?

Da mir Die Falle von Melanie Raabe echt richtig gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf Die Wahrheit gefreut. Die Geschichte war wieder richtig spannend und mitreißend, doch das Ende hat mir gar nicht gefallen. Am schlimmsten fand ich jedoch, dass die Auflösung mir das vorher Gelesene irgendwie komplett versaut hat.


 

5. Bester Pageturner – Welches Buch konntet Ihr gar nicht mehr aus der Hand legen?

Da gab es in diesem Jahr viele, aber bei Vollendet ist es mir besonders schwer gefallen. Das Szenario, das Neal Shusterman geschaffen hat, war - so schrecklich es auch war – unglaublich fesselnd, sodass ich mich nicht von den Seiten losreißen konnte. Ich musste einfach wissen wie es mit den Protagonisten weitergeht.


6. Liebste Reihe/ Trilogie – Welches war in 2016 Eure liebste Reihe? (Es muss mindestens ein Band in diesem Jahr gelesen worden sein.) Und auf welche Fortsetzung in 2016 freut Ihr Euch am meisten?


Die Besondere Kinder – Trilogie von Ransom Riggs war definitiv meine liebste Reihe 2016. Warum habe ich nicht schon viel früher zu diesen Büchern gegriffen? Die Geschichte konnte mich jedenfalls von der ersten Seite in seinen Bann ziehen, woran u.a. auch die im Buch enthaltenen Fotos verantwortlich waren. Diese Fotos sind zwar ein wenig gruselig, aber immer absolut passend zu der jeweiligen Szene gewählt, sodass man sich alles noch besser vorstellen konnte. Außerdem hat mir gefallen, dass sich die Geschichte von Band zu Band noch steigern konnte.

2017 freue ich mich am meisten auf die beiden Fortsetzungen von Evolution. Band 2, Evolution - Der Turm der Gefangenen, darf ich (hoffentlich) schon in der nächste Woche mein eigen nennen :) Hach ich bin so gespannt was sich Thomas Thiemeyer alles hat einfallen lassen.

 
7. „Dickster Schmöker“ – Welches war Euer Buch mit den meisten Seiten? Sind die Seiten nur so „dahin geflogen“ oder musstet Ihr kämpfen?

Mein dickster Schmöker war Outlander: Feuer und Stein von Diana Gabaldon. Doch obwohl die Geschichte mehr als 1000 Seite hatte, sind diese nur so dahingeflogen. Die Mischung aus Spannung, Gefahr und Liebe hat dafür gesorgt, dass es nie langweilig wurde. Manchmal hätte ich das Buch jedoch am liebsten an die Wand geschmissen, da ich mit bestimmten Wendungen nicht einverstanden war.


8. Die meisten Fehler – Ist Euch ein Buch ganz besonders negativ durch viele logische und/ oder orthografische Fehler aufgefallen?

Keine Ahnung! Ich achte beim Lesen nicht explizit auf Rechtschreib- oder Grammatikfehler.

9. Interessantestes Sachbuch – Auch „non-fiction“ kann fesseln, welches Sachbuch hat Euch in diesem Jahr am meisten beeindruckt?


Diese Frage wollte ich eigentlich weglassen, doch ich habe in der letzten Woche ein äußerst interessantes Sachbuch gelesen, zu dem ich einfach ein paar Worte loswerden muss. Ohne Gnade - Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA von Bryan Stevenson hat mich erschüttert, fassungslos und sprachlos zurückgelassen. Je mehr ich gelesen habe desto mehr habe ich an der Gerechtigkeit der amerikanischen Justiz und des Rechtsstaates gezweifelt, da Rassismus, Willkür, Korruption und Gewalt anscheinend ganz selbstverständlich mit dazu zu gehören scheinen. Umso mehr beeindruckt war ich von Bryan Stevensons Arbeit. Er ist mit Leib und Seele dabei und versucht das Unmögliche für seine Mandaten möglich zu machen. Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen! 

10. Schlimmster Buchmoment – Welches war für Euch der schlimmste Moment in einem Buch? Entdeckung eines Betrugs? Tod eines Lieblings? Eine herzergreifende Trennung?

Den schlimmsten Lesemoment habe ich in These Broken Stars - Lilac und Tarver erlebt. Wieso, weshalb, warum kann ich an dieser Stelle nicht verraten, da das ein riesen Spoiler wäre. Ich kann nur so viel sagen: Der Moment hat mich absolut kalt erwischt, da ich nie damit gerechnet hätte das so etwas passiert. Ich war total geschockt und konnte nicht fassen, dass mir die Autorinnen das antun.





So, die ersten 10 Fragen hätte wir hiermit geschafft! Die nächsten 10 warten morgen - im zweiten Teil - auf euch :)

Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr 

Sonntag, 11. Dezember 2016

[Weekly Wrap Up] Ein Meer aus Tinte und Gold, Das Bild aus meinem Traum und Ein Winter in Wien

 
 
Der Anfang des Buches hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Der Prolog klang wie der Beginn eines Märchens, war von einer geheimnisvollen Atmosphäre umgeben. Ich wollte am liebsten sofort wissen, warum Geschichten in Kelanna nur mündlich weitergegeben werden bzw. warum es kein einziges geschriebenes Wort gibt.

Im ersten Kapitel durfte ich die Protagonistin Sefia und ihre Tante Nin kennenlernen, die kurze Zeit später von zwei mysteriösen Personen entführt wird, die auch für den Tod von Sefias Vater verantwortlich sind. Der Grund hierfür scheint ein kleines, unscheinbares Buch zu sein. Wieso und was so besonders an diesem Buch ist, fragt sich nicht nur der Leser, sondern auch Sefia. Gemeinsam mit ihr habe ich mich auf die Suche nach Hinweise und Antworten gemacht. Doch zuerst kommt ein zweiter Handlungsstrang dazu, in dem es um den Jungen Lon geht. Lon verfügt über hellseherische Fähigkeiten, die letztendlich dafür sorgen, dass er von einem älteren Mann, der an einer besonderen Akademie lehrt, als Lehrling aufgenommen wird. Damit haben wir quasi einen Einblick in die Gegenseite von Sefia bekommen, was ich super spannend fand. Etwas später kam dann noch ein dritter Handlungsstrang hinzu, in dem es um die Mannschaft von Kapitän Lee geht, die die Gewässer von Kelanna unsicher machen.

Auch diesen Teil der Handlung fand ich sehr interessant, wobei ich durch diese Perspektive schließlich an den Punkt kam, an dem ich mich gefragt habe, was das alles eigentlich miteinander zu tun hat. Denn für mich war irgendwie kein roter Faden zu sehen. Und so ging es mir im Großteil des Mittelteils. Es gab zwar einige spannende Szenen, aber ich konnte sie nicht mit der Handlung in Einklang bringen bzw. ich konnte nicht sehen, wie sich mich voranbringen sollen. Teilweise hat es sich auch ganz schön gezogen. Es waren einfach zu viele Details! Meine Neugier und ja auch mein Ehrgeiz herausfinden zu wollen, was da im Busch ist, haben mich zum Weiterlesen angetrieben.

Die Ereignisse in den letzten Kapiteln haben mich jedoch voll und ganz mitgerissen, da sich ENDLICH der Zusammenhang zwischen allem aufgeklärt hat. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich das überhaupt nicht habe kommen sehen, obwohl ich jetzt im Nachhinein denke, dass es total simple ist. Ich hätte darauf kommen können, wenn ich nur 1 und 1 zusammen gezählt hätte. Naja jedenfalls habe ich mit Sefia und Archer mitgefiebert, da sie mir doch irgendwie ans Herz gewachsen sind.
 
 
 
Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass ein neues Buch von Antoine Laurain erscheinen wird, war ich total aus dem Häuschen. "Liebe mit zwei Unbekannten" und "Der Hut des Präsidenten" haben mir nämlich so gut gefallen, mich während des Lesens ganz verzaubert.

Leider muss ich sagen, dass bei "Das Bild aus meinem Traum" der Zauber nicht so ganz herüberkommen wollte. Obwohl...Der Anfang hat mir wieder richtige gut gefallen. Ich habe schnell einen ersten Eindruck von Pierre-François machen können und mich von seiner Sammelleidenschaft anstecken lassen. Während der Auktion des Portraits des Mannes, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht, habe ich richtig mitgefiebert und gehofft, dass er den Zuschlag bekommt. Auf den nächsten Seiten und in den nächsten Kapitel, als keiner irgendwie die Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Gemälde sehen wollte, habe ich doch kurz Zweifel bekommen. Bildet er sich das nur ein? Steigert er sich in etwas rein? Wünscht er sich so sehr ein anderer zu sein, weil er mit seinem Leben unzufrieden ist? Diese Zweifel haben sich allerdings zerstreut als er auf dem Weingut der de Rivailles landet...

Mein größtes Problem war, dass alles so schnell vonstatten ging. Ich hatte das Gefühl als würde die Geschichte nur so an mir vorbeirauschend - und das leider im negativen Sinn. Ich hätte mir mehr Details, mehr Ausschmückung, mehr Erzählung gewünscht. Mir kam es so vor, als hätte ich nur an der Oberfläche gekratzt. Ein paar Seiten mehr hätten wirklich nicht geschadet. Naja und zwischen mir und dem Protagonisten ist auch bis zum Schluss eine gewisse Distanz geblieben.

Die Sprache des Romans war jedoch wie bei seinen beiden Vorgängern wieder sehr schön.
 
 
 

Bereits auf den ersten Seiten hatte sich die Geschichte in mein Herz geschlichen. Ich habe mich so unheimlich wohl gefühlt und dieses Gefühl habe ich auch bis zum Schluss nicht verloren. Im Gegenteil! Ich habe „Winter in Wien“ so gerne gelesen...Wenn ich mich einmal kurz von den Seiten lösen musste, dann habe ich mir kurz darauf nichts anderes gewünscht, als mich wieder dazwischen vergraben zu können.

Die Protagonistin Marie war mir auf anhieb sympathisch. In ihren noch jungen Jahren hat sie bereits einige weniger schöne Seiten des Lebens kennenlernen müssen, darum habe ich mich umso mehr für sie gefreut, dass sie von ihren jetzigen Arbeitgebern gut behandelt wird. Die Arbeit als Kindermädchen macht ihr viel Spaß und sie hat die beiden Kinder, um die sie sich kümmert, innerhalb kürzester Zeit in ihr Herz geschlossen. Marie ist ein wenig zurückhaltend und ängstlich, aber durch und durch liebenswert.

Das Wien zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde absolut atmosphärisch eingefangen. Ich habe mich richtig in der Zeit zurückversetzt gefühlt. (Am meisten hat es mir die Buchhandlung von Friedrich Stock angetan. Ich wünschte ich könnte selbst erleben, wie die Arbeit als Buchhändler damals war^^) Ich habe das Lesens genossen und war am Ende des Buches wirklich traurig nicht mehr lesen zu können. Vor allem die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Marie und Oskar hätte ich gerne weiterverfolgt.