Sonntag, 30. Oktober 2016

[Weekly Wrap Up] Der "Angstmann" und eine junge Frau mit einer roten Handtasche, die in Venedig nicht nur einem alten Geheimnis sondern auch der Liebe begegnet

So und hier ist mein zweiter Teil :)

 
Der „Angstmann“ von Frank Goldhammer hat mich nicht mehr losgelassen, nach dem ich einmal mit dem Lesen begonnen hatte. Das lag aber nur zum Teil am Krimipart...Im Großen und Ganzen war es das Setting, das mich an die Seiten gefesselt hat. Denn der Krimi spielt nicht in der heutigen Zeit, sondern zu Ende des zweiten Weltkriegs. Wir erfahren viel vom Alltag zu der damaligen Zeit: das stundenlange Anstehen damit wenigstens eine kleine, kärgliche Mahlzeit auf den Tisch kommt, nächtlicher Bombenalarm und Ausharren im Luftschutzbunker, ein nicht abreißender Flüchtlingsstrom aus Schlesien, SS-Männer, die noch immer an den großen Sieg glauben und alles andere als unwichtig sehen. Der Autor gewährt seinen Lesern einen authentischen Einblick. Dank seiner bildhaften Beschreibungen, kam es mir so vor, als wäre ich direkt vor Ort und würde das ganze Elend mit meinen eigenen Augen wahrnehmen. Es hat mich wirklich betroffen gemacht!

Und als wäre das schlimm genug, treibt seit einiger Zeit ein Mörder – die Bevölkerung hat ihm den Namen Angstmann gegeben - sein Unwesen und bringt junge Frauen auf brutalste Weise ums Leben. Die Ermittlungsarbeit erweist sich als schwierig, da Kriminalinspektor Max Heller kaum Personal zu Verfügung steht um Beweise zu sammeln etc. Auch die Zeugenbefragung erweist sich als Schwerstarbeit, da sich die Menschen untereinander nicht mehr vertrauen. Doch Max Heller gibt nicht auf. Er möchte den Angstmann auf jeden Fall zur Strecke bringen.

Im Lauf der Geschichte finden sich immer neue Hinweise. Einige Male war sich Max Vorgesetzer sicher den Angstmann gefasst zu haben, was sich kurz darauf aber als Fehler erwies. Trotz allem glich die Spannung einer Berg- und Talfahrt. Die Suche nach dem Angstmann rückt immer mal wieder in Hintergrund, da die aktuellen zeitlichen Geschehnisse mehr Aufmerksamkeit erhalten haben. Hier und da hat es sich ein wenig in die Länge gezogen. Dann gab es aber wieder überraschende und unerwartete Wendungen, sodass der Angstmann wieder super präsent war. Vor allem zu Ende haben Wendungen auf mich gewartet, die mich begeistert haben. Sie haben nämlich gezeigt, dass der ganze Fall viel verzweigter bzw. viel mehr Personen/Einzelschicksale dabei eine Rolle spielen (Sorry kann’s nicht besser erklären, ohne zu spoilern). Das Ende hat es echt herausgerissen, sodass es 4 statt 3 Sterne gibt.

Ich muss ja sagen, dass ich anfangs ein wenig meine Zweifel hatte, ob das damals bei der Polizei wirklich so zugegangen ist. Hinten im Buch war noch ein Interview mit dem Autor abgedruckt, in dem er erzählt, dass er sich mit jemand aus dem Polizeiarchiv in Dresden unterhalten hat, der sich besonders gut in der Polizeihistorie auskennt, daher glaube ich ihm seine Schilderungen einfach mal. Nichtsdestotrotz gab es Dinge, die ich weiterhin für ein wenig unrealistisch halte.
 

 
 
Auch mit dieser Geschichte ist es Nicolas Barreau gelungen mich in den Bann zu ziehen und mir ein absolutes Wohlfühlgefühl zu vermitteln. Ich bin vollkommen in die Welt der Protagonistin Nelly abgetaucht. Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich fast nichts um mich herum wahrgenommen haben und wahrnehmen wollte.

Mit Nelly konnte ich mich erstaunlich gut identifizieren und ich habe mich zum Teil auch in ihr wieder erkannt. Nelly ist ein schüchterner und eher zurückhaltender Mensch, der ab und zu der Mut fehlt bestimmte Sache in ihrem Leben anzugehen, da sie sich meistens zu wenig zutraut. Ihre Ängste, Sorgen und Bedenken gewinnen oft die Oberhand, sodass es passiert, dass das Leben und all die verschiedenen Dinge, die es zu bieten hat, ein wenig an ihr vorbeiziehen. Sie überlässt es lieber dem Schicksal bzw. dem Zufall den ersten Schritt zu tun. Doch wie wir wissen hat das Schicksal meist ganz andere Pläne für uns. Nelly muss das leider am eigenen Leib erfahren. Der Professor, in den sie schon seit fast einem Jahr verliebt ist und bei dem sie immer auf ein Zeichen seinerseits gewartet hatte, eröffnet ihr, dass er mit einer anderen sein Glück gefunden hat. Nelly ist natürlich am Boden zerstört (Ich habe echt mit ihr gelitten), doch nach ein paar Tagen, in denen sie sich ihrem Liebeskummer hingegeben hat, macht sie etwas, was für sie ganz untypisch ist. Sie steigt in einen Zug auf den Weg nach Venedig und das wegen eines Satzes, den sie in einem alten Buch ihrer Großmutter gefunden hat. Ein Satz, der auch in dem Ring eingraviert ist, den sie von ihrer Oma vererbt bekommen hat. Wir begeben uns also in die Vergangenheit ihrer Großmutter, was mich total neugierig gemacht hat.

In Venedig angekommen gibt uns der Autor etwas Zeit, um mit Nelly die Stadt zu erkunden. Er beschreibt sehr bildhaft, sodass man das Gefühl hat direkt mit vor Ort zu sein. Außerdem hat er es geschafft, dass ich nun von Venedig genauso verzaubert bin wie von Paris.

Schließlich tritt der Venezianer Valentino in Nellys Leben. Im Gegensatz zu Nelly war ich sogleich begeistert von ihm -vor allem als ich Abschnitte aus seiner Perspektive lesen durfte. Nelly hat gewaltig Eindruck bei ihm gemacht und er wünscht sich nichts mehr als die hübsche Französin mit der roten Handtasche wieder zu treffen. Dementsprechend habe ich mich geärgert, dass Nelly ihn gleich – obwohl sie ihn noch gar nicht kannte - als Draufgänger und Casanova abgestempelt hat. Und das nur, weil sie sich irgendwann einmal eingeredet hat, dass sie sich von gutaussehenden Männern fernhalten sollte, da diese außer ihrem guten Aussehen nichts zu bieten haben. Was für ein blödes Vorurteil! Gutaussehende Männer können sehr wohl auch schlau, witzig, charmant etc. sein.

Mit dem folgenden Handlungsverlauf konnte mich Nicholas Barreau allerdings wieder besänftigen (Wenn ich auch hier immer mal wieder mit Charakterzügen von Nelly konfrontiert wurde, die ich nicht so mochte). Mit einem Lächeln auf den Lippen habe ich Nellys weiteren Aufenthalt in Venedig mitverfolgt und mich gefreut, dass Valentino zu einer festen Größe dabei wurde. Damit es spannend bleibt, wurden ein paar kleine Missverständnisse eingebaut, wovon eins sogar recht amüsant war.

Kurz noch etwas zu Nellys Großmutter Claire. Ich finde, dass Claire eine bemerkenswerte Frau war. Für die Zeit in der sie aufgewachsen ist, war sie bereits als Teenager eine erstaunlich emanzipierte, selbstbewusste und unabhängige Frau, die wusste, dass sie das Leben selbst in die Hand nehmen muss, damit es die Richtung einschlägt, die man möchte. Dass wird Nelly mit der Zeit auch klar. Leider hat sie ihre Passivität nicht vollkommen abgelegt, was mich teilweise etwas genervt hat. 

Samstag, 29. Oktober 2016

[Weekly Wrap Up] Eine Monsterjägerin und ein Fangirl, dessen größter Traum in Erfüllung geht

Diese Woche besteht mein Weekly Wrap Up aus zwei Teilen. Ich konnte meine Meinung einfach nicht kurz genug halten :) 

 
 
May Raven schmeißt einen gleich mitten ins Geschehen, wo unsere Protagonistin Jess gerade mit einem neuen Auftrag beschäftigt ist. Jess ist eine Gildenjägerin und als solches ist es ihre Aufgabe Vampire, Werwölfe und andere Gestalten der Nacht unschädlich zu machen. Dieses Mal ist sie auf ein ganzes Haus voller Vampire gestoßen. Und obwohl sie nur von einem Vampir ausgegangen ist, macht sie neue Lage nicht nervös oder treibt ihr den Schweiß auf die Stirn, im Gegenteil! Jess ist absolut cool geblieben und hat mit den Vampiren kurzen Prozess gemacht.

Jess war eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack: cool, taff, selbstbewusst und sich ihren Stärken absolut im Klaren. Später durften wir hier und da auch ihre weiche Seite kennenlernen, was gezeigt hat, dass sie doch nicht so knallhart ist wie es auf den ersten Blick scheint. Zum Beispiel tut sie sich sehr schwer damit tiefere Beziehungen einzugehen (Dieser Aspekt hat bei mir ein wenig für Augenverdrehen gesorgt, da es etwas klischeehaft ist. Naja und als ich den Grund dafür erfahren habe, fand ich ihre Haltung etwas übertrieben. ) Alles in allem war sie mir wirklich sympathisch – vor allem die Tatsache, dass sie den Auftrag in Tschechien nicht nur wegen des Solds, sondern wegen der Kinder und deren Familien angenommen hat, habe ich ihr hoch angerechnet.

In Tschechien angekommen, dauert es nicht lange bis Matej in ihr Leben tritt. Seiner netten und charmanten Art, bin ich wie Jess schnell verfallen. Allerdings hat Jess erst einmal Skrupel, denn Matej ist der Pfarrer der Gemeinde und daher eigentlich tabu. Eigentlich… Ich mochte den Umgang der beiden miteinander. Aber auch die Dialoge der beiden waren super. Jess hat immer einen frechen Spruch auf den Lippe (wobei es mich irgendwann genervt hat, dass sie ihm ihren richtigen Namen nicht verraten wollte), doch Matej hat ihr immer gut Kontra gegeben. Darüber hinaus war er ein ebensolcher Sturkopf wie sie. Man hat gemerkt, dass es heftig zwischen ihnen geknistert hat.

Die Suche nach den Kindern war spannend und die Atmosphäre sehr düster und unheimlich gehalten. Leider hat mir trotzdem der Pageturner Effekt gefehlt. Für meinen Geschmack hätte es noch mehr Spannung geben können. Wobei mich May Raven ein wenig hinters Licht geführt hat. Als ich nicht mehr damit gerechnet hatte, weil ich gedacht habe, wir hätte das Schlimmste schon überstanden, hat die Geschichte noch einmal eine unerwartete Wendung genommen.

Eine Entscheidung, die Jess zu Ende getroffen hat, hat mir nicht so richtig in den Kram gepasst. Ich war ehrlich gesagt stinksauer auf sie, dass sie vor ihren Gefühlen davongerannt sind. Hoffentlich kann sie das in Band 2 irgendwie wieder gerade biegen.

 
 
Ich habe mich in der Geschichte sofort unheimlich wohl gefühlt. Aber das habe ich auch nicht anders erwartet. „Fangirl auf Umwegen“ müsste eigentlich bei jedem Harry Potter Fan ins Schwarze treffen. Der Anfang hat mir aber auch noch aus einem anderen Grund so gut gefallen. Lunas "Jagd" nach einem Goldenen Ticket, dass ihre Eintrittskarte für einen dreiwöchigen Aufenthalt in den Universal Studios in Orlando bzw. in die »Wizarding World of Harry Potter« ist, hat mich einfach sofort an Charlie und die Schokoladenfabrik, einen meiner Lieblingsfilme, denken lassen. Wie bei Charlie habe ich auch bei Luna mitgefiebert und mich schließlich gefreut, als sie tatsächlich das Glück hatte eine Eintrittskarte in den Händen zu halten.

In Orlando und in der Wizarding World angekommen, konnte ich nicht verhindern, dass ich Luna unheimlich beneidet habe. Ich glaube das Herz jedes Harry Potter Fans würde höher schlagen, wenn er einmal durch die Winkelgasse schlendern oder die heiligen Hallen von Hogwarts betreten dürfte - selbst wenn es sich nur um Nachbauten handelt. Was ich sehr schön fand, war, dass man auf jeder einzelnen Seite gespürt hat, wie groß die Liebe der Protagonistin aber auch die der Autorin für das Harry Potter Universum ist. Ich habe – während ich mit Luna durch den Park spaziert bin – immer ein Lächeln auf den Lippen gehabt.

Luna war mir schnell sympathisch und ich konnte mich gut mir ihr identifizieren. Ihr Verhalten habe ich stellenweise allerdings nicht ganz verstanden. So fand ich zum Beispiel, dass sie nicht ganz so fies zu Leo hätte sein müssen. Man hat bereits am Anfang des Buches gemerkt, dass Geld ein heikles Thema für sie ist. Klar ist es unfair, dass es Menschen gibt die mehr als andere haben und es daher vielleicht auch nicht so wertschätzen, wie die, die nur wenig davon haben, aber ihren Ärger hätte sie nicht auf Leo projizieren müssen. Denn Leo ist alles andere als ein arroganter und selbstverliebter Schnösel. Ich mochte ihn auf anhieb und fand es echt nett von ihm, dass er Luna im Supermarkt angeboten hat ihr das Geld zu geben, damit sie sich auch die vierte Tafel Schokolade kaufen kann.

Für die erste Etappe der Challenge verbünden sich die beiden schließlich miteinander. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten klappt es ganz gut zwischen ihnen und Luna erkennt, dass Leo gar nicht so übel ist. Die Liebesgeschichte, die sich im weiteren Verlauf entwickelt, fand ich echt süß, wobei sie mich nicht vollkommen überzeugt hat.

Obwohl ich ein großer Harry Potter Fan – ich habe alle Bücher gelesen und die Filme gefühlt tausend Mal gesehen - ist mir bei den Aufgaben, die Luna und die anderen Teilnehmern gestellt bekommen haben, nicht sofort ein Licht aufgegangen. Erst als sie die Lösung hatte und sie sie mit mir geteilt hat, hat es auch bei mir klick gemacht.

Mir hat das Lesen wahnsinnig viel Spaß gemacht. Amelie Murmanns locker, leichter Schreibstil hat mich förmlich durch die Seiten getragen. Außerdem haben mich die humorvollen Dialogen zwischen Luna und Leo mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Es gab jedoch auch ernstere und tiefgründigere Stellen, was mir wirklich gut gefallen hat. Zu Ende hat es Amelie geschafft mich mit einer bestimmten Wendung zu überraschen. Ich hatte mit einem anderen Ende der Chocolate Challenge gerechnet, aber okay. Dieser Schluss hat mir – wenn ich ehrlich bin – sogar besser gefallen, da er a) nicht vorhersehbar und b) realistischer war. 

Dienstag, 25. Oktober 2016

Gemeinsam Lesen #65


Eine Aktion von Asaviel, die nun von Steffi & Nadja alias Schlunzenbücher weitergeführt wird.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese "Fangirl auf Umwegen" von Amelie Murmann und bin aktuell auf Seite 81.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Der Zauberstabladen war gefüllt mit hunderten von schmalen Schachteln, die sich bis an die Decke stapelten."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

"Fangirl auf Umwegen" finde ich bisher sooo toll! Die Geschichte trifft bei mir - einem ebenfalls sehr großen Harry Potter Fan - einfach ins Schwarze. Der Anfang hat mir aber auch noch aus einem anderen Grund so gut gefallen...Lunas "Jagd" nach einem Goldenen Ticket, dass ihre Eintrittskarte für einen dreiwöchigen Aufenthalt in den Universal Studios in Orlando bzw. in die »Wizarding World of Harry Potter« ist, hat mich einfach sofort an den Anfang von Charlie und die Schokoladenfabrik denken lassen. Wie bei Charlie habe ich auch bei Luna mitgefiebert und mich schließlich gefreut, als sie tatsächlich das Glück hatte eine Eintrittskarte in den Händen zu halten.

Mittlerweile sind wir in Orlando und in der Wizarding World angekommen und ich muss sagen, dass ich furchtbar neidisch auf Luna bin. Ich glaube das Herz jedes Harry Potter Fans schlägt höher, wenn er durch die Winkelgasse schlendern oder die heiligen Hallen von Hogwarts betreten darf - selbst wenn es sich nur um Nachbauten handelt. Ich träume schon seit längerem davon, die Harry Potter Filmstudios in London zu besuchen. Amelie versüßt mir mit ihren Beschreibungen des Parks meine Wartezeit :)

Luna und Leo gefallen mir ebenfalls, wenn ich auch finde, dass Luna nicht ganz so fies zu Leo sein müsste. Sie möchte ihn immer als arroganten Schnösel darstellen (und sehen), aber das ist er gar nicht. Im Gegenteil! Er versucht schon seit ihrem gemeinsamen Flug sich mit ihr anzufreunden, doch sie hält ihn auf Distanz.

4. Bist du ein Mängelexemplar-Jäger?

Früher ja, mittlerweile aber nicht mehr. Ich habe einfach zu viele tolle Bücher ungelesen bei mir herumliegen, dass ich beschlossen habe diese erst einmal zu lesen, bevor ich mir wieder Nachschub besorge. Ab und zu werfe ich zwar mal einen Blick auf die Seiten von BücherThöne oder arvelle, verfalle aber nicht in einen Kaufrausch.



Welches Buch/ bzw. welche Bücher lest ihr aktuell?

Liebe Grüße

Sonntag, 23. Oktober 2016

[Weekly Wrap Up] Eine Sturmprinzessin, die Suche nach der Liebe des Lebens und eine kurze Filmreview

 
 
Der Anfang des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Der Prolog war bereits sehr actionreich und hat mir richtig Lust darauf gemacht die ganze Geschichte sowie die Hintergründe kennenlernen zu wollen. Auf den darauffolgenden Seiten wird uns zunächst etwas Zeit gegeben um eine Verbindung zu Cecilia aufzubauen und ein Einblick in ihr Leben als aufstrebendes Youtube Sternchen zu bekommen. Ich muss jedoch gestehen, dass Cecilia leider nicht ganz mein Fall war. Sie hat mich von ihrer ganzen Art einfach zu sehr an DagiBee bzw. BibisBeautyPalace erinnert. Außerdem fand ich sie ein wenig naiv, blauäugig und zu sprunghaft. Darüber hinaus war sie lange Zeit nicht in der Lage ihre Situation und die Bedrohung durch Graham richtig ernst zu nehmen. Und das obwohl sie bereits mehreren Angriffen nur knapp entkommen konnte. Es wäre extrem wichtig gewesen, dass sie trainiert und sich mit ihren neuen Fähigkeiten vertraut gemacht hätte, doch stattdessen geht sie am einen Tag ganz gemütlich mit Tristan Kaffee trinken und am anderen dreht sie ein Video, damit ihre Abonnenten zufrieden sind. Ist natürlich viel wichtiger…. Für ihren Mut kann ich Cecilia allerdings nur bewundern. Sie wusste, dass sie ihre Kräfte längst nicht im Griff hat, sich aber trotzdem Graham gestellt und darauf vertraut, dass sie es irgendwie schaffen werden ihn zu besiegen.

Tristan hat mir besser gefallen als Cecilia, wenn auch bis zum Schluss eine gewisse Distanz zwischen uns geblieben ist. Ach ja und auch das Verhältnis zwischen Cecilia und Tristan fand ich super, da es einige humorvolle Szenen mit ihnen gab. Außerdem hat man hier und da ein deutliches Knistern zwischen ihnen bemerkt. Der letzte Schritt ging mir allerdings zu schnell. Ich habe mich im ersten Moment gefragt, ob ich nicht was verpasst habe.

Im Mittelteil habe ich zum Großteil die Spannung vermisst. Man weiß um die Bedrohung durch Graham Bescheid und hat sie im Hinterkopf, aber unterschwellig war hier und da nichts davon zu spüren. Ich habe wirklich jederzeit auf einen neuen Angriff gewartet, aber es kam einfach nichts. Bei Cecilia ist fast wieder Normalität eingekehrt. Zudem fiel es mir stellenweise schwer Graham als ernst zu nehmender Gegner wahrzunehmen, da er sich persönlich nie gezeigt hat. Für meine Verhältnisse habe ich relativ lang an „Beauty Hawk“ gelesen, was zum einen dem geschuldet ist, dass ich in der letzte Wochen viel gearbeitet habe, aber zum anderen auch, weil die Spannung nicht da war und so der Drang gefehlt hat weiterlesen zu wollen. Der Showdown hingegen war richtig spannend und mitreißend – vor allem da auch hier die eine oder andere Überraschung auf uns gewartet hat.

Der Fantasyanteil des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Ich hätte mir jedoch gewünscht noch mehr von der Feindschaft zwischen den drei Mischwesen zu erfahren. 

 

 
„Die Frau meines Lebens“ ist ein wunderschön geschriebener und kurzweiliger Roman, der mir die letzten Abende versüßt hat. Vielleicht hat der eine oder andere von euch gemerkt, dass ich ein absoluter Paris-Fan bin und ich von Geschichte, die in Paris spielen, nicht genug bekommen kann. Bücher von französischen Schriftstellern haben zudem eine ganz eigene Wirkung auf mich. Die Atmosphäre bzw. Stimmung, die sie ausstrahlen, hüllen mich ein und sorgen dafür, dass ich mich in der Geschichte total wohlfühle. Das galt auch für „Die Frau meines Lebens“. Und im Gegensatz zu „Paris ist immer eine gute Idee“ war mir der Protagonist sehr sympathisch. Ich habe Antoine gerne auf seiner Suche nach Isabelle begleitet sowie seine Freude aber auch grenzenlose Enttäuschung, wenn sich eine Spur mal wieder als Finte erwiesen hat, geteilt. Die Suche nach Isabelle verlangt Antoine wirklich einiges ab. Er war mehrmals kurz davor den Kopf in den Sand zu stecken, da es aussichtslos erschien Isabelle wiederzufinden. Man kann ihn jedoch nur dafür bewundern, dass es trotzdem immer wieder geschafft hat sich neu zu motivieren und neue Hoffnung zu schöpfen. Ich konnte aber auch die Bedenken seines besten Freundes verstehen, da mir ganz ähnliche während des Lesens durch den Kopf gegangen sind. Steigert er sich da nicht doch in etwas hinein? Übertreibt er es nicht – immerhin hat er diese Frau nur kurz gesehen? Kann er da schon von Liebe sprechen, wenn er beschreibt was er für sie empfindet? Dass und da mir noch das gewisse Etwas gefehlt hat, ist der Grund weshalb ich keine 4, sondern 3,5 Sterne vergebe. 

 
 
 
Der Film war anders als ich erwartet habe, was nicht negativ gemeint ist. Er war düsterer und auch ein wenig gruseliger als es das Buch. Das fing bereits am Anfang an, als verschiedene Fotografien u.a. von Miss Peregrine, den besonderen Kinder und den Hollows gezeigt wurden. Damit konnte mich der Film allerdings in den ersten Minuten gefangen nehmen. Die Szene, in der Jacob seinen Opa tot im Wald auffindet, hatte den nächsten Gruselfaktor. Ich habe mir vor dem Hollow fast in die Hosen gemacht. Gleichzeitig konnte ich meinen Blick kaum von der Leinwand nehmen.

Als Jakob schließlich auf die besonderen Kinder trifft, wurde der Film viel farbenfroher, wahrscheinlich um zu zeigen was für ein schönes und friedliches Leben die Kinder in der Zeitschleife unter dem Schutz von Miss Peregrine führen. Wir haben die einzelnen Kinder und ihre Fähigkeiten kennengelernt. Dabei hat mich im ersten Moment verwirrt, dass Emma und Olives Fähigkeiten getauscht wurden. Ich habe nicht verstanden, warum man das gemacht hat! Die Schauspieler, die die besonderen Kinder verkörpert haben waren passend ausgesucht und sie haben alle durch die Bank weg eine tolle Leistung abgeliefert. Miss Peregrine hat mir ebenfalls gefallen, wenn ich sie mir auch ein wenig anders vorgestellt hatte.

In der zweiten Hälfte des Films kam ich an den Punkt, an dem mir der Gruselfaktor zu viel wurde *Spoiler* Als Enoch Bronwyns Bruder kurzzeitig vom Tod zurückgeholt hat, habe ich mich so erschrocken und hatte überall Gänsehaut. Und auch als Enoch seine Puppen erweckt und sie gegeneinander kämpfen ließ, war gruselig *Spoiler* bzw. ich mich gefragt habe, ob ich im Buch irgendwas verpasst habe, da ich es um Längen nicht als so unheimlich empfunden habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich an nichts in der Richtung gewöhnt bin. Ich bin ein totaler Schisser^^ Vielleicht habe ich alles auch umso intensiver wahrgenommen, da mir alles bildhaft vor Augen geführt wurde. Ich muss Tim Burton jedoch auch ein Kompliment machen: Die Effekte waren echt richtig cool gemacht! (Obwohl 3D etwas überflüssig war!)

Als Film betrachtet war „Die Insel der besonderen Kinder“ schlüssig, spannend und actionreich. Als Buchverfilmung betrachtet bin ich nicht ganz so begeistert, da Details ausgespart, einige Veränderungen gemacht wurden (Je weiter der Film voranschritt, desto mehr ist er von Buch abgewichen), übertrieben gruselige Details eingefügt und das Ende nicht so gut gewählt war.

Ich bleibe lieber bei den Büchern :)