Sonntag, 11. Dezember 2016

[Weekly Wrap Up] Ein Meer aus Tinte und Gold, Das Bild aus meinem Traum und Ein Winter in Wien

 
 
Der Anfang des Buches hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Der Prolog klang wie der Beginn eines Märchens, war von einer geheimnisvollen Atmosphäre umgeben. Ich wollte am liebsten sofort wissen, warum Geschichten in Kelanna nur mündlich weitergegeben werden bzw. warum es kein einziges geschriebenes Wort gibt.

Im ersten Kapitel durfte ich die Protagonistin Sefia und ihre Tante Nin kennenlernen, die kurze Zeit später von zwei mysteriösen Personen entführt wird, die auch für den Tod von Sefias Vater verantwortlich sind. Der Grund hierfür scheint ein kleines, unscheinbares Buch zu sein. Wieso und was so besonders an diesem Buch ist, fragt sich nicht nur der Leser, sondern auch Sefia. Gemeinsam mit ihr habe ich mich auf die Suche nach Hinweise und Antworten gemacht. Doch zuerst kommt ein zweiter Handlungsstrang dazu, in dem es um den Jungen Lon geht. Lon verfügt über hellseherische Fähigkeiten, die letztendlich dafür sorgen, dass er von einem älteren Mann, der an einer besonderen Akademie lehrt, als Lehrling aufgenommen wird. Damit haben wir quasi einen Einblick in die Gegenseite von Sefia bekommen, was ich super spannend fand. Etwas später kam dann noch ein dritter Handlungsstrang hinzu, in dem es um die Mannschaft von Kapitän Lee geht, die die Gewässer von Kelanna unsicher machen.

Auch diesen Teil der Handlung fand ich sehr interessant, wobei ich durch diese Perspektive schließlich an den Punkt kam, an dem ich mich gefragt habe, was das alles eigentlich miteinander zu tun hat. Denn für mich war irgendwie kein roter Faden zu sehen. Und so ging es mir im Großteil des Mittelteils. Es gab zwar einige spannende Szenen, aber ich konnte sie nicht mit der Handlung in Einklang bringen bzw. ich konnte nicht sehen, wie sich mich voranbringen sollen. Teilweise hat es sich auch ganz schön gezogen. Es waren einfach zu viele Details! Meine Neugier und ja auch mein Ehrgeiz herausfinden zu wollen, was da im Busch ist, haben mich zum Weiterlesen angetrieben.

Die Ereignisse in den letzten Kapiteln haben mich jedoch voll und ganz mitgerissen, da sich ENDLICH der Zusammenhang zwischen allem aufgeklärt hat. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich das überhaupt nicht habe kommen sehen, obwohl ich jetzt im Nachhinein denke, dass es total simple ist. Ich hätte darauf kommen können, wenn ich nur 1 und 1 zusammen gezählt hätte. Naja jedenfalls habe ich mit Sefia und Archer mitgefiebert, da sie mir doch irgendwie ans Herz gewachsen sind.
 
 
 
Als ich vor einiger Zeit entdeckt habe, dass ein neues Buch von Antoine Laurain erscheinen wird, war ich total aus dem Häuschen. "Liebe mit zwei Unbekannten" und "Der Hut des Präsidenten" haben mir nämlich so gut gefallen, mich während des Lesens ganz verzaubert.

Leider muss ich sagen, dass bei "Das Bild aus meinem Traum" der Zauber nicht so ganz herüberkommen wollte. Obwohl...Der Anfang hat mir wieder richtige gut gefallen. Ich habe schnell einen ersten Eindruck von Pierre-François machen können und mich von seiner Sammelleidenschaft anstecken lassen. Während der Auktion des Portraits des Mannes, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht, habe ich richtig mitgefiebert und gehofft, dass er den Zuschlag bekommt. Auf den nächsten Seiten und in den nächsten Kapitel, als keiner irgendwie die Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Gemälde sehen wollte, habe ich doch kurz Zweifel bekommen. Bildet er sich das nur ein? Steigert er sich in etwas rein? Wünscht er sich so sehr ein anderer zu sein, weil er mit seinem Leben unzufrieden ist? Diese Zweifel haben sich allerdings zerstreut als er auf dem Weingut der de Rivailles landet...

Mein größtes Problem war, dass alles so schnell vonstatten ging. Ich hatte das Gefühl als würde die Geschichte nur so an mir vorbeirauschend - und das leider im negativen Sinn. Ich hätte mir mehr Details, mehr Ausschmückung, mehr Erzählung gewünscht. Mir kam es so vor, als hätte ich nur an der Oberfläche gekratzt. Ein paar Seiten mehr hätten wirklich nicht geschadet. Naja und zwischen mir und dem Protagonisten ist auch bis zum Schluss eine gewisse Distanz geblieben.

Die Sprache des Romans war jedoch wie bei seinen beiden Vorgängern wieder sehr schön.
 
 
 

Bereits auf den ersten Seiten hatte sich die Geschichte in mein Herz geschlichen. Ich habe mich so unheimlich wohl gefühlt und dieses Gefühl habe ich auch bis zum Schluss nicht verloren. Im Gegenteil! Ich habe „Winter in Wien“ so gerne gelesen...Wenn ich mich einmal kurz von den Seiten lösen musste, dann habe ich mir kurz darauf nichts anderes gewünscht, als mich wieder dazwischen vergraben zu können.

Die Protagonistin Marie war mir auf anhieb sympathisch. In ihren noch jungen Jahren hat sie bereits einige weniger schöne Seiten des Lebens kennenlernen müssen, darum habe ich mich umso mehr für sie gefreut, dass sie von ihren jetzigen Arbeitgebern gut behandelt wird. Die Arbeit als Kindermädchen macht ihr viel Spaß und sie hat die beiden Kinder, um die sie sich kümmert, innerhalb kürzester Zeit in ihr Herz geschlossen. Marie ist ein wenig zurückhaltend und ängstlich, aber durch und durch liebenswert.

Das Wien zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde absolut atmosphärisch eingefangen. Ich habe mich richtig in der Zeit zurückversetzt gefühlt. (Am meisten hat es mir die Buchhandlung von Friedrich Stock angetan. Ich wünschte ich könnte selbst erleben, wie die Arbeit als Buchhändler damals war^^) Ich habe das Lesens genossen und war am Ende des Buches wirklich traurig nicht mehr lesen zu können. Vor allem die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Marie und Oskar hätte ich gerne weiterverfolgt.

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- Sarina