Donnerstag, 8. Dezember 2016

(Leseeindruck) "Tage mit Sam" von Keith Stuart

 
 
„Tage mit Sam“ ist eine sehr berührende, tiefsinnige und ehrliche Geschichte, die immer mal wieder mit einer feinen Prise Humor aufgelockert wird. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen - zwar nicht an einem Stück, da ich von der bedrückende Atmosphäre ab und zu eine kleine Pause gebraucht habe, aber ich habe immer wieder gerne dazu gegriffen.

Auf den ersten Seiten und Kapiteln gewährt uns der Autor einen Einblick in das Familienleben von Alex, Jody und Sam, das im Moment leider alles andere als rosig aussieht. Jody hat ihren Mann Alex vor die Tür gesetzt, da sie es einfach nicht mehr aushält, dass er sie mit der Verantwortung für ihren autistischen Sohn immer wieder alleine lässt…Ja regelrecht Ausreden erfindet, um nicht mit ihm allein sein. Der Rausschmiss soll Alex wachrütteln und dafür sorgen, dass er sich endlich mit dem Autismus seines Sohnes sowie ein paar anderen Dingen aus seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Ich befand mich während des Lesens in einer wirklich verzwickten Situation, denn ich konnte sowohl Alex als auch Jody sehr gut verstehen. Alex ist schlichtweg überfordert mit Sam und seiner „Krankheit“. Er weiß nicht, wie er mit seinem Sohn umgehen, wie er mit ihm reden, ja zu ihm durchdringen soll. Er hat Angst mit Sam alleine zu sein, da er einen seiner Wutanfälle bekommen könnte, denn in so einem Moment weiß Alex erst recht nicht was er tun soll.

Wie mir durch viele Situationen in dieser Geschichte vor Augen geführt wurde, ist es kein Zuckerschlecken ein Kind mit Autismus zu haben. (Was ich toll fand: Man hat gemerkt, dass der Autor selbst Erfahrungen mit diesem Thema hat) Sie nehmen die Welt ganz anders war und reagieren in vielem sensibler (Sam beispielsweise isst seine Spagetti nur, wenn sie eine ganz bestimmte Temperatur haben. Oder sein Obst und Gemüse muss in exakt gleich große Stücke geschnitten werden, sonst isst er sie nicht.), sodass man ihnen einfach mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen muss. Das kann teilweise ziemlich anstrengend und kräftezehrend sein. Also in so weit verstehe ich Alex doch recht gut. Allerdings kann sich Jody in solchen Momenten auch nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Ihr darf nichts zu kompliziert oder anstrengend sein. Daher kann ich es voll und ganz verstehen, dass sie die Nase voll davon hat immer nur alleine für ihr Kind da sein zu müssen.

Was ich Alex zugutehalten muss: Im weiteren Verlauf bemüht er sich wirklich sehr, um seine Familie nicht zu verlieren. Anfangs fällt er zwar öfters noch in seine alten Muster zurück, d.h. er lässt sich irgendwelche Ausreden und Ausflüchte einfallen um nicht mit Sam alleine zu sein. Später begreift er jedoch, dass es so nicht weitergehen kann. Was ihm dabei hilft sich seinem Sohn anzunähern und eine gemeinsame Ebene zu finden, ist das Spiel Minecraft. Es war so schön zu beobachten wie sich Vater und Sohn langsam näher gekommen sind. Außerdem fängt Alex an umzudenken. Er nimmt Sam und dessen Bedürfnisse wahr, anstatt ihn als Problem zu sehen.

Es gab vor allem in der zweiten Hälfte des Buches einige berührende Momente. Eine Szene, relativ zum Schluss, hat mich allerdings am meisten berührt.





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- Sarina