Samstag, 26. November 2016

[Weekly Wrap Up] Zurück in die Vergangenheit und einen Blick in die Zukunft, wo alles "perfekt" ist (oder auch nicht)

 
 
Ich bin so so froh, dass mich meine Freundin davon überzeugen konnte, dieser Reihe eine Chance zu geben...Ich bin absolut begeistert! Dieses Buch hatte neben spannenden, nervenaufreibenden und hochdramatischen Szenen, auch viele wundervolle und vor allem romantische Momente zu bieten. Jaime und Claires Liebesgeschichte ist eine der schönsten, die ich je gelesen habe. (Hach...Ich bin Jaime so was von verfallen ♥) Die beiden stammen zwar aus vollkommen unterschiedlichen Zeiten, aber sie befinden sich trotzdem auf einer Wellenlänge. Außerdem sind die beiden wirklich sympathische Charaktere, die man im Laufe der Geschichte mehr und mehr ins sein Herz schließt, da man sie immer besser kennenlernt. Sie haben sehr facettenreiche, vielschichtige und tiefgründige Charakter. Ich fand es allerdings auch schön mitzuverfolgen, wie sich Jaime und Claires Beziehung verändert hat, wie ihre Liebe mit jedem Hindernis, das es zu überwinden galt, gewachsen ist.

Einsame spitze fand ich auch, wie es Diana Gabaldons geschafft hat mir das Schottland des 18. Jahrhunderts näher zu bringen. Ich konnte mir das Leben auf Burg Leoch, das kleinen Dorf, in dem Geilis lebt und Lallybroch bildhaft vorstellen, sodass es mir so vorkam, als wäre ich mit Claire vor Ort. Man merkt wie viel Recherche (z.B. zu den Themen Highlander Kultur, Jakobiteraufstand, Hexenverfolgung und Hexenprozess) hinter dieser Geschichte steckt.

Claire ist ein Charakter, den man so schnell nicht wieder vergisst. Auch wenn ich ihr Verhalten manchmal nicht ganz nachvollziehen konnte und ich mich über ihre Sturköpfigkeit geärgert habe, habe ich sie sehr gemocht. Vor allem aber habe ich sie wegen ihrer Stärke bewundert. Wie hätte ich mich verhalten, wenn ich mich plötzlich in einer vollkommen fremden Zeit wiedergefunden hätte? Ich stelle mir das unglaublich schwierig vor sich an die Regeln und Sitten, die damals galten, anzupassen, aber Claire hat es irgendwie geschafft.

Neben vielen liebenswerten Nebencharakteren, gab es jedoch auch weniger nette. Ich glaube ich habe noch nie einen Buchcharakter so verflucht, verachtet und gehasst wie Hauptmann Randall.

Obwohl "Feuer und Stein" mehr als 1000 Seiten stark ist, habe ich es wirklich schnell gelesen. Das lag zum einen an Diana Gabaldons leichten und flüssigen Schreibstil, zum anderen daran, dass die Geschichte so viel zu bieten hatte, dass es einem nie langweilig wurde.
 
P.S. Die Serie kann ich euch ebenfalls nur wärmstens ans Herz legen! Sie ist einfach fantastisch, auch wenn die Handlung des Buches nicht zu 100% umgesetzt wird. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass jede Folge anders als die vorherige war.  Man wusste nie so genau, was einen nun erwarten wird. Die Schauplätze fand ich absolut überwältigend (Schottland hat wirklich eine wunderschöne Landschaft), da sie genau so aussahen, wie ich sie mir während des Lesens vorgestellt habe. Das gleiche kann ich auch von den Schauspielern sagen. Caitriona Balfe und Sam Heughan spielen nicht nur  Claire und Jaime, sie sind Claire und Jaime! 

 
 

Einmal angefangen, konnte ich „Flawed“ nicht mehr aus der Hand legen, was daran lag, dass mir die Zukunftsversion, die uns Cecelia Ahern präsentiert hat, wirklich sehr zugesetzt hat. Sie hat auf mich so realistisch gewirkt und ich bin mir sicher, dass sie tatsächlich so in der Wirklichkeit stattfinden könnte. In gewissen Bereichen unserer Gesellschaft lässt sich jedenfalls eine bestimmte Tendenz zum Perfektionismus erkennen. Ich hoffe jedoch, dass es niemals so weit wie in „Flawed“ kommen wird. Dass sich eine Gilde bildet, die es sich raus nimmt, über die Menschen, ihre Entscheidungen, ihre Moral zu urteilen und es als gerechtfertigt sehen, diese als „Fehlerhaft“ zu markieren.

Celestine ist zu Anfang voll und ganz von der Arbeit der Gilde überzeugt und tut daher alles, um absolut perfekt zu sein. Sie schreibt nur Bestnoten, achtet penibel auf ihr Äußeres und ihre Umgangsformen und hält sich an die Regeln. Ihr Weltbild bekommt jedoch erste Risse als ihre Nachbarin Angela Tinder, die gleichzeitig auch eine gute Freundin der Familie und ihre Klavierlehrerin ist, verhaftet wird. Celestine hat Zweifel und fragt sich, ob eine Verurteilung gerechtfertigt ist, ob ihre Entscheidung moralisch wirklich so verwerflich war? Wenig später kommt es schließlich zu dem Ereignis, das ihr Leben für immer verändern wird. Obwohl es verboten ist einem Fehlerhaften zu helfen, macht Celestine genau das, da es ihr in dem Moment richtig vorkam. Sie landet selbst vor Gericht und wird als Fehlerhafte gebrandmarkt, da sie sich weigert zu lügen.

Ich habe total mit Celestine mitgefühlt und mitgelitten. Obwohl ich auf den vorherigen Seiten bereits einen Eindruck davon bekommen konnte, war ich schockiert, wie schrecklich „Fehlerhafte“ behandelt werden. Da es Celestine nun am eigenen Leib erfährt, habe auch ich es erst einmal richtig realisiert, welche Konsequenzen es hat, wenn man als „fehlerhaft“ gebrandmarkt wird. Die Gesellschaft behandelt einen wie einen Aussätzigen. Sie sieht auf einen herab, betrachtet einen als minderwertig. Man wird bespuckt, angepöbelt, verhöhnt. Menschen weiden sich an deinem Schicksal und freuen sich, dass sie selbst nicht davon betroffen sind. Naja und die Regel für die „Fehlerhaften“ sind auch ganz schön happig. Fehlerhafte dürfen nicht alles essen, müssen um so und so viel Uhr daheim sein und z.B. nicht in den Urlaub fahren. Es wird ihnen zudem ein sogenannter „Whistleblower“ an die Seite gestellt, der jeden Abend überprüft, ob wirklich nur die Lebensmittel gegessen wurden, die die Grundversorgung sicherstellen. Außerdem müssen sich Celestine und die anderen einem Lügendetektortest unterziehen, der überprüfen soll, ob sie sich auch wirklich an die Regeln gehalten haben. Celestine und die anderen taten mit total leid und ich konnte einfach nur den Kopf schütteln. Was ist das bitte für eine Gesellschaftsordnung? Und warum sind alle so begeistert davon?

Celestine war mir von Anfang an sympathisch, obwohl sie als sehr naiv, blauäugig und duckmäuserisch wahrgenommen habe. Aber im Grunde kann sie nichts dafür, da sie seit frühester Kindheit dieser Gehirnwäsche unterzogen wurde. Ihr wurde eingetrichtert keinen Zweifel an der Regel ihrer Gemeinschaft zu haben, sodass sie gar nicht gemerkt hat, dass sie und alle anderen ein total ferngesteuertes Leben führen. Aus Angst für fehlerhaft gehalten zu werden, traut sich keiner wirklich er selbst zu sein und dass zu tun was er/sie für richtig hält. Das ist das wichtigste, dass Celestine im Laufe dieses Buch lernt. Und es hat bereits vor Gericht angefangen. Um sich selbst treu zu bleiben, weigert sie sich vor Gericht zu lügen. Da sie immer neue Ungerechtigkeiten erfährt, sowie in Intrigen und Machtkämpfe verwickelt wird, wird sie im Laufe des Buches immer selbstbewusster und stärker.

Ich wurde immer wieder mit Momenten konfrontiert, die mich sprachlos gemacht haben. Es haben sich immer neue Abgründe aufgezeigt, sodass es definitiv nicht langweilig wurde. Die eine oder andere Wendung bzw. Enthüllung war allerdings nicht überrascht, da sie zu offensichtlich waren. Bei einigen Charakteren haben ihre Entwicklungen dafür gesorgt, dass ich das Bild, das ich von ihnen hatte überdenken oder ganz und gar ändern musste.
 

 
 
Nach dem ich „Flawed“ beendet hatte, musste ich sofort zu „Perfect“, der Fortsetzung, greifen. Und was soll ich sagen; dieser zweite Band hat mir sogar noch besser gefallen. Bereits am Anfang haben mich die Worte regelrecht an die Seiten gefesselt, da uns in Sachen Spannung gleich wieder einiges geboten wurde. Celestine ist fest entschlossen Richter Crevan zu stürzen bzw. ihm das Handwerk zu legen. Sie möchte Gerechtigkeit für sich und die anderen Fehlerhaften und ist bereit dafür zu kämpfen. Allerdings wird sie immer wieder von Zweifeln und Bedenken überfallen, was ich absolut nachvollziehen konnte. Viele Menschen sehen in ihr mittlerweile ein Zeichen der Hoffnung und glauben, dass sie ihre einzige Chance auf Veränderung ist. Wenn so viele Hoffnungen auf einem ruhen, setzt, dass einen natürlich unter Druck. Man fragt sich, ob man diesen Erwartungen gerecht werden kann, ob diese gerechtfertigt sind. Immerhin ist sie ein ganz normales Mädchen, das einfach nur versucht mit ihrer neuen Situation umzugehen und zu überleben. Mir hat es jedoch gefallen, dass sich Celestine trotz allem immer wieder ihrer Stärke und Kraft bewusst wurde.

Ebenfalls schön: In Band 1 hatte ich den Eindruck gewonnen, dass in dieser Gesellschaft jegliches Mitgefühl und Anteilnahme gegenüber anderen, gegenüber den Fehlerhaften, fehlt. Hier wurde ich aber eines besseren belehrt. Es gibt tatsächlich auch Menschen, die anders denken, die „Fehlerhaften“ nicht als minderwertig ansehen. Sie helfen wo sie nur können, obwohl sie genau wissen, dass sie sich damit strafbar machen und die Gefahr laufen ebenfalls als „Fehlerhaft“ gebrandmarkt zu werden. Leider war ich gezwungen auch das Gegenteil zu erleben, d.h. Menschen zu treffen, die alles dafür tun, dass es ihnen gut geht und über Leichen gehen, damit es so bleibt.

Mit gewissen Enthüllungen und Wendungen hat es Cecelia Ahern geschafft, dass ich die Vertrauenswürdigkeit von diversen Nebencharakteren hinterfragt habe. Vor allem bei einem Charakter, bei dem ich mir eigentlich sicher war, dass sich Celestine auf seine Unterstützung verlassen kann, habe ich mich auf einmal gefragt, ob er nicht ein ganz anderes Ziel verfolgt. Celestine musste sich also auch dieses Mal mit Rückschlägen auseinandersetzen.

Zum Ende und den Ereignissen in den vorherigen Kapiteln möchte ich eigentlich nichts sagen, außer, dass sie unglaublich mitreißend waren und ich voll und ganz mitgefiebert habe. Der Epilog hätte etwas länger sein können, aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau ;)

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- Sarina