Montag, 4. Juli 2016

[Filmgedanken] Ein ganzes halbes Jahr

 
 

 
Louisa Clark und William Traynor könnten kaum unterschiedlicher sein. Sie ist eine junge Frau aus der Kleinstadt, die in einem Café arbeitet und mit ihrem einfachen Leben zufrieden ist, obwohl sie noch bei ihren Eltern wohnt und ihr Freund Patrick so gar nicht zu ihr passt. Will dagegen ist depressiv und launisch, seit er, der vormals erfolgreiche, draufgängerische Banker, im Rollstuhl sitzt. Zwei Jahre ist sein Unfall her, sein Leben hält Will nicht mehr für lebenswert – doch da lernt er Louisa kennen, die ihren Job im Café verloren hat und von Wills Mutter Camilla nun für sechs Monate angestellt wurde, als emotionale Stütze für den Sohn. Lou kennt von Anfang an keine falsche Zurückhaltung und so verstehen sie und Will sich nach ersten Anlaufschwierigkeiten bald sehr gut. Sie merkt, dass ihr Wills Glück immer wichtiger wird – und ist alarmiert, als ihr dämmert, warum sie nur für sechs Monate eingestellt wurde…

 
 

 
Als ich erfahren habe, dass Lou’s und Wills Geschichte verfilmt werden soll, war ich wahrscheinlich mitunter die einzige, die sich nicht darüber gefreut hat, da ich mir sicher war, dass es der Film niemals schaffen würde, dem Buch gerecht zu werden. Aber ich habe mich getäuscht! Als ich der Trailer herauskam und ich gesehen habe wie gut Sam Claflin und Emilia Clark miteinander harmonieren, war ich hin und weg und konnte es gar nicht erwarten bis der Film in die Kino kommt. Schließlich war es soweit und ich saß im Kino. 

* Handlung 

Der Film hatte kaum begonnen, da konnte ich meinen Blick schon nicht mehr von der Leinwand lösen. Ich war vollkommen in den Bann gezogen. Es gab für mich nur noch Lou und Will. Nachdem schicksalhaften Moment, der Wills Leben für immer verändern wird, gab es einen Cut und wir haben erst einmal Lou, ihre Familie und ihren Freund Patrick kennengelernt. Dies hat allerdings nicht so viel Zeit in Anspruch genommen…d.h. Wir mussten auch nicht so lange auf die erste Begegnung zwischen Lou und Will warten.


Die weitere Handlung ist geprägt von Wills sarkastische Kommentaren und Lou’s uneingeschränktem Optimismus, was sie sehr humorvoll gemacht und für einige Schmunzler sowie Lacher gesorgt hat. Einerseits hat es mir gut gefallen, dass 2/3 des Films von einer positiven Stimmung beherrscht waren. Andererseits fand ich es schade, dass dadurch die Emotionalität, das Berührende an der Geschichte ein bisschen verloren gegangen ist. Schöne und emotionale Szenen sind leider unter dem Lachen meiner Mitseher untergegangen. Ich hätte wirklich heulen können! Das Buch hatte natürlich auch humorvolle Stellen, allerdings standen sie dort nicht im Vordergrund.

Außerdem gab es viele Szenen u.a. zwei meiner absoluten Lieblingsszenen, die so umgesetzt waren, wie ich sie mir während des Lesens vorgestellt habe, relativ kurz bzw. zu schnell abgehandelt wurden, sodass man nur wenig Zeit hatte die schönen u. romantischen Momente so richtig zu genießen. Ich hätte gerne viel mehr Lou und Will gehabt!


Zum Glück ist die besondere Verbindung zwischen Hauptcharakteren trotz allem herübergekommen. An Kleinigkeiten konnte man beobachten wie sie sich langsam näher kommen und tiefere Gefühle füreinander entwickeln.

Das letzte Drittel war sehr sehr emotional und traurig. Ich habe richtig mit Lou mitgefühlt und mitgelitten. Als dann noch Ed Sheerans Song „Photograph“ (Damit hat mir bereits der Trailer Gänsehaut bereitet) eingesetzt hat, wurde mir mein Herz endgültig gebrochen und mir sind die Tränen in die Augen geschossen.   

* Schauspieler 

Emilia Clarke und Sam Claflin sind für mich die perfekte Besetzung von Lou und Will. Die beiden spielen sie nicht nur, sondern sie sind sie. Emilia Clarke hat Lou so erfrischend und lebensfroh verkörpert. Sie hat geradezu vor guter Laune gesprüht. Achja und ihre Kostüme waren einfach er Hammer – absolut Lou würdig. (Ich hätte auch gerne so eine Hummelstrumpfhose^^) Über Sam Claflin kann ich nur das gleiche sagen. Er hat uns den mürrischen und sarkastischen Will, aber auch den charmanten Will, in dem man sich nur verlieben kann, gezeigt. 

Lou’s Schwester Treena mochte ich echt gerne und ich war froh, dass Lou so jemanden an ihrer Seite hat. Dass ich so gedacht habe, war wirklich eine Überraschung, da ich Treena im Großteil des Buches echt unsympathisch fand.

Auch Matthew Lewis (er wird für mich immer Neville Longbottom bleiben) hat es geschafft mir Patrick um einiges erträglicher zu machen. Stellenweise tat er mir sogar fast ein wenig leid…

Obwohl ich wusste, dass Charles Dance Wills Vater spielt, war mein erster Gedanke, als er im Film aufgetaucht ist, „Schau mal da ist Tywin Lannister“  

* Sonstiges

Das Setting hat mir unheimlich gut gefallen, da es meinen Vorstellungen sehr nahe gekommen ist. 


Schade, dass die Handlung stellenweise ziemlich verkürzt und Details ausgespart wurden. Mir ist natürlich klar, dass nicht alles aus dem Buch in den Film übernommen werden kann und sonst stört mich das auch gar nicht, hier war das allerdings anders, da mir durch die fehlenden Szenen ein bisschen was gefehlt hat. Wie oben schon erwähnt, hätte ich gerne mehr gemeinsame Momente mit Lou und Will gehabt.

Ansonsten waren vor allem die Dialoge sehr nah an (wenn nicht sogar identisch) mit der Romanvorlage. Man hat gemerkt, dass Jojo Moyes beim Drehbuch ihre Finger mit im Spiel hatte.  

 
Auch die paar Kleinigkeiten, die ich zu bemängeln hatte, ändern nichts daran, dass „Ein ganzes halbes Jahr“ ein sehr schöner und berührender Film war. Emilia und Sam, die übrigens die perfekte Besetzung für Lou und Will waren, haben von der ersten Sekunde an dafür gesorgt, dass ich meinen Blick nicht mehr von der Leinwand lösen wollte. Ich habe gelacht, geweint, gehofft und resigniert, nur um wieder zu hoffen und mit den Charakteren mitzufiebern. 


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- Sarina