Samstag, 4. Juni 2016

(Leseeindruck) "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo

http://www.suhrkamp.de/buecher/romeo_und_romy-andreas_izquierdo_36141.html 
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Romy könnte eine große Schauspielerin sein, aber niemand sieht sie, denn sie ist nur die Souffleuse. Aber auch das nicht lange, denn nach einem harmlosen Flirt mit Hauptdarsteller Ben, dessen einzige schauspielerische Glanzleistung sein Auftritt als »Frischedoktor« in einem Waschmittelspot ist, wird sie gefeuert. Und Ben kurz nach ihr. Romy kehrt zurück in ihr winziges Dorf, um dort ihr Erbe anzutreten. Hier leben nur noch Alte. Und die haben sich in den Kopf gesetzt, rasch das Zeitliche zu segnen, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Plätze frei. Wer da zu spät kommt, muss auf den Friedhof ins Nachbardorf. Und da gibt es – wie jeder weiß – nur Idioten. Romy schmiedet einen tollkühnen Plan: Sie will mit den Alten ein elisabethanisches Theater bauen. Aus der gammeligen Scheune hinter ihrem Hof. Und mit ihnen Romeo und Julia auf die Bühne bringen. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Der »Frischedoktor« soll Regie führen! Ben ist begeistert: Regisseur! Das könnte unter Umständen der erste Job werden, den er nicht voll gegen die Wand fährt ...

 
Den Anfang von „Romeo & Romy“ fand ich ein wenig verwirrend, da hier die Perspektivwechsel fast übergangslos stattfanden und man nicht wusste wer denn nun gerade als Erzähler fungiert. Allerdings habe ich mich relativ schnell daran gewöhnt und in die Geschichte gefunden. Darüber bin ich wirklich froh, da mir ansonsten ziemlich was entgangen wäre. „Romeo & Romy“ ist ein unterhaltsamer , herzerwärmender und berührender Roman, der mich zum Lachen gebracht, der aber auch mehr als einmal für einen dicken fetten Kloß in meinem Hals gesorgt und mich mit den Tränen kämpfen ließ. Die Geschichte ist nämlich tiefgründiger als ich zunächst angenommen hatte. Die eine oder andere Wendung bzw. Szene hat mich wirklich sehr berührt.

Der Handlungsverlauf ist von einigen Auf und Ab’s durchzogen, was mich wiederum an die Seiten gefesselt hat. Romy und die Großzerlitzer erleben Momente der Freunde, aber auch Momente der Niedergeschlagenheit und Entmutigung. Ich habe richtig mit ihnen mitgefiebert und gehofft, dass sie es schaffen werden das Theater fertig zu stellen und Romeo und Julia auf die Bühne zu bringen.

Die liebenswerten Charaktere waren für mich die große Stärke dieses Romans. Man schließt sie alle mehr und mehr in sein Herz. Selbst Ben, bei dem ich lange nicht wusste, was ich von ihm halten soll, mochte ich mit der Zeit. Am schönsten fand ich jedoch wie groß der Zusammenhalt in diesem kleinen Dörfchen ist. Sie sind alle füreinander da und helfen sich gegenseitig. Sie sind nicht nur Nachbarn oder Freunde…Nein sie sind eine große Familie.

Mir hat die Entwicklung der alten Leute sehr gut gefallen. Am Anfang des Buches hat man deutlich gemerkt, wie alle bereits aufgegeben hatten. Durch den Bau des Theaters hat jedoch jeder eine neue Aufgabe erhalten und so das Gefühl bekommen, dass er oder sie noch gebraucht wird. Sie sind währenddessen richtig aufgeblüht.

Zum Schluss muss ich noch einen kleinen Kritikpunkt äußern: Mir war das eine oder andere Geschehen ein wenig zu überzogen und auch das Drama war mir teilweise too much.  

 
Romeo & Romy“ ist eine unterhaltsame, herzerwärmende und berührende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. Ich habe sie innerhalb kürzester Zeit gelesen und kann euch jetzt nichts anderes raten als es mir gleich zu tun. 

Ein schönes Zitat aus dem Buch:

„Es gibt nicht die eine Liebe, die alles festlegt. Die Welt hat viel zu bieten. Und manchmal muss man länger suchen, bis man findet, was das Herz berührt.“ - S.392


 
Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman König von Albanien (2007), der mit dem Sir-Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman Apocalypsia (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller Das Glücksbüro (2013) und Der Club der Traumtänzer (2014).  [Quelle: Verlagshomepage Suhrkamp/Insel Verlag]



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- Sarina