Freitag, 10. Juni 2016

(2 in 1) "Der Trick" von Emanuel Bergmann und "Todeszeitpunkt" von Rob McCarthy

http://www.diogenes.de/leser/katalog/nach_autoren/a-z/b/9783257069556/buch 
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Einst war er der »Große Zabbatini«, der 1939 in Berlin als Bühnenzauberer Erfolge feierte, heute ist er ein mürrischer alter Mann in Los Angeles, der den Glauben an die Magie des Lebens verloren hat. Bis ihn ein kleiner Junge aufsucht, der mit Zauberei die Scheidung seiner Eltern verhindern will.

  
Ich habe das Buch von einer Kollegin empfohlen bekommen, als wir uns ein wenig über unseren Lesegeschmack ausgetauscht haben. Und ich bin sehr sehr dankbar dafür, denn ohne sie hätte ich in nächster Zeit bestimmt nicht zu „Der Trick“ gegriffen. Das wäre jedoch jammerschade gewesen, da „Der Trick“ ein großartiges Buch ist. (Naja mal abgesehen davon, dass der Großteil der Charaktere irgendwie unsympathischen sind -> Das ist übrigens auch der Grund, warum ich nur 4 Sterne vergeben habe) Es ist berührend, mitreißend, tiefgründig aber auch sehr unterhaltsam. Bereits nach den ersten Seiten hatte mich die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen. Sie hat einen ganz eigenen Charme versprüht, der mich sofort erreicht und irgendetwas in mir zum Schwingen gebracht hat. Jedenfalls konnte und wollte ich mich der Geschichte nicht mehr entziehen. Der wunderbare Schreibstil des Autors hat seinen Teil dazu beigetragen. Seine Sprache ist wunderschön und seine Erzählungen absolut bildhaft, sodass man sich alles vor dem inneren Auge vorstellen konnte. Man hatte das Gefühl hatte gerade mit vor Ort zu sein. Obwohl bei den Erzählungen des Autors immer eine gewisse Leichtigkeit mitschwang, hat er es trotzdem geschafft, dass einen die berührende Momente erreicht haben.

Es war wirklich spannend den Weg von Max und Mosche mitzuverfolgen – vor allem da ihre Geschichten auf zwei Zeitebene spielen. Während sich Max in der Gegenwart auf der Suche nach dem großen Zabbatini macht, damit dieser dafür sorgt, dass seine Eltern wieder zusammen kommen, reißt Mosche in der Vergangenheit von zu Hause aus, um sich dem Zauberzirkus anzuschließen. Dafür lässt er nicht nur sein altes Leben, sondern auch seine Identität hinter sich. Ich muss sagen, dass ich Mosches Kapitel noch ein wenig interessanter fand. Insbesondere nach dem ich sein älteres, verbittertes und griesgrämiges Ich kennengelernt habe, wollte ich unbedingt wissen, wie aus dem Junge, der von der Zirkuswelt absolut verzaubert war, Hoffnungen und Träume hatte, das werden konnte.   
 

http://www.rowohlt.de/taschenbuch/rob-mccarthy-todeszeitpunkt.html 
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Tagsüber arbeitet Harry Kent als Arzt in einem Londoner Krankenhaus, nachts ist er im Dienst der Polizei unterwegs - als Force Medical Examiner. Nicht nur, um die Polizei zu unterstützen, sondern auch, um an Informationen heranzukommen. Über Patienten, um die sich keiner kümmert, die niemand vermisst. Wie das das Mädchen mit den pinkfarbenen Haaren, das alle nur Zara nennen und das im Koma liegt. Bei einem neuen Einsatz soll Harry den siebzehnjährigen Salomon Idris medizinisch versorgen. Der schwerkranke Teenager hat in einem Take-away acht Geiseln genommen und verlangt, einen Anwalt und einen BBC-Reporter zu sprechen. Doch bevor Harry ihm helfen kann, wird Solomon von der Polizei angeschossen. Harry lässt das Schicksal des Jungen nicht los, er will wissen, was ihn zu dieser Verzweiflungstat trieb. Als Solomons Leben auch im Krankenhaus bedroht wird, begreift Harry, dass der Junge etwas wissen muss, das niemals an die Öffentlichkeit dringen soll. Etwas, für das jemand bereit ist zu töten.

 
"Todeszeitpunkt" ist ein guter und spannender Krimi, allerdings braucht man zu Anfang einen etwas langen Atem, denn nachdem Harry in den Schnellimbis gerufen wird, um den Teenager Solomon, der sich hier drin mit den Gästen verschanzt hat, medizinische zu versorgen, dieser jedoch angeschossen wird bevor er ihm richtig helfen kann, spielt sich die Geschichte hauptsächlich im Krankenhaus ab. Es geht vor allem um die medizinische Versorgung, die nötig ist um Solomon das Leben zu retten. Dabei wird mit einigen medizinischen Fachbegriffen um sich geworfen. Und obwohl der Schreibstil des Autors sehr flüssig zu lesen ist, musste ich mich etwas durch die Seiten kämpfen. Es gab zwar den einen oder anderen Moment, in dem ich dachte, dass man diesem Hinweis über Solomon nachgehen sollte, doch erst als es zu einem ganz bestimmten Vorfall kam, war mein Interesse und meine Neugier endgültig geweckt. Spätestens ab da wurde es auch zunehmend spannender und mitreißender. Harry lässt das Schicksal von Solomon Idris nicht mehr los, sodass er zunehmend mehr in dessen Vergangenheit wühlt. Das scheint jedoch irgendjemandem nicht zu gefallen…Jede neue Enthüllung hat den Fall in ein anderes Licht rücken lassen (Das Ausmaß ist viel größer als man zunächst gedacht hatte)und man wollte umso dringender wissen, was hinter der ganzen Sache steckt. Mit einer meiner Vermutungen lag ich sogar zum Teil richtig, die endgültige Auflösung konnte mich aber dennoch überraschen.

Obwohl ich mit Harry nicht vollkommen warm geworden bin, hat er mir als Protagonist alles in allem gut gefallen. Er ist zwar alles andere als perfekt, aber ich fand es toll, wie er sich für Solomon Idris eingesetzt und für ihn gekämpft hat. Im Gegensatz zur Polizei, die in ihm einfach nur einen gewöhnlichen Kriminellen sieht – in London sind solche Teenager wie er einfach Alltag - und nicht wirklich daran interessiert ist, was das Motiv für seine Tat war, war es für ihn wichtig zu verstehen, warum er das alles getan hat.
 


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- Sarina