Samstag, 9. April 2016

(Leseeindruck) "Und ein ganzes Jahr" von Gayle Forman

http://www.fischerverlage.de/buch/und_ein_ganzes_jahr/9783841421074 
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Wenn Du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden?

Als er seine Augen öffnet, weiß Willem zuerst nicht wo er sich gerade befindet - Prag, Dubrovnik oder zurück in Amsterdam. Alles, was er weiß, ist, dass er wieder alleine ist und dass er unbedingt ein Mädchen namens Lulu finden muss. Die beiden haben einen wunderschönen Tag in Paris verbracht und etwas an diesem Tag, lässt Willem glauben, dass sie füreinander bestimmt sind. In der Hoffnung sie wiederzufinden, reist Willem durch die ganze Welt. Doch als die Wochen und Monate vergehen, erscheint ein Wiedersehen mit Lulu immer unwahrscheinlicher. Hat das Schicksal doch nicht so viel Macht, wie er immer geglaubt hatte?

(Da mir die deutschen Kurzbeschreibungen nicht gefallen haben, habe ich den englischen Klappentext kurz übersetzt)

 
Nachdem ich in „Nur ein Tag“ Allyson und ihre Suche nach Willem mitverfolgen durfte, war ich sehr gespannt darauf, wie es für Willem nach dem gemeinsamen Tag in Paris weitergegangen ist. Außerdem wollte ich unbedingt mehr über ihn erfahren, da er in „Nur ein Tag“ leider ziemlich undurchsichtig geblieben ist.

Kaum angefangen zu lesen, konnte ich auch schon nicht mehr damit aufhören, da mich die Geschichte gleich wieder in ihren Bann gezogen hatte. Das lag zum einen an Gayle Formans Schreibstil. Dieser ist nicht nur locker und leicht zu lesen, sondern erzeugt auch eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Darüber hinaus fand ich es toll, dass wir wieder einige Länder bereisen durften und einen Eindruck von Land und Leute bekommen haben. Leider gab es hier zwischendurch mal die eine oder andere Länge, was mein Lesevergnügen jedoch nur wenig geschmälert hat.

Willem haben wir als sorglosen, spontanen und abenteuerlustigen jungen Mann kennengelernt, der mit seiner Begeisterung einfach jeden mitreißt. Doch auch während seiner gemeinsamen Zeit mit Allyson habe ich schon bemerkt, dass nicht alles so ist, wie er es seinem Gegenüber weißmachen möchte. Es gibt nicht nur den selbstbewussten und fröhlichen Willem de Ruiter, der von sich und seinen Handlungen absolut überzeugt ist, sondern auch einen, der unsicher ist und sich einsam fühlt. Es gibt Probleme in seinem Leben, die er allerdings lieber verdrängt und von sich fern hält, anstatt sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Als Willem nach seinem Aufenthalt in Paris in seine Heimat zurückkehrt (und mit seinen alten Problemen konfrontiert wird), findet er einfach keine Ruhe. Hinzukommt, dass er Allyson einfach nicht vergessen kann. Am liebsten würde er sofort ins nächste Flugzeug steigen, um den Kopf wieder frei zu bekommen, doch er tut es nicht. Daran hat man zum ersten Mal gemerkt, dass Paris auch ihn bereits verändert hat. Stattdessen beschließt er sich auf die Suche nach Allyson zu machen. Ein ganzes Jahr lässt er sich mal hier hin und mal dorthin treiben…Dabei lernt er einiges über sich selbst und findet langsam aber sicher seinen Platz im Leben.

Willem mag ich immer noch sehr gerne, auch wenn mir sein vielen „Frauenbekanntschaften“ ein wenig sauer aufgestoßen sind. Ich hatte das Gefühl, dass wir wirklich in jedem Land auf eine Céline oder Anna Lucia treffen würden, wenn wir uns die Mühe machen würden nach ihnen zu suchen. Für Willem sind sie alle nur lose Bekanntschaften, die Mädchen machen sich allerdings Hoffnungen, dass Willem eines Tages wieder zu ihnen zurückkommt.

Zum Schluss möchte ich noch einen Nebencharaktere erwähnen, bei dem ich mich sehr über das Wiedersehen gefreut habe: Brodje. Brodje ist Willems besten Freund und hatte sowohl in „Nur ein Tag“ als auch in „Und noch eine Nacht“ einen kleinen Auftritt. Doch diese kurzen Auftritte haben gereicht, um ihn mir total sympathisch zu machen.  


„Und ein ganzes Jahr“ von Gayle Forman hat mir sogar noch ein bisschen besser wie sein Vorgänger gefallen. Das lag zum einen daran, dass ich Willem und seine Art zu leben echt faszinierend fand. Zum anderen hat es mir sehr gut gefallen, auch ihn dabei begleiten zu dürfen, wie er zu sich selbst findet bzw. mit sich selbst ins reine kommt - vor allem da der Weg bis dahin, wirklich schön und authentisch von der Autorin gestaltet wurde.


Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹ und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. [Quelle: Verlagshomepage S. Fischer Verlage]

 



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- Sarina