Donnerstag, 7. April 2016

(Leseeindruck) "Nur ein Tag" von Gayle Forman

http://www.fischerverlage.de/buch/nur_ein_tag/9783841421067 
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Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist. 

 
Der Einstieg in das Buch hat mir richtig gut gefallen. Unsere Protagonistin Allyson blickt dort auf die vergangenen Ereignisse zurück und kommt schließlich zu dem Schluss, dass sie immer noch die alte Allyson wäre, wenn sie damals in die Aufführung von Hamlet gegangen wäre, anstatt sich das Stück von Willem und seiner Theatergruppe anzusehen. In dieser Aussage steckt so viel Wahrheit. Jede unserer Entscheidungen hat Einfluss darauf welche Richtung unser Leben einschlägt. Ich glaube jeder von uns hat sich schon einmal gefragt, wie unser Leben aussehen würde, wenn wir so oder so entschieden hätten.

Danach werden wir mitten in die eigentliche Handlung hineingeworfen, wo wir auf Allyson und ihre beste Freundin Melanie treffen, die sich gerade in Stratford-upon-Avon, der letzten Etappe ihrer Europarundreise, befinden. Ich hatte erwartet, dass die Mädels traurig sein würden, dass ihre Reise bald vorüber sein wird, doch bei Allyson habe ich fast eher Erleichterung gespürt. Im Vorfeld hatte sie sich die Reise nämlich ganz anders vorgestellt...Da ihnen pro Stadt jeweils nur ein Tag zur Verfügung stand, blieb immer nur Zeit die üblichen Touristenattraktionen abzuklappern. So konnten sie ihren Aufenthalt in den fremden Ländern gar nicht richtig genießen. Aber da kannte Allyson auch Willem noch nicht. Der attraktive Schauspieler kann sie mit seiner Spontanität und Abenteuerlust einfach sofort mitreißen, sodass sie sich schließlich darauf einlässt mit ihm einen Tag in Paris zu verbringen. Was sie da noch nicht weiß: Dieser Tag wird ihr ganzes Leben verändern…

Der Funke wollte jedoch erst einmal nicht so richtig überspringen und das obwohl mir die Geschichte und Gayle Formans Schreibstil sehr gefallen haben. Es lag vielmehr daran, dass ich erst einmal nicht mit Allyson klar kam. Einerseits beschwert sie sich darüber, dass sie auf ihrer Reise nicht genug Abenteuer erlebt hat, dass die Spontanität gefehlt hat. Andererseits hat sie aber auch nie Lust gehabt Melanie und die anderen abends zu begleiten, wenn sie etwas trinken gehen und die Stadt noch ein wenig erkunden wollten.

Das hat sich allerdings geändert, als Allyson und Willem in Paris ankommen. Dieser eine Tag in Paris, den ich mit Allyson und Willem erleben durfte, hatte tatsächlich etwas Magisches. Gayle Forman hat es geschafft mir das Gefühl zu vermitteln, mit vor Ort zu sein und mit ihnen durch die Straßen zu ziehen. Ein erstes Knistern zwischen unseren beiden Protagonisten habe ich ebenfalls gespürt. Ich war richtig an die Seiten gefesselt, da ich wissen wollte was als nächstes passiert bzw. was sie als nächstes erleben werden. Allyson Faszination für Willem konnte ich ebenfalls immer besser verstehen. Er ist locker, spontan und abenteuerlustig und reist einen mit seiner Begeisterung einfach total mit. Trotzdem ist er mir bis zum Schluss ein Buch mit sieben Siegeln geblieben.

Dann kam das vollkommen unerwartete: Ich dachte wirklich, dass es in diesem Buch nur um den einen Tag gehen wird, denn Allyson und Willem in Paris verbringen, gehen wird. Dem ist allerdings nicht so. Im zweiten Teil des Buches geht es vor allem darum, welchen Einfluss dieses kleine Abenteuer auf ihr Leben hat, als sie wieder in den USA ist. Und ich muss sagen, dass mir dieser Teil fast noch besser gefallen hat. Wir dürfen nämlich verfolgen, wie sich Allyson langsam aber sich weiterentwickelt und erwachsen wird, wie sie anfängt sich aus ihrem total überhüteten Elternhaus zu befreien und auf eigenen Beinen zu stehen. Außerdem findet sie heraus, was sie vom Leben wirklich möchte. An manchen Stellen hat mich Allyson aber auch ein wenig genervt. Sie sagt zwar, dass sie Willem finden möchte, doch sie hat immer wieder nach Gründen gesucht, weshalb sie es besser nicht tun sollte.

Das Ende war leider viel zu offen. Aus diesem Grund habe ich mir sofort „Und noch eine Nacht“, das Bonuskapitel, in dem wir erzählt bekommen, wie es für die beiden nach dem Ende weitergeht, heruntergeladen und gelesen.  

 
Mit „Nur ein Tag“ erzählt Gayle Forman eine ganz wunderbare Geschichte, die mich zwar nicht von Anfang an, jedoch den Großteil des Buches über an die Seiten fesseln konnte und meine eigene Reiselust geweckt hat. Obwohl ich mit Allyson erst einmal warm werden musste, habe ich es sehr genossen sie auf ihrem Weg zu begleiten. Dabei war es schön zu sehen, wie sie langsam aber sicher zu sich selbst findet sowie den Mut dazu aufzubringen über ihren eigenen Schatten zu springen und auch mal etwas Verrücktes zu wagen.  


Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹ und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. [Quelle: Verlagshomepage S. Fischer Verlage]

 


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- Sarina