Sonntag, 17. April 2016

(Leseeindruck) "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan

http://www.oetinger.de/buecher/jugendbuecher/alle/details/titel/3-7891-0371-3/22028/36147/Autor/Ruth/Olshan/All_die_sch%F6nen_Dinge.html 
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Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiss, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie… 

 
Ruth Olshan wirft den Leser direkt ins Geschehen, wo wir sogleich die Bekanntschaft mit der Protagonistin Tammie und ihrem mehr als untypischen Hobby machen dürfen. Tammie ist in ihrer Freizeit gerne auf Friedhöfen unterwegs, da sie nach dem perfekten Grabsteinspruch sucht. Was der Grund dafür ist, darüber werden wir nicht lange im Ungewissen gelassen. Tammie hat ein Aneurysma im Kopf, das jederzeit platzen kann. Der Tod ist sozusagen ihr ständiger Begleiter. Er bestimmt ihre Gedanken, ihr Handeln und ihren Alltag.

Neben der Protagonistin Tammie lernen wir auf den ersten Seiten allerdings auch Fynn kennen. Dieser ist ebenfalls oft auf dem Friedhof, da es seine Aufgabe ist zu überprüfen, ob die Grabsteine noch fest mit dem Boden verankert sind. Die Szene, in der Tammie zum ersten Mal auf Fynn aufmerksam wird, hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht, da sie doch etwas komisch war.

Tammie war mir alles in allem sehr sympathisch, wenn ich auch finde, dass sie dem Aneurysma und dem Tod viel zu viel Raum in ihrem Handeln und Denken einräumt. Darüber vergisst sie ihr Leben zu genießen. Ich kann zwar verstehen, dass wenn man krank ist, sich die Gedanken fast automatisch darum kreisen, vor allem wenn man noch weiß, dass es jeden Moment zu Ende sein könnte, aber es darf das eigentliche Leben nicht überschatten. Man sollte trotz allem oder gerade deswegen so viel Spaß wie nur möglich haben. Genau das macht ihr Fynn im Laufe der Geschichte klar.

Fynn mochte ich ebenfalls sehr gerne. Er ist ein lieber, netter und humorvoller Kerl. Man merkt schnell, dass er wirklich an Tammie interessiert ist und gerne Zeit mit ihr verbringt. Sein Hund Okay, ohne den wir ihn niemals antreffen, war ein weiterer Pluspunkt für ihn.

Die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen. Das Lesen hat Spaß gemacht, aber vollkommen überzeugt war ich noch nicht. Das lag vielleicht daran, dass sich die Liebesgeschichte zwischen Tammie und Fynn einfach zu schnell entwickelt hat. Beide kennen sich erst seit ein paar Tagen und wissen eigentlich kaum etwas voneinander, aber Tammie redet schon vom Verliebtsein. Außerdem macht sie sich Gedanken darüber, dass sie mit Fynn auch schlafen möchte, was mich ein wenig überrumpelt hat. Immerhin hatte sie ein paar Seiten vorher noch Bedenken, ob sie sich überhaupt auf ihn einlassen soll. Ich hötte es schön gefunden, wenn die Autorin den beiden mehr Zeit gegönnt hätte (was wiederum ein paar mehr Seiten für das Buch bedeutet hätte), um sich richtig kennenzulernen. Dann wäre ich auch voll und ganz hinter der Liebesgeschichte gestanden. Tammie und Fynn passen nämlich richtig gut zusammen. Ach ja an einigen Stellen hat sich die ganze Handlung ein wenig überschlagen, was mich etwas verwirrt zurückgelassen hat, sodass ich die Sätze ein zweites Mal lesen musste.

In der zweiten Hälfte ist die Stimmung ein wenig umgeschlagen. Es wurde trauriger und bedrückender. Leider Handlung konnte mich auch hier die Handlung nicht wirklich packen, was lag daran, dass hier ebenfalls einiges verworren war und ich ab und zu nicht durchgeblickt habe. Außerdem fand ich es schade, dass Tammie in den Hintergrund gerückt ist, da hier noch der eine oder andere Handlungsstrang dazukam. Vom Ende war ich dagegen überraschend. Ich hatte mit einem anderen Ausgang gerechnet.  

 
„All die schönen Dinge“ von Ruth Olshan lässt mich leider etwas unentschlossen zurück. Es war zwar alles in allem eine gute Geschichte und sie hat mir auch einige schöne Lesestunden bereitet, aber insgesamt hat sie mich nicht so emotional mitgenommen, wie ich erwartet hatte. Auch was den Handlungsverlauf betrifft wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ein paar mehr Seiten, damit die Geschichte mehr Raum hat, um sich richtig entfalten zu können, wären nicht schlecht gewesen.  
 

 
Ruth Olshan wurde 1970 in Moskau geboren. Ein Jahr später emigrierte die Familie nach Israel, 1974 kam sie nach Deutschland. Aufgewachsen in Berlin studierte Olshan über ein Stipendium in Leeds (UK) und Köln Filmregie und Drehbuch. Sie arbeitet als freie Autorin und Filmemacherin für Dokumentar- und Spielfilm. Für ihr Werk wurde Olshan mehrfach ausgezeichnet. Ihre Erfahrung als Drehbuchautorin und Filmemacherin bereichert ihr Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur.  [Quelle: Verlagshomepage Oetinger Verlagsgruppe]




1 Kommentar:

  1. Hallöchen liebe Sarina,
    deine Rezension ist jetzt der ausschlaggebende Punkt, dass ich dieses Buch von meiner Liste streiche. Ich habe schon sehr viele Rezensionen gelesen. Viele waren deiner Meinung, andere waren sehr begeistert, aber ich glaube, dass es mir mit dem Buch so gehen würde wie dir und daher vertraue ich dir da jetzt mal. :)

    Liebst, Lotta

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- Sarina