Donnerstag, 24. März 2016

(Leseeindruck) "Witch Hunter" von Virginia Boecker

http://www.dtv-dasjungebuch.de/buecher/witch_hunter_76135.html 
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Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.
 
Der Klappentext von Witch Hunter hat meine Neugier sofort geweckt, weshalb ich es gar nicht erwarten konnte mich in Virgina Boeckers Buch zu vertiefen. Auf den ersten Seiten ist der Autorin der Spannungsaufbau sehr gut gelungen. Ohne großes Vorgeplänkel werden wir mitten ins Geschehen geworfen und direkt Zeugen bei einer wöchentlichen Hexenverbrennung. Im Anglia des 16. Jahrhunderts ist jegliche Art von Magie verboten. Wer dieses Verbot missachtet und mit einschlägigen Büchern, Kräutern etc. erwischt wird, wird zum Tode verurteilt. Denn es darf nicht noch einmal so weit kommen, dass eine durch Magie hervorgebrachte Krankheit wie die Pest, dass gesamte Land zugrunde richtet. Für das Aufspüren und Verhaften von Hexen gibt es Hexenjäger wie unsere Protagonistin Elizabeth und ihren besten Freund Caleb. Begierig habe ich jedes Fitzelchen Information, das ich über Anglia, das Leben dort und die Arbeit der Hexenjäger bekommen konnte, in mich aufgesogen.

Schließlich kommt es zu der schicksalhaften Wende: Elizabeth wird mit Hexenkräutern in der Tasche erwischt und gerät dadurch selbst in den Verdacht eine Hexe zu sein. Zum Glück wird sie in letzter Sekunde von dem mächtigsten Magier des Landes, Nicholas Perevil, befreit…Unerwarteterweise ging es ab diesen Punkt leider bergab mit meiner übermäßigen Begeisterung. Das lag zum daran, dass die Spannung – zumindest in meinen Augen - ganz schön abgeflacht ist. Die Geschichte war zwar weiterhin interessant und nett zu lesen, aber ich konnte das Buch auch mal zur Seite legen, ohne den Drang zu verspüren unbedingt weiterlesen zu müssen. Grund hierfür: Mir war es einfach zu vorhersehbar, wer der/die Gute(n) bzw. der/die Böse(n) sind.

Außerdem hatte ich einige Probleme mit Elizabeth, was mich ebenfalls überrascht hat, da ich sie zu Anfang eigentlich noch sehr sympathisch fand. (Mir hat vor allem ihre taffe und selbstbewusste Art gefallen.) Ich konnte verstehen, dass sie gegenüber Nicholas und seinen Freunden erst einmal misstrauisch geblieben ist – immerhin hat sie jahrelang gelernt Zauberer und Magie zu hassen– doch nach einer gewissen Zeit, als sie gesehen hat, dass Nicholas nicht darin interessiert ist, ihr etwas anzutun, hätte sie ihre Haltung schon mal ein wenig überdenken bzw. kritisch hinterfragen können. Aber nein! Stattdessen schmiedet sie den Plan Nicholas auszuspionieren, um ihn an den Inquisitor auszuliefern um dessen Gunst zurückzugewinnen. Hä? Sie möchte die Gunst des Mannes zurückgewinnen, der sie ohne mit der Wimper zu zucken zum Tode verurteilt hat, dem es egal war ob sie schuldig ist oder nicht?! Hätte sie da nicht zum ersten Mal zweifeln müssen, ob diese Gesetze wirklich so richtig sind? Vielleicht habe ich auch ein wenig empfindlich reagiert, weil mir Nicolas, John und George mit jeder Seite sympathischer wurden.

Schließlich habe ich es geschafft dieses kleine Tief zu überwinden, sodass mich die Handlung doch noch an die Seiten fesseln konnte. Ich wollte über etwas ganz Bestimmtes unbedingt mehr erfahren, daher habe ich auch unentwegt weitergelesen. Auf der Suche nach des Rätsels Lösung haben einige Überraschungen und unerwartete Wendungen auf mich gewartet. So hat sich u.a. gezeigt hat, dass ich, was Caleb und seine Rolle in der ganzen Geschichte angeht, das absolut richtige Näschen hatte. Die Ereignisse auf den letzten Seite und das Ende haben mir richtig Lust auf mehr gemacht. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass man eine gewisse Entwicklung bei Elizabeth gesehen hat, sodass sie mir doch noch sympathisch wurde.

Aus ihrem Weltentwurf und ihrer Thematik hätte Virginia Boecker noch mehr herausholen können. Für mich hat sie bei vielem nur an der Oberfläche gekratzt. Auch die Charaktere (mit Ausnahme von Elizabeth) sind leider viel zu blass geblieben. Schade, immerhin spielen Nicolas, John, Fifer und George keine unbedeutenden Rollen. Zwar sind sie mir nicht völlig fremd geblieben, aber ich hatte einfach kein Gesicht vor Augen. 

  
Obwohl ich „Witch Hunter“ von Virginia Boecker alles in allem sehr gerne gelesen habe, kann ich mich dem allgemeinen Begeisterungssturm nicht vollkommen anschließen. Dafür hat mir in der ersten Hälfte des Buches einfach die Spannung gefehlt. Für mich war einfach vieles zu vorhersehbar, wodurch mich die eine oder andere Enthüllung nicht wirklich überraschen konnte. Auch mit Elizabeth hatte ich zunächst Probleme. Ich konnte ihr Verhalten stellenweise nicht nachvollziehen. In der zweiten Hälfte hat sich das Blatt allerdings gewendet. Die Geschichte konnte mich doch noch fesseln, was mich davon überzeugt hat Elizabeths Weg weiterhin verfolgen zu wollen.
 

Virginia Boecker hat ihren Abschluss in Englischer Literatur an der University of Texas gemacht. Sie lebte vier Jahre in London, während der sie sich auf jedes kleinste Detail zur mittelalterlichen Geschichte Englands gestürzt hat, die die Grundlage für "Witch Hunter", ihren ersten Roman, bildet. [Quelle: Verlagshomepage dtv]

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- Sarina