Donnerstag, 10. März 2016

(Leseeindruck) "Fremdes Glück" von A.J. Banner

http://www.egmont-lyx.de/buch/fremdes-glueck/ 
Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt auf die Verlagshomepage
In die Leseprobe hineinschnuppern?
Kaufen

 
Sarahs Leben ist perfekt: In dem verschlafenen Städtchen Shadow Cove arbeitet sie als Kinderbuchautorin, hat einen liebevollen Ehemann und ein schönes Zuhause. Alles, was ihr zum Glück noch fehlt, wäre ein Baby. Doch eines Nachts fängt das Nachbarhaus Feuer, und Sarah riskiert ihr Leben, um das einzige Kind ihrer Nachbarn zu retten. Auch Sarahs Heim fällt den Flammen zum Opfer – und sie wird das Gefühl nicht los, dass sie das eigentliche Ziel der mutmaßlichen Brandstifter war. Sie will um jeden Preis herausfinden, was hinter dem Tod der Nachbarn steckt, und stößt dabei auf Abgründe und Geheimnisse weit jenseits ihrer Vorstellungskraft. Schon bald weiß Sarah nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Oder was die Wahrheit ist. 

 
„Fremdes Glück“ hat äußerst vielversprechend angefangen. Im Prolog gab es eine äußerst dramatische Szene aus dem späteren Verlauf der Geschichte zu lesen, die meine Neugier sogleich geweckt hat. Ich wollte wissen, was bis dahin alles passieren wird und wieso es schließlich zu diesen Geschehnissen kommt.

Nach dieser einen Seite werden wir in der Zeit zurückversetzt. Die eigentliche Geschichte startet 3 Monate zuvor. Wir lernen unsere Protagonistin Sarah kennen und bekommen einen Einblick in ihr idyllisches und beschauliches Leben in der Sitka Lane. Durch diese Schilderungen kommt man schnell zu der Ansicht, dass Sarah sich wirklich nicht beschweren kann. Doch gerade da es so gut bei ihr läuft, hätte sie es nie für möglich gehalten, dass ein einziges Ereignis ihr Leben so durcheinander bringen wurde. Aber genau das ist der Fall, als das Haus ihrer Nachbarn in Brand gesteckt wird. Zwar gelingt es Sarah in letzter Sekunde das einzige Kind ihrer Nachbarn aus den Flammen zu retten, für die Eltern kommt allerdings jede Hilfe zu spät. Und auch ihr eigenes Haus wird Opfer der Flammen. Dieser Verlust macht ihr schwer zu schaffen, vor allem als die Feuerwehr feststellt, dass es vorsätzliche Brandstiftung war. Doch wer sollte so etwas tun?

Die ersten Kapitel haben mich wirklich an die Seiten gefesselt, da ich wie Sarah unglaublich betroffen von den Ereignissen war. Gleichzeitig habe ich meine Augen und Ohren offen gehalten, um die ersten Hinweise auf die Identität und die Motive des unbekannten Brandstifters zu sammeln. Ich habe zwar das eine oder andere auch gefunden, allerdings hat das nicht ausgereicht um erste Vermutungen und Theorien aufzustellen. Und dabei ist es erst einmal geblieben, denn je weiter die Geschichte fortschritt, desto mehr ist die Spannung abgeflacht. Statt des Brandes wurde der Fokus eher auf Johnny, Sarahs Ehemann, gelegt. Dieser verhält sich stellenweise ziemlich seltsam, sodass nicht nur in Sarah, sondern auch im Leser der Verdacht wächst, dass er irgendetwas verschweigt. Ist Sarah wirklich die einzige Frau in seinem Leben? Auf spektakuläre Enthüllungen musste ich – zumindest vorerst - vergeblich warten, weshalb mir stellenweise der Ansporn zum Weiterlesen gefehlt hat. Ich konnte das Buch auch einmal aus der Hand legen, ohne das Bedürfnis zu haben sofort wieder danach greifen zu müssen.

Mit Sarah bin ich leider nicht so richtig warm geworden, obwohl ich sie von allen Charakteren am besten kennenlernen und einen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle erhalten durfte. Dafür gab es mehrere Gründe: 1.) Fand ich sie einfach nicht interessant genug 2.) Haben mich ihre Minderwertigkeitskomplexe gestört. Alle Frauen in ihrem Umfeld sind ja so perfekt und so gestylt, dass sie mit ihnen einfach nicht mithalten kann 3.) Erst durch den Brandanschlag hat sie angefangen bestimmte Dinge in ihrem Leben zu hinterfragen. Dabei hat sie schließlich gemerkt, dass es einiges gibt, was sie nicht von ihrem Mann weiß. Und aus dieser Tatsache hat sie ein riesen Drama gemacht. **Spoiler** Wie konnte er vor ihr nur mit einer anderen Frau eine Affäre haben und ihr nichts davon erzählen? **Spoiler Ende** Das war dann auch der Auslöser warum sie ihm auf einmal misstraut hat. Ich habe mir während des Lesens die Frage gestellt, ob man von seinem Partner wirklich alles wissen muss. Ich kann zwar einerseits verstehen, dass sie bei diesem Thema empfindlich reagiert, (Ihr Vater hat sie und ihre Mutter belogen und betrogen), aber sie übertreibt es echt. Als sie ihn auf ihre Befürchtungen angesprochen hat, bin ich mir fast wie in einem Verhör vorgekommen. Wobei das generell der Fall war, wenn sie irgendwem eine Frage gestellt hat.

Am Ende habe ich endlich die Spannung bekommen, die ich im Mittelteil vermisst hatte. Es gab einige überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Plötzlich haben sie Abgründe aufgetan, die ich sehr erschreckend fand. Leider hat die Autorin die Auflösung ein bisschen zu schnell abgehandelt. Schade, dass der eigentliche Schluss so offen geblieben ist. Bei mir sind jedenfalls einige Fragen unbeantwortet geblieben.  

 
Nach einem vielversprechenden Anfang hat „Fremdes Glück“ leider mehr und mehr an Spannung verloren, weshalb ich mich stellenweise ganz schön zum Weiterlesen antreiben musste. Zum Glück hatte die Autorin einen leichten und flüssigen Schreibstil, der mich durch den zähen Mittelteil getragen hat. Desweiteren bin ich mit der Protagonistin Sarah nicht so richtig warm geworden, obwohl ich sie von allen Charakteren am besten kennenlernen durfte. Vor allem ihre Minderwertigkeitskomplexe sind mir extrem auf die Nerven gegangen. Das Ende hat mich hingegen wieder etwas versöhnlicher gestimmt. Hier habe ich endlich die Spannung bekommen, die mir auf den vorherigen Seiten gefehlt hat.   
 

 
A. J. Banner ist das Pseudonym einer erfolgreichen US-Autorin. Ihre Werke wurden für mehrere Literaturpreise nominiert und in Anthologien aufgenommen. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann und fünf geretteten Katzen im Nordwesten Amerikas, in einem Landhaus in den Wäldern. [Quelle: Verlagshomepage Egmont Lyx]





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina