Samstag, 20. Februar 2016

(Leseeindruck) "Der Hut des Präsidenten" von Antoine Laurain

http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/der-hut-des-praesidenten-buch-8058/ 
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Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten.  

 
Wie auch schon beim Lesen seines ersten Buches „Liebe mit zwei Unbekannten“, habe ich mich nach den ersten Seiten absolut wohl in der Geschichte gefühlt. Das Warum kann ich nicht richtig erklären, da Antoine Laurains Bücher einfach einen gewissen Charme verströmen, dem ich mich nicht entziehen kann und will. Sobald ich das Buch aufschlage, lasse ich mich fallen und konzentriere mich ganz und gar auf die Worte des Autors.

Antoine Laurain wirft seine Leser sogleich mitten ins Geschehen und lässt ihn die Bekanntschaft mit Daniel machen, der gerade seine Frau und seinen kleinen Sohn vom Bahnhof abholt. Als die beiden aus dem Zug aussteigen, fällt Veronique sofort der Hut auf, den ihr Mann trägt. Sie ist ziemlich überrascht, da dieser sonst nie Hütte trägt. Daniel klärt seine Frau schließlich auf, dass das nicht nur irgendein Hut, sondern der von Mitterand, dem französischen Präsidenten, ist. Veronique ist natürlich neugierig, wie ihr Mann an dessen Hut gekommen ist und so erzählt Daniel nicht nur ihr, sondern auch uns seine Geschichte…

„Der Hut des Präsidenten“ liest sich zunächst wie eine Kurzgeschichtensammlung, was mich jedoch nicht gestört hat, da ich mich gefreut habe neben Daniel, der mir wirklich sehr sympathisch war, auch noch andere Charaktere kennenzulernen und einen Einblick in ihr Leben, ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu bekommen. Und auch wenn ich zunächst keine Verbindung zwischen ihnen außer, dass sie nacheinander in den Besitz des Hutes gelangen, erkennen konnte, war es mir spätestens zum Schluss klar. Ich war richtig überrascht wie Monsieur Laurain die einzelnen Handlungsstränge zusammengeführt hat.

Während die Erzähler wechseln, bleibt der Hut unser treuer Begleiter. Egal wer ihn gerade trägt, eins bleibt bei allein gleich: Der Hut verändert das Leben des Menschen. Es scheint so als würde er seinen Besitzern eine ordentliche Portion Mut und Selbstbewusstsein einflößen, denn auf einmal wagen sie es bestimmte Dinge in ihrem Leben anzugehen, an die sie sich vorher nicht herangetraut hatten. Ich fand es wirklich erstaunlich, welchen Einfluss Gegenstände auf uns haben können. Wobei…im realen Leben kann man das ebenfalls beobachten. Wenn ich z.B. Klamotten trage, in denen ich mich richtig wohlfühle, dann kann ich auch viel selbstsicherer auftreten. Dieses Phänomen lässt sich auch bei Glücksbringer beobachten. Wir wissen alle, dass sie keine magischen Kräfte besitzen, sondern uns nur deshalb „Glück“ bringen, weil wir daran glauben, dass sie es tun. Unterbewusst wird uns so ein gewisses Sicherheitsgefühl eingeflößt, sodass wir mit mehr Selbstvertrauen an die Sache gehen, da wir fest darauf vertrauen, dass eh nichts schief gehen wird. Aus diesem Grund fand ich die Botschaft, die Laurain mit seiner Geschichte vermitteln möchte auch so schön: In jedem von uns steckt das Zeug unser Leben zu verändern. Vielleicht können wir es zuerst nicht erkennen, weil es ein wenig in uns versteckt ist, aber es ist da. Und wenn wir nur fest daran glauben, dass uns dieses oder jenes gelingen wird, können wir (fast) alles schaffen.

Der Schreibstil des Autors ist leicht und feinfühlig und lässt sich ganz wunderbar lesen, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Die kleine Prise Humor, die zwischen den Zeilen schlummert, zaubert einem zudem stets ein Lächeln ins Gesicht. Obwohl Laurain aus der aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt, schafft er es dennoch, dass man sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen kann…Eine weitere Stärke des Autors sind seine detailreichen Beschreibungen, wodurch dem Leser das Gefühl vermittelt wird direkt mit vor Ort zu sein. So habe ich z.B. mit Daniel im Restaurant gesessen und wie er aufgeregt und zugleich ehrfürchtig dem Gespräch des Präsidenten mit seinen zwei Begleitern gelauscht.

Das Ende war absolut passend gewählt und für mich sehr zufriedenstellend. Allerdings hätte ich gegen ein paar mehr Seiten nichts einzuwenden gehabt ;)  

 
Auch mit „Der Hut des Präsidenten“ hat es Antoine Laurain geschafft mich voll und ganz zu verzaubern. Seine Geschichte besticht durch eine einzigartige Idee, sympathische Charaktere und einen feinfühligen, atmosphärischen Schreibstil. Am schönsten fand ich jedoch die Botschaft, die uns Lesern mit auf den Weg gegeben wird: In jedem von uns steckt das Zeug unser Leben zu verändern. Wir müssen es nur entdecken und fest daran glauben, dass uns dieses oder jenes gelingen wird.

Ich kann euch dieses Buch wirklich nur wärmstens ans Herz legen!  


Antoine Laurain wurde in Paris geboren und hat sein ganzes Leben dort verbracht. Er arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler. Liebe mit zwei Unbekannten ist in Frankreich ein Bestseller und erscheint in vierzehn Ländern. [Quelle: Liebe mit zwei Unbekannte]

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- Sarina