Mittwoch, 13. Januar 2016

(Leseeindruck) "Maggie und die Stadt der Diebe" von Patrick Hertweck

http://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/maggie-und-die-stadt-der-diebe-isbn-978-3-522-18403-8/ 
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New York, 1870. Kalt und düster ist es in den Slums von Manhattan. Ziellos irrt Maggie durch schmutzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer bringen: der sagenumwobene Herrscher über die New Yorker Unterwelt

 
Patrick Hertweck wirft seine Leser sofort mitten ins Geschehen. Zusammen mit Maggie irren wir durch die Straßen New Yorks und versuchen einen größtmöglichsten Abstand zwischen uns und unseren Verfolgern zu bringen. Dadurch dass die Handlung gleich so rasant war und man richtig mit Maggie mitgefiebert und mitgebangt hat, sind die ersten Seiten nur so dahingeflogen. Eine kleine Verschnaufspause wurde mir erst geboten, als Maggie bei den 40 Little Thieves Unterschlupf findet. Die 40 Little Thieves, eine kleine Diebesbande bestehend aus 4 Straßenkindern, haben mich total in Oliver Twist Stimmung gebracht. Das hat mir gleich ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, da ich diese Geschichte von Charles Dickens wirklich sehr gerne mag.

Die Geschichte selbst ist sehr rätselhaft, was nicht nur daran liegt, dass die Protagonistin Maggie ein Geheimnis mit sich herumträgt, das uns Lesern erst einmal nicht enthüllt wird, sondern auch die anderen Charaktere nicht so leicht zu durchschauen sind. So hat mir vor allem Goblin einiges zum Rätseln gegeben. Aber auch Tom kam mir am Anfang etwas seltsam vor. Ich war gespannt, was er verbirgt. Daher habe ich mich auf die Suche nach Hinweisen gemacht, die mir helfen könnten etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Patrick Hertweck hat es mir jedoch alles andere als leicht gemacht.

Um die Spannung und die Neugier des Lesers aufrecht zu erhalten, wirft Patrick Hertweck uns nur häppchenweise Informationen vor. Gleichzeitig kommen immer neue Rätsel und Geheimnisse ins Spiel, sodass man lange Zeit nicht wusste, worauf die Geschichte letztendlich hinauslaufen wird.

Maggie mochte ich wirklich gerne, wobei es etwas gedauert hat bis ich mit ihr warm geworden bin. Dafür, dass sie in ihrem kurzen Leben bereits einiges durchmachen musste, besitzt sie eine starke Persönlichkeit. Sie lässt sich nicht unterkriegen und ist auch nicht auf den Mund gefallen. Ach ja…und sie kann sehr hartnäckig sein. Etwas gestört hat mich, dass sie manchmal ziemlich aufbrausend sein konnte und schnell mal irgendwas Unüberlegtes gesagt oder getan hat, womit sie nicht nur sich, sondern auch die anderen in Gefahr gebracht hat.

Patrick Hertweck hat einen leichten und angenehmen Schreibstil, der sich super flüssig lesen lässt. Seine Stärke sind jedoch die detailreichen Beschreibungen, wodurch er eine dichte Atmosphäre schafft. Ich konnte mir bildlich alles sehr gut vorstellen. Allerdings hatte ich das etwas düstere/triste New York im Jahre 1870 nicht nur vor Augen, vielmehr hat es sich angefühlt, als wäre ich direkt mit vor Ort. Die Charaktere waren ebenfalls sehr detailreich ausgearbeitet, wodurch sie wirklich authentisch und lebensecht wirkten.

Zu Ende hat der Autor schließlich noch einmal alles aufgefahren, um seinen Lesern einen spannenden und nervenaufreibenden Showdown zu liefern. Es hat einige unerwartete Wendungen und überraschende Enthüllungen gegeben. Zwar konnte ich mir vorher schon ein bisschen was zusammenreimen, aber vieles habe ich nicht kommen sehen. Obwohl die Geschichte an sich abgeschlossen ist, wäre eine Fortsetzung durchaus möglich :)

 
Mit „Maggie und die Stadt der Diebe“ ist Patrick Hertweck ein durch und durch spannendes Debüt gelungen. Von Anfang an ist die Geschichte voller Rätsel, die es zu lösen gilt. Die Suche nach Hinweisen gestaltet sich jedoch alles andere als einfach, sodass man nur langsam Licht ins Dunkle bringen kann. Besonders gut, hat mir allerdings das Setting gefallen. Durch die detailreichen Beschreibungen des Autors konnte ich mir nicht nur alles bildlich vorstellen, sondern hatte auch das Gefühl direkt mit vor Ort zu sein. Obwohl ich erst einmal mit Maggie warm werden musste, ist sie mir sehr ans Herz gewachsen – ebenso wie die 40 Little Thieves.   


Patrick Hertweck, geboren 1972, bereiste nach dem Abitur mit dem Fahrrad viele Gegenden Europas, arbeitete danach im Management eines Medienunternehmens und beschloss irgendwann, seine heimliche Passion zum Beruf zu machen. Seither lebt und arbeitet der Vater von drei Söhnen als freier Schriftsteller in Freiburg im Breisgau. [Quelle: Verlagshomepage Thienemann Verlag]


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