Mittwoch, 20. Januar 2016

(Hörbuchrezension) "All die verdammt perfekten Tage" von Jennifer Niven

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Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

 
Es gibt einfach solche Geschichten, die einen von Anfang an in ihren Bann ziehen und dann nicht mehr loslassen wollen. Genau das war bei „All die verdammt perfekten Tage“ der Fall. Vielleicht lag es am Einstieg in das ganze Geschehen bzw. an den besonderen Umständen unter denen sich Violet und Finch begegnen. Beide stehen auf dem Glockenturm der Schule und überlegen, ob sie den nächsten Schritt wagen sollen, ob sie einfach springen und damit ihrem Leben ein Ende bereiten sollen. Für mich war es eine einzigartige Szene, da man gespürt hat, dass während der gemeinsamen Zeit, die sie dort oben verbringen, ein unsichtbares Band zwischen ihnen entstanden ist. Von da an konnte ich kaum eine Pause einlegen, daViolet und Finch meine Gedanken beherrscht haben.

Der Schreibstil von Jennifer Niven hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass ich mich nur schwer von der Geschichte losreißen konnte. Sie erzählt nämlich so bildhaft und lebendig, dass ich das Gefühl hatte mit Theodore und Violet auf dem Glockenturm zu stehen, mit ihnen durch die Schulkorridore zu wandern etc. Außerdem konnte ich, dadurch, dass man immerzu ihren Gedankengänge folgen sowie ihre Gefühle und Stimmung fühlen durfte, zu beiden eine Verbindung aufbauen.

Dass Finch irgendwie ganz anders als alle anderen Menschen in seinem Umfeld ist, war mir bereits nach den ersten Minuten bewusst. Aber das ist genau der Grund, weshalb ich ihn so schnell in mein Herz geschlossen habe. Mit dem Strom schwimmen kann jeder, sein eigenes Ding durchzuziehen und sich auch nicht davon abbringen zu lassen, obwohl einen die anderen schräg von der Seite anschauen oder als Freak abstempeln, ist dagegen mit reichlich Mut verbunden. Doch so tatkräftig und energiegeladen er einem immer vorkommt…tief in seinem Inneren sieht es manchmal ganz anders aus. Und so bekommen wir immer wieder auch den anderen Finch zu Gesicht. Der Finch, der auch mal niedergeschlagen ist, der von der Traurigkeit übermannt wird und über den Tod und die verschiedene Selbstmordarten grübelt. Auf die große Frage was dahinter steckt, lässt uns die Autorin nach und nach selbst eine Antwort finden.

Seit ihre Schwester bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, hat sich Violet stark verändert. Nicht nur, dass sie sich mehr und mehr von ihren alten Freunden und von ihren Eltern zurückzieht…Sie ist auch sehr in sich gekehrt und lässt keinen mehr an sich heran. Sogar ihre große Leidenschaft, das Schreiben, hat sie aufgegeben. Bei Violet hat es etwas gedauert, bis ich mit ihr warm geworden bin und sie zu mögen begonnen habe. Ich konnte ihr Verhalten - vor allem Finch gegenüber - nicht so ganz nachvollziehen. Stellenweise hätte ich sie am liebsten mal kräftig durchgeschüttelt und ihr gesagt, dass sie kein schlechtes Gewissen haben muss und trotz dem Tod ihrer Schwester noch Spaß am Leben haben kann/darf.

Violet und Theodore mochte ich wirklich gerne zusammen, denn gerade da sie so unterschiedlich sind, harmonieren sie super miteinander. Während Theodore Violet immer wieder anstupst und antreibt, damit sie endlich aus ihrem Schneckenhaus herauskommt, kann er in ihrer Nähe einfach so sein wie er ist, ohne schräg angeschaut oder als durchgeknallt abgestempelt zu werden. Ihre Beziehung entwickelt sich ganz langsam und vor allem nachvollziehbar. Es ist einfach nur schön mit zu verfolgen! Aufgrund der vielen positiven Rezensionen hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an „All die verdammt perfekten Tage“. Diese habe sich leider nicht ganz erfüllt. Während des Hörens habe ich immer auf den EINEN Moment gewartet, der mich absolut flashen würde, der das letzte Fünkchen enthält, um mich vollkommen von der Geschichte zu begeistern. Auf diesen Moment musste ich leider bis zum letzten Drittel warten. Der Mittelteil war schön keine Frage, aber mir hat einfach was gefehlt. Die letzten Kapitel und das Ende haben mich dagegen nicht nur total berührt sondern auch richtig nahe gegangen. Gleichzeitig war ich super wütend auf die Autorin, dass sie so eine Wendung in die Geschichte eingebaut hat.

Die Art und Weise wie das Hörbuch von den beiden Sprechern gelesen wurde, habe ich als sehr angenehm empfunden. Ich habe es wirklich sehr gerne gehört, da ich während des Hörens alles um mich herum vergessen konnte. Das einzige was mich gestört hat war, dass die Kapitel aus Violets Sicht von der Frau gelesen wurden, die die deutsche Stimme von Bella Swan ist. So hatte ich nicht Violet Markey sondern Bella Swan vor Augen.

 
Mit „All die verdammt perfekten Tage“ erzählt Jennifer Niven eine ehrliche, mitreißende, emotionale und nachdenklich stimmende Geschichte. Sie konnte mich von Anfang an in ihren Bann ziehen. Zu verdanken ist das vor allem Theodore und seinem einzigartigen Charme, den er versprüht. Ich habe ihn und seine leicht verrückte, leicht melancholische Art schnell lieben gelernt. Mit Violet bin ich dagegen erst in der zweiten Hälfte richtig warm geworden. Was die Handlung betrifft so war ich nicht immer ganz zufrieden. Vielleicht hatte ich aufgrund der vielen positiven Rezensionen einfach zu hohe Erwartungen. 

Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte. [Quelle: Verlagshomepage Random House]  


Annina Braunmiller, 1985 in Augsburg geboren, absolvierte eine Musicalausbildung an der Stage School Hamburg und arbeitet als Sprecherin und Schauspielerin. Als deutsche Stimme von Bella Swan in den "Biss"-Verfilmungen und den Hörbuch-Lesungen wurde sie einem großen Publikum bekannt.

Patrick Mölleken, geboren 1993, stand bereits im Alter von fünf Jahren das erste Mal auf der Bühne. Seit 2004 arbeitet er als Schauspieler an zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, sowie als Sprecher an Hörbüchern, Hörspielen, Filmsynchronisationen und Werbespots. Er erhielt u.a. 2010 den Deutschen Hörbuchpreis. 




1 Kommentar:

  1. Hallöchen Sarina,
    ich habe dieses Buch geliebt. Jede einzelne Seite, aber ich muss auch sagen, dass ich so gar keine Erwartungen an das Buch hatte. Ich habe es bereits im Sommer als Leseexemplar gelesen, als noch niemand darüber sprach und war sofort verliebt in Finch und seine Art. Ein wirklich wunderbares Buch.

    Liebst, Lotta

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- Sarina