Mittwoch, 29. April 2015

(Leseeindruck) "Der Marsianer" von Andy Weir

http://www.amazon.de/Marsianer-Roman-Andy-Weir/dp/3453315839/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1429904091&sr=8-1&keywords=Der+Marsianer 
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Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden, schließlich war er der erste Mensch in der Geschichte der Raumfahrt, der je den Mars betreten hat. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes...

„Der Marsianer“ ist mir in letzter Zeit öfters auf dem einen oder anderen Blog begegnet. Allerdings habe ich ihm zunächst keine Aufmerksamkeit geschenkt, da ich kaum Science Fiktion lese und mich außer Star Wars nichts aus diesem Genre wirklich anspricht. Doch das Cover ist mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf gegangen, weshalb ich mal einen genaueren Blick auf Andy Weirs Werk geworfen habe…Tja und spätestens nach der Leseprobe war meine Neugier endgültig geweckt :)

Hinterher kann ich sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat diesem Buch eine Chance gegeben zu haben, denn ob ihrs glaubt oder nicht „Der Marsianer“ ist der absolute Pageturner. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich wollte stets wissen wie es mit unserem Protagonisten Mark weitergeht. Dieser Drang wurde zusätzlich noch dadurch verstärkt, dass Mark Watney ein absoluter Sympathieträger ist, der mit seiner humorvolle Art des Erzählens nicht nur für kleine Schmunzler sorgt, sondern einen auch immer wieder laut auflachen lässt.

Obwohl Marks Situation eigentlich sehr ernst ist und geradezu ausweglos erscheint; herrscht keine dramatische oder gar hoffnungslose Grundstimmung. Im Gegenteil! Watney schildert in einem betont lockeren Ton seine momentane Lage und macht dem Leser immer wieder klar, dass er trotz seiner mehr als geringen Überlebenschance, nicht gewillt ist der erste und einzige Mensch zu sein, der auf dem Mars stirbt. Er möchte das Unmögliche schaffen und bis zur nächsten Marmission in vier Jahren überleben. Sein Humor ist dabei eine große Hilfe/ Unterstützung, da er so seinen Ängste und Sorgen im Zaun hält. Denn würden seine Gefühle die Oberhand gewinnen, wäre die Gefahr groß, dass er aufgibt und sich resigniert in sein Schicksal fügt. Für seinen unerschöpflichen Optimismus und Einfallsreichtum kann man ihn daher nur bewundern.

Nebenbei bekommt man auch einige Informationen über den Mars bzw. die Marsmission geliefert, was zeigt, dass sich der Autor ausführlich mit dem Thema Raumfahrt beschäftigt hat. Allerdings wurden die vielen wissenschaftlichen Ausführungen mit der Zeit etwas anstrengend (Ich geben zu, dass ich die eine oder andere chemische/biologische Erklärung nur kurz überflogen habe). Zum Glück lockern Marks Galgenhumor sowie die kleinen Einblicke auf die Erde die Stimmung immer wieder auf. Spannung war kontinuierlich vorhanden. Zum einen, weil man natürlich wissen möchte wie Watneys Überlebenskampf am Ende ausgehen wird, zum anderen weil er mit jeder Menge Problemen konfrontiert wird und man neugierig ist, ob er auch dieses lösen kann. Meistens war es nämlich so, dass wenn ein Problem gelöst wurde, bereits das nächste auf ihn wartete. Naja und zu Ende wurde man fast automatisch dazu gebracht mit allen Beteiligten mitzufiebern und ihnen die Daumen zu Drücken.

Andy Weirs Erzählweise hat mir besonders gut gefallen. Mark Watney schildert seine Erlebnisse in Logbucheinträgen, die sich wie eine Art Tagebuch lesen lassen. Nach ungefähr 6 Kapiteln kommt schließlich eine weitere Erzählperspektive dazu und zwar die der NASA. Anhand von Satellitenaufnahmen sind die Mitarbeiter darauf aufmerksam geworden, dass Watney gar nicht tot ist. Von da an wechselt die Perspektive in unregelmäßigen Abständen, sodass man als Leser mitverfolgen kann, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden um Watney zu retten.

Mit „Der Marsianer“ ist es Andy Weir nicht nur gelungen aus der breiten Masse herauszustechen, sondern auch den Leser von Anfang an an die Seiten zu fesseln. Protagonist Mark trägt die Geschichte mit seinem Witz und seinem Charme, sodass selbst in ausweglosen Momenten keine dramatische oder gar hoffnungslose Stimmung herrscht. Sein unerschöpflicher Optimismus lässt ihn jede noch so kleine Krisensituation meistern, wofür man ihn nur bewundern kann. Die Spannung kommt im Laufe des Buches nie zu kurz, obwohl die vielen wissenschaftlichen Erklärungen stellenweise etwas zu viel des Guten waren.
 

Bereits im zarten Alter von fünfzehn war Andy Weir als Programmierer für diverse Computerfirmen tätig und arbeitet inzwischen als Softwareentwickler. In seiner Freizeit interessiert er sich für Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt – und natürlich für das Schreiben. Mit seinem Debütroman Der Marsianer wird er als die Science-Fiction-Entdeckung des Jahres gefeiert. [Quelle: Verlagshomepage Heyne Verlag]

Dienstag, 28. April 2015

[Waiting on Wednesday]


Waiting on Wednesday ist eine Aktion, bei der jeden Mittwoch die Bücher vorgestellt werden sollen, deren Erscheinen man schon ganz sehnsüchtig erwartet und kaum mehr abwarten kann. 
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 Erscheinungstermin: 15. Juni 2015

Ein schrecklicher Autounfall setzt Jessica Chains Leben ein Ende. Und doch lebt sie weiter, denn ihre Eltern entscheiden sich, ihre Organe zu spenden. An Samuel, Vivian, Leif und Misty. Vier Teenager, vier Schicksale voller Schmerzen, Ängste, Einsamkeit und Hoffnung – und über allen schwebt Jessica, begleitet und beobachtet sie: »Mein Leben hatte eine Bedeutung, aber nicht, als ich noch lebendig war, sondern erst durch meinen Tod … «

Von Amber Kizer hatte ich bis jetzt noch nichts gehört, obwohl mir die Cover ihrer Meridian Bücher durchaus bekannt vorkamen als ich die liebe Frau gegooglet habe. "Mein Leben für deins" wäre somit mein erstes Buch von ihr :) Der Klappentext hört sich sehr vielversprechend an und macht auf alle Fälle neugierig - vor allem da ich bisher noch keine Geschichte gelesen habe, in der das Thema Organspende behandelt wurde. 
 
Liebe Grüße
 

Gemeinsam Lesen #05


Eine Aktion von Asaviel, die nun von Weltenwanderer und Schlunzenbücher weitergeführt wird. 



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Ich lese "Was ich dir noch sagen wollte" von Tom McAllister und bin aktuell auf Seite 35.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Drei Dinge passieren, die Hunter dazu zwingen, etwas zu tun."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 

Wie ihr seht, bin ich noch nicht sehr weit gekommen, was daran liegt, dass ich gestern Abend und heute Morgen nur kurz hineingelesen habe. Zur Geschichte kann ich daher nur wenig sagen...Bis jetzt gefällt mir vor allem wie Tom McAllister die Gefühlslage von Hunter herüberbringt. Auf den ersten Seiten/ Kapiteln wird der Leser von einer sehr gedrückten und traurigen Grundstimmung begleitet, wodurch Hunters Verlust nur allzu deutlich wird. Von einem auf den anderen Tag ist seine Frau Kait plötzlich verstorben und hinterlässt eine große Lücke in seinem Leben. 

4. Wie steht ihr zu Seiten in denen Blogger Rezensionsexemplare anfragen können? Seid ihr selber auf solchen Seiten angemeldet? (bloggdeinbuch, Das Bloggerportal von Randomhouse etc.)

Grundsätzlich finde ich es wirklich toll, dass uns Bloggern überhaupt so eine Möglichkeit geboten wird. Zwar mag ich den direkten Kontakt zu den Verlagsmitarbeitern lieber, da es einfach eine Spur persönlicher ist, doch auch Das Bloggerportal von Randomhouse hat durchaus seine Reize. Zum einen wird einem die Anfrage um einiges erleichtert - man klickt auf das entsprechende Buch, wählt die Version (Print/ Ebook/ Hörbuch) aus und klickt anschließend auf Buch anfragen - und zum anderen kann man unter "Bestellstatus" nachsehen, ob sich die Anfrage noch in der Prüfung befindet, abgelehnt wurde oder ob das Buch zum Versand steht. Darüber hinaus bin ich noch bei bloggdeinbuch und vorablesen angemeldet, wo ich gerne mal vorbeischaue, aber mich nicht ständig für Bücher bewerbe. Denn so verlockend wie es ist, sollte man es mit dem Anfragen nicht übertreiben.


Welches Buch/ bzw. welche Bücher lest ihr aktuell?


Liebe Grüße



[Disney Dienstag]

 
Eine Aktion von LeFaBook, bei der es jeden Dienstag eine Frage gibt, die sich entweder auf den SUB (Stapel ungelesener Bücher) oder den WUB (Wunschzettel ungelesener Bücher) beziehen wird :) 
 

Bereits in "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" war ich von der riesigen und unglaublichen komplexen Fantasiewelt, die Walter Moers geschaffen hat, mehr als begeistert. Darum stand für mich auch sofort fest, dass ich nach Zamonien zurückkehren werde, um weitere Ecken des Kontinents besuchen zu können. Dimensionslöcher, Fleischfressende Inseln oder Wirbelstürme, die einen um Jahre altern lassen, wenn man in ihr Inneres gerät, durfte ich bereits kennenlernen und ich bin gespannt, was mich noch erwarten wird. "Rumo & die Wunder im Dunkeln" wird wahrscheinlich mein nächster Zamonien Roman werden, da ich auf Rumo schon getroffen bin und gerne seine Geschichte erfahren würde. 


Kennt ihr die Zamonien Romane von Walter Moers?

Liebe Grüße

Montag, 27. April 2015

[Neuzugänge] Nachschub für einen Büchersuchti


Huhu meine Lieben,

heute möchte ich euch gerne die Neuzugänge zeigen, die in der letzten Woche bei mir einziehen durften. Eigentlich zeige ich meine neuen Bücher ja mittlerweile nur in meinen Bücherwochen-Posts, aber da ich diese Woche außer "Mein Herz und andere schwarze Löcher" (Rezi) und "Der Marsianer" (Rezi kommt vorraussichtlich am Mittwoch) kein weiteres Buch beendet habe, dachte ich mir, dass ich "Meine Bücherwoche" ausfallen lasse und einfach einen Neuzugänge Post schreibe.


 Vier wundervolle Bücher sind bei mir eingezogen, wovon zwei aktuell von mir gelesen werden :)



"Opal: Schattenglanz" von Jennifer L. Armentrout habe ich wirklich sehnsüchtig erwartet. Am Mittwoch hat es dann endlich bei mir im Briefkasten gelegen und wurde sogleich angefangen zu lesen. Nach dem "Onyx: Schattenschimmer" mit einem doch recht fiesen Cliffhanger geendet hat, konnte ich nicht länger warten...Ich musste einfach wissen wie es weitergeht. Mittlerweile bin ich auf Seite 310 und obwohl es mir wieder richtig gut gefällt, (Lassen wir mal außenvor, dass ich Katy stellenweise etwas ätzend fand!) möchte ich nicht zum Ende gelangen, da mich hier wahrscheinlich wieder ein Cliffhanger erwarten wird :(


Als nächstes habe ich zwei englische Bücher: "All the Bright Places" von Jenni Niven und "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" von Becky Albertalli. Beide Bücher sind mir in letzter Zeit öfters in der Booktubeszene aufgefallen, wobei drst Sky von Skys Buchrezensionen meine Neugier für "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" wecken konnte. Tja und da ich in nächster Zeit gerne mehr englisch lesen möchte, habe ich sie mir kurzerhand bestellt.



And last but not least, hätten wir noch "Was ich dir noch sagen wollte" von Tom McAllister, dessen Klappentext eine schöne und herzerwärmende Geschichte verspricht. In letzter Zeit lese ich solche Romane wirklich richtig gerne und ich bin schon sehr gespannt wie mir dieser gefallen wird.


So das war es auch schon :)
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag♥

Liebe Grüße
 

Freitag, 24. April 2015

(Leseeindruck) "Mein Herz und andere schwarze Löcher" von Jasmine Warga

http://www.amazon.de/Mein-Herz-andere-schwarze-L%C3%B6cher/dp/3737351414/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1429872241&sr=8-1&keywords=mein+herz+und+andere+schwarze+l%C3%B6cher 
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Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe. 

 
Obwohl zu Anfang noch nicht viel passiert, schafft es die Geschichte einen gewissen Mitreißeffekt zu entwickeln. Jasmine Warga’s Worte strahlen eine Ehrlichkeit aus, die einen stellenweise verblüfft innehalten lässt, um den gerade gelesenen Satz und die Wahrheit seiner Aussage für einen Moment auf sich wirken zu lassen. Denn Jasmin Warga möchte ihre Leser mit Aysel und Romans Geschichte nicht nur auf der Gefühlsebene erreichen, sondern ihn vor allem zum Nach- und Umdenken bringen. Je weiter die Handlung fortgeschritten ist, umso besser hat mir das Buch gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass ich emotional nicht so stark involviert war, wie ich es gerne gehabt hätte bzw. erwartet habe.

Der Großteil der Geschichte ist mit einer melancholischen Grundstimmung unterlegt und von tiefer Traurigkeit erfüllt, was das Innenleben unserer Protagonistin Aysel fast 1 zu 1 widerspiegelt. Seit ihr Vater vor einigen Jahren etwas sehr schlimmes getan hat, ist sie in einem tiefen, schwarzen Loch gefangen. Mit dem was damals passiert ist, wird sie bis heute nicht richtig fertig bzw. kann sie nicht abschließen, da große Schuldgefühle an ihr nagen. Für mich ist das absolut nachvollziehbar. Ich möchte nicht wissen, wie ich an ihrer Stelle empfinden würde. Das schlimme ist jedoch, dass sie wirklich jeden Tag an die Tat ihres Vaters erinnert wird, sei es durch die komischen Blicke, die ihr ihr Chef immer zuwirft oder das Tuscheln ihrer Mitschüler. Aysel kommt es so vor, als würde sie nur anhand ihres Vaters beurteilt werden. Sein Schatten hängt über ihr und verhindert, dass irgendjemand die „echte“ Aysel kennenlernen möchte. Diese Situation kann sie nicht länger ertragen, weshalb sie keinen anderen Ausweg als Selbstmord sieht.

Es hat einige Zeit gedauert bis ich mit Aysel warm geworden bin. Sie lässt einen zwar einerseits an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, hält einen andererseits jedoch auf Abstand. Außerdem ist sie ziemlich abgestumpft für anderer Leute Gefühle; Mitgefühl scheint ein Fremdwort für sie zu sein, weshalb sie das eine oder andere Mal äußerst taktlos herüberkommt. Meiner Meinung nach steigert sie sich etwas in die ganze Situation hinein und interpretiert manchmal viel zu viel in das Verhalten ihrer Mitmenschen hinein. Vielleicht ist das aber auch ganz normal in ihrer Situation. Aus Angst, Selbstschutz oder Scham, weil man sich fragt was die anderen von einem denken könnten, verfälscht sich der eigene Blick und man reagiert einfach unfair.

Roman war für mich zumindest bei seinen ersten Treffen mit Aysel ziemlich undurchschaubar. Zum Glück ändert sich das im weiteren Verlauf. Wir erfahren mehr über ihn und können daher ihn und sein Verhalten besser verstehen. Was mit seiner Schwester passiert ist, ist wirklich tragisch und ich kann nachvollziehen, dass ihn die Schuldgefühle nicht loslassen wollen. Er denkt sehr oft darüber nach, was wäre, wenn er damals eine andere Entscheidung getroffen hätte.

Ich bin mehr und mehr zu dem Entschluss gekommen, dass es eigentlich vollkommener Quatsch ist das sich die beiden umbringen wollen. Zurzeit scheint es ihnen die richtige Lösung zu sein, aber nur weil sie in ihrer Traurigkeit gefangen sind und keinen objektiven Blick auf ihr Leben haben. Im Grunde sind ihre Leben gar nicht so schlimm wie sie es denken. Sie müssen einfach nur lernen, wie sie mit den schlechten Erfahrungen/Erlebnissen, ihren Schuldgefühlen etc. weiterleben. Das ist natürlich kein Prozess, der von heute auf morgen stattfindet, doch sie sollten es wenigstens versuchen. Bei keinem ist das Leben immerzu Friede, Freude, Eierkuchen. Jeder wird im Laufe der Jahre mit Schicksalsschlägen konfrontiert. Jeden Tag passieren so viele schlimme Dinge, die man nicht mehr ungeschehen machen kann. Dass akzeptieren zu lernen, gehört zum Leben und Erwachsenwerden dazu.

Langsam aber sicher entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden aus der dann letztendlich auch ein bisschen mehr wird. Es gab einige Szenen, die wirklich richtig schön waren und in denen die Verbundenheit der beiden ganz deutlich sicht-und spürbar wurde. Dass ihre Gefühle füreinander so greifbar sind, liegt vor allem an dem tollen Schreibstil der Autorin. Mein Kritikpunkt: Aysels Bedenken bzw. ihr Gedanke, dass es vielleicht doch noch Hoffnung gibt, waren plötzlich zu abrupt da. Natürlich kann die Zeit mit Roman (schließlich hat sie sich in ihn verliebt) Einfluss darauf haben, aber wenn man seit Jahren in Depressionen gefangen ist, legt man das bestimmt nicht so einfach ab. Wäre diese Entwickelung ausführlicher behandelt und nicht nur auf den letzten ca. 90 Seiten aufgegriffen worden, hätte ich sie um einiges authentischer und weniger überstürzt empfunden.  

 
Mit „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ ist Jasmine Warga ein gutes Jugendbuch gelungen, das den Leser mit der Ehrlichkeit seiner Worte verblüfft und unheimlich nachdenklich stimmt. Aysel und Roman sind durchaus sympathische Charaktere, wenn es auch aufgrund ihres distanzierten Verhaltens bzw. ihrer verschlossenen Art etwas gedauert hat bis ich mit ihnen warm geworden bin. Obwohl im Großteil des Buches eine melancholische Grundstimmung herrscht, enthält die Geschichte jedoch auch einige positive Momente, in denen die Charaktere, zumindest für kurze Zeit, einen kleinen Hoffnungsschimmer erkennen. Leider ging mir Aysels Umdenken zu abrupt, wodurch diese Entwicklung nicht sehr authentisch auf mich gewirkt hat. Ein paar Seiten mehr, hätten zum Schluss wirklich nicht schaden können.   

 
Jasmine Warga lebt und schreibt in einem kleinen Dorf in Ohio. Sie glaubt daran, dass Ehrlichkeit das Allerwichtigste im Leben ist, und diese Ehrlichkeit kann jeder in ihren Texten spüren. Mit ›Mein Herz und andere schwarze Löcher‹ hat Jasmine Warga ein Debüt vorgelegt, das wie ein heller Stern am Himmel leuchtet. [Quelle: Verlagshomepage Fischer Verlage]

 
 


[Review] "Westeros-Die Welt von Eis und Feuer" von George R.R. Martin, Elio M. Garcia Jr., Linda Antonsson

 
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Um eine fantastische Welt lebendig erscheinen zu lassen, benötigt sie eine Vergangenheit. Daher erschuf Bestsellerautor George R.R. Martin den fiktiven Kontinent Westeros, auf dem sein Meisterwerk Das Lied von Eis und Feuer / Game of Thrones spielt, in jahrelanger Detailarbeit. Dieser prachtvoll ausgestattete Bildband präsentiert erstmals die Geschichte von Westeros – beginnend in der Zeit, in der die ersten Menschen den Kontinent betraten, über die Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Drachen bis zu Robert Baratheons Rebellion gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Damit ist WESTEROS – Die Welt von Eis und Feuer der wahre Prolog der erfolgreichsten Fantasyserie unserer Zeit. 

 
„Das Lied von Eis und Feuer“ ist eine meiner liebsten Fantasy Reihen. Neben J.R.R. Tolkien‘s Mittelerde und J.K. Rowlings Welt der Hexen und Zauberer, ist die Welt, die George R.R. Martin erschaffen hat, mitunter die faszinierendste. Westeros ist nicht nur unglaublich komplex sondern auch sehr vielseitig, sodass es in nahezu jedem Band neue Fleckchen zu entdecken bzw. bestaunen gibt. Allerdings werden viele Ereignisse, die sich in der Vergangenheit abgespielt haben, nur angedeutet, wodurch in mir der Wunsch groß geworden ist, mehr über Westeros Geschichte zu erfahren. Zum Beispiel interessiere ich mich brennend für Robert Baratheons Rebellion gegen den verrückten König Aerys Targaryen. In dem Hinblick wurde ich von „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“ absolut überwältig. Ich habe mehr Hintergrundinformationen erhalten als ich es erwartet hatte.  

* Aufmachung 

Allein die Illustration auf der ersten Seite hat ausgereicht, um mein Fanherz höher schlagen zu lassen. Ich war vollkommen hin und weg und konnte nichts anderes tun als staunend weiterzublättern. Seitdem habe ich das Buch fast täglich zur Hand genommen, um die schönen Illustrationen zu betrachten und mich in ihnen zu verlieren. Sie sind mit solch einer Liebe fürs Detail und in so kräftigen Farben gestaltet worden, dass sie geradezu lebendig wirken. Darüber hinaus spürt man, dass sich jemand unglaublich viel Mühe gegeben hat. 

 
(Illustration, die einen beim Aufschlagen des Buches als erstes erwartet) 

 
 ("Die Mauer" - S.144 und  der "Eiserne Thron" - S.44)

Die restliche Aufmachung braucht sich dahinter nicht zu verstecken, da sie genauso eindrucksvoll wirkt. So wurden sie Seiten alt und vergilbt gemacht, um den Eindruck zu erwecken echtes Pergament zwischen den Fingern zu haben. Zusätzlich wurden sie mit Karten, kleinen Skizzen und Wappen verziert.   

* Inhalt

Der Bildband, der als Geschenk an König Tommen vorgesehen ist, erzählt die mehr als umfangreiche Geschichte von Westeros und versetzt einen zurück in die vergangenen Jahrhunderte. Mithilfe von Stammbäumen erhält der Leser einen Überblick über die Ahnen und Mitglieder der größten Familien.

Beginnend mit der Ankunft der ersten Menschen, werden die verschiedenen Etappen der Entwicklung des Landes vorgestellt. Einschneidend hierbei ist die Existenz von Aegon dem Eroberer, der später zum ersten König der Sieben Königslande wurde. Danach folgen der Aufstieg Valyrias sowie ein großes Kapitel über die Herrschaft der Targaryen. Letzteres habe ich mitunter am liebsten gelesen, da die Targaryen eine meiner Lieblingsfamilien bzw -häuser ist. Aus diesem Grund bin ich natürlich auf den einen oder anderen bekannten Namen gestoßen. (Alle die „Der Heckenritter von Westeros“ gelesen haben, werden die Namen Ei/Aegon V. und Sir Duncan jedenfalls ein Begriff sein!) Anschließend wird über das Ende ihrer Regentschaft bzw. die Rebellion von Robert Baratheon berichtet, bis wir bei den aktuellen Geschehnissen ankommen.

Die darauffolgenden Kapitel beschäftigen sich mit den verschiedenen Häusern und Orte der Sieben Königslande, doch auch die Freien Städte bekommen ihre Aufmerksamkeit.

Ich habe den Band natürlich nicht in einem Stück durchgelesen. Bei den vielen Informationen, die auf einen niederprasseln seien es Namen von Orte, Personen oder Tierwesen wäre das schier unmöglich gewesen. „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“ ist eindeutig eins dieser Bücher, in die man immer wieder hinein schmökert, von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel springt und schließlich dort verweilt, wofür man sich gerade am meisten interessiert.

 
Ich liebe diesen Bildband und kann ihn jedem Game of Thrones bzw. Das Lied von Eis und Feuer Fan nur wärmstens ans Herz legen. Mit seinen ca. 30€ ist er zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber im Hinblick auf den Inhalt jeden einzelnen Cent wert.