Sonntag, 20. Dezember 2015

(Leseeindruck) "Midnight Girl: Das Lied des Feuervogels" von Melissa Grey

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Unter den Straßen von Manhattan existiert eine geheime Welt, zu der noch nie ein Mensch durchgedrungen ist. Mit einer Ausnahme: Die 17-jährige Echo, eine Ausreißerin, lebt beim magischen Volk der Avicen. Sie hält sich durch Taschendiebstahl und nicht immer legale Botengänge über Wasser, wobei ihr die magischen Portale der Avicen in alle Welt sehr gelegen kommen. Als ein uralter Zwist der magischen Völker ihre Existenz bedroht, macht sich Echo auf die Suche nach dem legendären Feuervogel, denn der Legende nach kann allein er die Fehde beenden. Doch auch im verfeindeten Volk der Drakhari gibt es jemanden, der an den Feuervogel glaubt und nach ihm sucht. Schon bald steht Echo ihm gegenüber: Caius mit den unglaublich grünen Augen, der offenbar von seinem eigenen Volk gejagt wird. Sie ahnt nicht, wer er in Wirklichkeit ist …

 
Bereits die ersten Seiten von „Midnight Girl“ haben mir unglaublich gut gefallen. Sie waren nicht nur spannend geschrieben, sodass man begierig weitergelesen hat, sondern der Leser wurde hier auch von einer einzigartigen, magisch angehauchten Atmosphäre umgeben.

Natürlich hatte ich erst einmal keine Ahnung, was ich mir unter den Avicen vorzustellen habe. Meiner Ungewissheit hat Melissa Grey jedoch schnell ein Ende bereitet: Die Avicen sind vogelähnliche Wesen, die Federn anstelle von Haut besitzen. Jeder von ihnen sieht ein wenig anders aus. Der eine ähnelt einer Eule, der andere einem Adler oder Falken. Mit diesen Beschreibungen hat mich die Autorin total in ihren Bann gezogen. Ich habe Echo wirklich beneidet, dass sie bei ihnen leben darf – auch wenn die Avicen sie nicht als ein Teil ihres Volkes sehen. Echo ist nämlich ein Menschenmädchen, das die Ala, die Seherin der Avicen, vor gut 10 Jahren in einer Bibliothek gefunden und schließlich bei sich aufgenommen hat. Die Ablehnung schmerzt Echo natürlich, doch lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Und genau das mochte ich so an ihr. Sie ist ein wirklich taffes Mädchen, das sich von nichts und niemand den Mund verbieten lässt. Sie sagt was sie denkt und steht auch dazu. Alles in allem war Echo eine tolle Protagonistin, weshalb ich es unbeschreiblich schade fand, dass ich bis zum Schluss das Gefühl hatte, dass zwischen ihr und mir eine gewisse Distanz geblieben ist.

Mit Caius, dem Prinz der Drakhari, kam ein weiteres faszinierendes Völkchen hinzu. Die Drakhari stammen nämlich von Drachen ab. Allerdings ist davon in ihrem Äußeren nicht mehr viel zu sehen. Lediglich die Schuppen auf ihren Wangenknochen weisen auf ihren Wurzeln hin. Caius war mir wie Echo sofort sympathisch, da man auf anhieb gespürt hat, dass er anders als die anderen Drakhari ist. Im Gegensatz zu seiner Zwillingsschwester Tanith verspürt er keinen derartigen Hass auf die Avicen. Was der Grund hierfür ist, wird von der Autorin immer mal wieder angedeutet.

Die Avicen und die Drakhari verbindet seit Jahrhunderten eine unerbittliche Feindschaft, die sogar dazu geführt hat, dass der Krieg zwischen ihnen ausgebrochen ist. Und obwohl bereits auf beiden Seiten zahlreiche Opfer zu beklagen sind, scheint kein Ende in Sicht. Durch eine zufällige Entdeckung kommt jedoch der sagenumwobene Feuervogel, von dem es heißt, dass er der einzige sei, der den Krieg zwischen den Völkern beenden kann, in Spiel.

Der Feuervogel und die Suche danach haben mich zunächst noch mehr an die Seiten gefesselt, da ich echt gespannt war, ob es Echo und/oder Caius gelingen wird ihn zu finden. Mit der Zeit hat diese Wirkung allerdings etwas nachgelassen. Zwar gab es einige interessante Wendungen, doch die ruhigeren Stellen zwischendurch haben sich ziemlich gezogen. Darüber hinaus konnte ich mit den aufkommenden Gefühlen zwischen Echo und Caius leider nicht so richtig was anfangen, da für mich keine Chemie spürbar war. 

 
Mit „Midnight Girl: Das Lied des Feuervogels“ ist Melissa Grey ein guter Auftakt zu einer vielversprechenden Trilogie gelungen. Die Geschichte gestaltet sich spannend und abwechslungsreich, wobei mich die Autorin nicht voll und ganz überzeugen konnte. So hätte ich mir beispielweise noch mehr Informationen über die Avicen und Drakhari gewünscht. Die Protagonistin Echo war mir zwar sehr sympathisch, doch habe ich mich bis zum Schluss nicht wirklich verbunden mit ihr gefühlt. Nichtsdestotrotz bin ich sehr neugierig wie es mit ihr (und Caius) in Band 2 weitergehen wird.   
 

Melissa Grey schrieb mit zwölf Jahren ihre erste Kurzgeschichte und hat seitdem nicht mehr mit dem Schreiben aufgehört. Nach einem Abschluss an der Yale University begann sie eine Reise rund um den Globus und entdeckte ihr geheimes Talent, U-Bahn-Netze in so gut wie jeder Sprache souverän zu beherrschen. Melissa Grey arbeitet als freie Journalistin in New York City. Mit "Midnight Girl" gibt sie ihr Debüt im Jugendbuch. [Quelle: Verlagshomepage cbj]




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- Sarina