Sonntag, 15. November 2015

(Leseeindruck) "Der Palast der Meere" von Rebecca Gablé

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London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac soll unterdessen das Erbe des Hauses Waringham antreten. Aber Isaac flieht und schleicht sich als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung nimmt ihn der junge Matrose Francis Drake unter seine Fittiche, doch bei einem Stopp auf der Insel Teneriffa verkauft Kapitän und Freibeuter John Hawkins ihn als Sklaven an spanische Pflanzer. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei - unter der Bedingung, dass er erneut in Hawkins' Dienst tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt - und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt... 

 
„Der Palast der Meere“ ist mein erstes Buch von Rebecca Gablé, aber definitiv nicht mein letztes, denn wer es schafft 960 Seiten stets spannend (naja mit kleinen Ausnahmen!) zu gestalten, sodass man immerzu weiterlesen möchte, ist es wert, dass man mehr von ihm liest. Am Anfang hatte ich etwas Respekt vor dieser beträchtlichen Seitenzahl, doch am Ende hätte keine Seite weniger sein dürfen. Ich war froh so viel Zeit mit den beiden Charakteren Isaac und Eleanor verbringen zu dürfen und sie besser kennenzulernen. Außerdem waren ihre (Lebens-) Geschichten alles andere als langweilig.

Auf Isaac trifft das Wort Taugenichts absolut treffend zu, dennoch hat er etwas an sich, dass ihn mir sofort sympathisch machte. Seine lockere und unbeschwerte Art ist ihm im Laufe der Geschichte aber nicht immer gut bekommen. Manchmal war er etwas zu naiv und zu unbeschwert. Im weiteren Verlauf ist jedoch eine große Entwicklung bei ihm zu bemerken. Seine Jahre in der Sklaverei haben ihn deutlich reifer und erwachsener werden lassen, wobei ihm sein Schalk und Humor nicht abhanden gekommen. Ich habe mit Isaac stets mitgefiebert, mitgefühlt und mitgelitten.

Obwohl ich fand, dass Eleanor eine interessante und vor allem starke Persönlichkeit ist, war sie mir die meiste Zeit ziemlich unsympathisch. In meinen Augen kam sie sehr arrogant und herablassend herübergekommen. Außerdem hat es mich gestört, dass sie stets geglaubt hat, immer das Richtige zu tun. Leider hat sich auch im weiteren Handlungsverlauf nichts daran geändert.

Die Kapitel werden abwechselnd aus ihren Perspektiven erzählt, wobei zu Ende jedes Abschnittes ein Cliffhanger auf den Leser gewartet hat. Meine Neugier wurde dadurch natürlich bis ins unermessliche gesteigert, sodass ich immerzu weiterlesen wollte.

Besonders gut gefallen hat mir, wie Rebecca Gablé die historischen Ereignisse/Gegebenheiten mit der Fiktion vermischt hat. Und zwar in einer Art und Weise, dass es nie unglaubwürdig oder seltsam gewirkt hat. Außerdem hat sie die Handlung so abwechslungsreich wie möglich gestaltet. So dürfen wir uns u.a. mit dem beginnende Handel mit Sklaven aus der neuen Welt, der Frage, wer die rechtmäßige Königin von England ist, und natürlich einigen Intrigen am Hofe der Königin, beschäftigen. Für jemanden wie mich, der sich sehr für Geschichte interessiert, war dies unglaublich spannend.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, wie bildhaft dieser Roman geschrieben wurde. Wenn ich die Buchseiten aufgeklappt habe, hatte ich das Gefühl in eine andere Welt abzutauchen. Entweder war ich mit Isaac auf hoher See bzw. in den Ländern der neuen Welt oder mit Eleanor im alten England unterwegs, um ihrem Ruf als Auge der Königin gerecht zu werden. Ich hatte den Eindruck, als würde ich das Ganze nicht nur zu lesen, sondern mit ihnen wirklich dort zu sein.

Im Mittelteil bin ich nicht ganz so schnell vorangekommen, da für mich nicht erkenntlich war, worauf die Geschichte hinaus möchte. Einige Passagen, die weniger interessant für mich waren, habe ich schließlich überflogen, um schneller zu den Interessanteren zu gelangen. Auf den letzten 200-300 Seiten sah es aber wieder ganz anders aus :)

 
Mit „Der Palast der Meere“ erzählt Rebecca Gablé eine spannende und mitreißende Geschichte, die mich - auch wenn ich im Mittelteil einige weniger interessante Passagen überflogen habe – nur so an die Seiten gefesselt hat. Die Charaktere sind allesamt interessante Persönlichkeiten und äußerst detailreich gestaltet. Am besten hat mir jedoch gefallen wie gut die historischen Ereignisse recherchiert und mit der Fiktion verflochten wurden.   

 
Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus. [Quelle: Verlagshomepage Bastei Lübbe]



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- Sarina