Samstag, 3. Oktober 2015

(Leseeindruck) "Solitaire" von Alice Oseman

http://www.dtv-dasjungebuch.de/buecher/solitaire_76119.html
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In die Leseprobe hineinschnuppern?

 
Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt. 

 
Was ist dieses Jahr nur los? Warum enttäuschen mich nur so viele Bücher, auf die ich mich im Vorfeld wirklich sehr gefreut habe? Bei „Solitaire“ war das leider auch der Fall! Ich hatte mir die Geschichte und den Handlungsverlauf ganz anders vorgestellt. In meiner Vorstellung kam ganz sicher keine unsympathische Protagonistin vor, die mich 368 Seiten lang mit ihrem Pessimismus und ihrer Lustlosigkeit nervt.

Ja, Tori war der Hauptgrund, weshalb mir „Solitaire“ nicht gefallen hat. Wie bereits erwähnt, ist sie ein furchtbar pessimistischer Mensch, der alles und jeden hasst (Es konnte mir später nur noch ein Augenverdrehen entlocken, wenn sie mal wieder etwas zu ihrer Hassliste hinzugefügt hat). Natürlich habe ich auch mal schlechte Laune und jeder von uns ist mal traurig oder niedergeschlagen, aber Tori übertreibt es wirklich. Ich glaube die Autorin wollte sie als depressiven Menschen darstellen, doch dabei hat sie das Ziel etwas verfehlt. Tori war für mich nicht wirklich depressiv. Ich denke, dass sie sich so sehr an ihre Mir-ist-alles-egal-Haltung gewöhnt hat, dass sie aus Prinzip daran festhält. Außerdem hat sie für Depressionen überhaupt keinen Grund. Sie muss sich mit kaum einen Problem herumschlagen. Sie schreibt weder schlechte Note, noch ist sie ein Außenseiter. Ihr habt richtig gelesen: Es ist tatsächlich jemand mit Tori befreundet^^ Im Vergleich zu ihrem Bruder Charlie, der wirklich psychisch erkrankt ist und mit einigen Dingen zu kämpfen hat, geht es ihr richtig gut.

Die Geschichte an sich war leider auch nicht wirklich interessant oder gar spannend. Anfangs konnte die geheime Gruppe Solitaire noch meine Neugier wecken. Ich habe mich gefragt, was sie mit ihren Aktionen bezwecken wollen und natürlich hat es mich brennend interessiert, wer dahinter steckt. Ihre Streiche waren jedoch zunächst ziemlich harmlos und fast schon langweilig. Außerdem ist der Plot eine Weile nur vor sich hingeplätschert ohne erkennen zu lassen, worauf die Autorin letztendlich hinaus möchte. Meine Neugier ist daraufhin nach und nach abgeflacht, sodass es mir ziemlich schwer gefallen ist, mich zum Weiterlesen anzutreiben.

Nach dem nun alles Negative gesagt wurde, kommen ich zu den positiven Aspekten:

Alice Oseman schreibt wirklich gut, sodass ich eigentlich nur so durch die Seiten hätte fliegen müssen, aber da Tori so unsympathisch ist und mich auch die Geschichte nicht wirklich begeistern konnte, war leider das Gegenteil der Fall. Trotzdem verdient Frau Oseman meinen Respekt – immerhin war sie erst 17 Jahre alt, als sie Solitaire geschrieben hat.

Michael, der vor kurzem an Toris Schule gewechselt hat und seit seiner ersten Begegnung mit ihr versucht sich mit ihr anzufreunden, auf anhieb super sympathisch. Er ist zwar ein wenig eigen, aber durch und durch liebenswert. Das gleiche gilt für Toris Bruder Charlie, den ich sehr in mein Herz geschlossen habe.

 
„Solitaire“ von Alice Oseman war für mich leider ziemlich enttäuschend. Die Protagonistin Tori ist mir bis zum Schluss unsympathisch geblieben. Ihr Pessimismus und ihre Lustlosigkeit haben verhindert, dass ich irgendeine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Die Geschichte an sich konnte mich weder fesseln noch mitreißen oder gar berühren. Ich fand sie einfach nichtssagend. Alice Oseman’s Schreibstil hat mir dagegen gut gefallen. Ebenso sah es mit den beiden Nebencharakteren Michael und Charlie aus.   

Alice Oseman schrieb ›Solitaire‹, als sie siebzehn und noch Schülerin war. Für ihren ersten Roman hat sie sich intensiv mit dem Leben "leidenschaftlich pessimistischer" Teenager, die die ganze Zeit im Internet surfen, beschäftigt, indem sie selbst ein leidenschaftlich pessimistischer Teenager war, der die ganze Zeit im Internet surfte. Inzwischen studiert sie Englische Literatur an der renommierten Durham University und verbringt weiterhin viel Zeit auf Twitter und bei Tumblr. [Quelle: Verlagshomepage dtv Verlag]

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- Sarina