Samstag, 10. Oktober 2015

(Leseeindruck) "Besser als der beste Plan" von Lauren Morrill

http://www.carlsen.de/hardcover/besser-als-der-beste-plan/34878 
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Julia träumt von der großen Liebe – und ganz klar, der perfekte Kandidat dafür ist Mark. Nur weiß der noch nichts von seinem Glück und ist auch nicht bei der Klassenfahrt nach London dabei, für die Julia schon so lange Pläne geschmiedet hat. Aber dass ausgerechnet der nervige Jason ihr Referatspartner wird, damit hat sie nicht gerechnet. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein, doch als Julia nach einer wilden Party SMS von einer unbekannten Nummer bekommt, hilft Jason ihr, dem Absender quer durch London hinterherzujagen. Am Ende wartet eine Überraschung auf sie, denn manchmal kann das Leben auch den besten Plan durchkreuzen.

 
„Besser als der beste Plan“ war alles in allem eine süße, kurzweilige Liebesgeschichte, die mir als Leser jede Menge Witz und Humor geboten hat. Letzteres ist der Kombination Jason und Julia zu verdanken. Die beiden sind nämlich das genaue Gegenteil voneinander…Während Julia ein eher ruhiges Mädchen ist, das sich stets an Regeln hält, ist Justin eher der spontane Typ, der Regeln auch einmal bricht, wenn ihm danach ist, und sich gerne als Klassenclown die Zeit verdingt. Im Alltag haben sie bisher nicht viel miteinander zu tun gehabt, doch auf der Klassenfahrt sind sie nun dazu gezwungen als Partner zusammenzuarbeiten. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, läuft das nicht ganz ohne Komplikationen ab…

Doch auch wenn Justin Julia immer wieder in einige verrückte Situationen verwickelt und sie deshalb mehr als einmal aneinandergeraten, entwickelt langsam aber sicher eine Freundschaft zwischen den beiden. Als Julia plötzlich von einem Unbekannten SMS bekommt, steht ihr Jason mit Rat und Tat zur Seite, um den Absender ausfindig zu machen. Die Suche gestaltet sich allerdings alles andere als einfach. Es hat mir Spaß gemacht dieses Rätsel zu verfolgen, da ich wirklich neugierig war, wer Julia diese SMS schickt. Dank dem locker, leichten Schreibstil von Lauren Morrill bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin London und seine vielen Sehenswürdigkeiten nicht ganz aus den Augen verloren, sondern sie in die Handlung mit eingebunden hat.

Wer den Klappentext liest, könnte denken, dass der Fokus auf der Liebesgeschichte liegen wird. Dem ist allerdings nicht so! Ich fand, dass die kleinen Kabbeleien und Auseinandersetzungen zwischen Julia und Jason mehr im Vordergrund standen. Während ich mich jedoch zu Beginn über ihre Schlagabtausche köstlich amüsiert habe, wurde es mit der Zeit etwas anstrengend und nervig, da sie sich wirklich andauernd in die Haare bekommen haben.

Julia ist ein ruhiges Mädchen, das sich lieber mit einem guten Buch zurückzieht, als sich ständig auf irgendwelche Partys herumzutreiben. Darüber hinaus würde sie nie etwas Verbotenes tun, da es ihr wichtig ist, sich an Regeln aller Art zu halten. Letzteres verfolgt sich vielleicht ein bisschen zu konsequent, wodurch sie meistens ziemlich verkrampft herüberkommt bzw. wie eine Spaßbremse aussieht. Nicht so gut gefallen hat mir, dass sie sich ganz schön abschätzig über ihre Mitschüler geäußert hat, obwohl sie sich beim Großteil nicht einmal die Mühe gemacht hat sie richtig kennenzulernen. Das hat sie leider ein wenig arrogant wirken lassen – vor allem da sie von ihrer Meinung nicht abrücken wollte. Auch gegenüber Justin verhält sie sich nicht immer so nett. Zwar muss ich ihr recht geben, dass er und seine Scherze manchmal alles andere als lustig, eher kindisch und nervig sind, aber im Großen und Ganzen ist er wirklich kein schlechter Kerl. Immer wenn sie über ihre große Liebe Mark gesprochen hat, konnte ich nur die Augen verdrehen. Sie idealisiert ihn zum absoluten Traumtypen, aufgrund von Erlebnissen aus ihrer Kindheit, als sie noch beste Freunde waren. Und an diesen Vorstellungen hält sie fest, obwohl sie gar nicht weiß, wie er heute ist. Im hinteren Teil des Buches ist es mir leider immer schwerer gefallen ihr Verhalten zu verstehen. Über viele ihrer Entscheidungen konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

Während Julia mit zunehmender Seitenzahl an Sympathie verloren hat, hat Justin stetig mehr dazugewonnen. Während ich ihn vorher eher als nervig empfunden hatte, habe ich ihn und seine lockere und unbekümmert Art echt zu schätzen gelernt. Ich fand es gut, dass er sich von Julia nicht alles gefallen hat lassen, sondern ihr auch mal die Meinung gegeigt hat.

Das Ende war für mich nicht ganz so überraschend, da ich es ab der Hälfte des Buches zumindest teilweise vorausgeahnt habe. Außerdem wurde mir das Geschehen ein wenig zu schnell abgehandelt.

 
„Besser als der beste Plan“ von Lauren Morrill ist eine süße Liebesgeschichte, die mich für ein paar Stunden ganz gut unterhalten konnte. Julia und Justin sind alles in allem sympathisch Protagonisten, wenn ich ihr Verhalten auch manchmal nicht so ganz nachvollziehen konnte. Ihre kleinen Zankereien fand ich am Anfang sehr amüsant, doch mit der Zeit wurden sie etwas anstrengend, da sie sich wegen vielen, unwichtigen Kleinigkeiten in die Haare bekommen haben.  
 

 
Lauren Morrill wuchs in Tennessee auf und studierte Geschichte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Lucy in Cambridge, Massachusetts. Wenn sie nicht schreibt, spielt sie leidenschaftlich gerne Roller Derby. „Besser als der beste Plan“ ist ihr erster Roman. [Quelle: Verlagshomepage Carlsen Verlag]



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- Sarina