Donnerstag, 10. September 2015

(Leseeindruck) "Das Apfelkuchenwunder oder die Logik des Verschwindens" von Sarah Moore Fitzgerald

http://www.fischerverlage.de/buch/das_apfelkuchenwunder_oder_die_logik_des_verschwindens/9783737351966 
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Oscar ist Megs bester Freund. Er hat ein besonderes Gespür für seine Mitmenschen und ist mit seinem Apfelkuchen stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Doch als er selbst Hilfe braucht, ist Meg am anderen Ende der Welt. Und auch sonst ist niemand für ihn da. Oscar verschwindet spurlos – und alle befürchten das Schlimmste. Alle, bis auf Meg. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was wirklich passiert ist 

 
Kennt ihr das: Ihr habt ein wirklich tolles Buch gelesen, aber ihr findet hinterher nicht die richtigen Worte um zu beschreiben, warum ihr die Geschichte so schön fandet? Genau vor diesem Problem stehe ich bei „Das Apfelkuchenwunder“. Sarah Moore Fitzgerald ist es gelungen mich vom ersten Augenblick an die Seiten zu fesseln und mich Stück für Stück zu einem Teil der Geschichte werden zu lassen. Darüber hinaus hat sie es geschafft, dass ich mich sowohl mit Meg als auch mit Oscar emotional verbunden gefühlt habe. Das hat sich mitunter darin gezeigt, dass mich gewisse Ereignisse/Wendungen, die ihre Freundschaft negativ beeinflusst hat, richtig aufgewühlt haben.

Oscar und Meg sind schon seit vielen Jahren die besten Freunde und dachten eigentlich, dass nichts und niemand sie auseinanderbringen könnte. Doch als Meg mit ihren Eltern für ein halbes Jahr nach Neuseeland zieht, distanzieren sie sich zunehmend voneinander, obwohl Oscar weiterhin regelmäßig Emails schreibt und ihr damit zeigt, dass sie ihm immer noch wichtig ist. Meg ist sich da allerdings nicht so sicher. Sie ist eifersüchtig, dass Oscar sich so gut mit Paloma, dem Mädchen, das mit ihrer Mutter in ihrem Zuhause wohnt, versteht, da es ihr vorkommt als wäre sie durch Paloma ersetzt worden. Verletzt zieht sie sich zurück. Als es dann auch noch zu weiteren Missverständnissen zwischen den beiden kommt, bricht sie den Kontakt schließlich ganz ab, bis sie die Nachricht von Oscars angeblichem Selbstmord bekommt und nach Irland zurückkehrt. Sie kann und will nicht glauben, dass Oscar nicht mehr leben soll. Darum macht sie sich zusammen mit Oscars kleinem Bruder Stevie auf die Suche nach Oscar…

„Das Apfelkuchenwunder“ wird abwechselnd aus der Perspektive von Meg und von Oscar erzählt, wodurch der Leser nach und nach erfährt, was nach Megs Weggang aus Irland, dem Einzug von Paloma und Oscars Verschwinden passiert ist. Dabei zeigt sich ganz deutlich, dass zwischen den beiden absichtlich Zwietracht gesät wurde. Dafür ist vor allem Paloma verantwortlich (Ich muss wohl nicht extra betonen, dass ich sie überhaupt nicht leiden konnte!) Ich war ganz verzweifelt, als sich mir die ganzen Missverständnisse, die es zwischen Meg und Oscar gibt, gezeigt haben, da ich am liebsten alles dafür getan hätte, um den Schaden auf der Stelle zu beheben.

Meg mochte ich richtig gerne und ich habe sie während des Lesens sehr liebgewonnen. Das lag daran, dass ich ihre Gedanken und Gefühle so gut nachvollziehen konnte, auch wenn ich ihre Entscheidungen persönlich nicht immer gut fand. Aber wer von uns macht bitte keine Fehler? Schön fand ich, dass sie Oscar, trotz allem, was zwischen ihr und ihm in den letzten Monaten vorgefallen ist, nicht aufgibt, sondern sich daran macht herauszufinden, was nach ihrem Umzug passiert ist.

Oscar ist eine ganz zauberhafte Person, mit der ich im echten Leben wirklich sehr gerne befreundet wäre. Er ist ein herzensguter Mensch, der für jeden ein offenes Ohr hat und ein echtes Gespür für die Sorgen und Probleme seiner Mitmenschen zu haben scheint. Jedenfalls sieht er es anderen sofort an, wenn es ihnen schlecht geht und versucht alles um sie wieder aufzumuntern. Bestes Mittel hierfür ist sein berühmter Apfelkuchen. Doch gerade weil Oscar so ein gutmütiger Mensch ist, geht er leider ein wenig naiv und zu vertrauensselig durchs Leben, sodass so falsche und intrigante Schlangen wie Paloma leichtes Spiel mit ihm haben. Er muss den Unterschied zwischen wahrer und falscher Freundschaft schmerzhaft am eigenen Leib erfahren.

Ich habe das ganze Buch über wie verrückt mit Meg und Oscar mitgefiebert und mit ihnen mitgefühlt. Manchmal hätte ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können, da niemand Palomas wahres Ich zu durschauen vermag. Letztendlich bin ich jedoch mit einem mehr als zufriedenstellenden Ende belohnt worden.

 
Mit „Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens“ erzählt Sarah Moore Fitzgerald eine wirklich schöne Geschichte, die mit vielen liebenswerten Charakteren ausgestattet ist. Vor allem die beiden Hauptcharaktere Meg und Oscar schleichen sich in das Herz des Lesers, sodass man mit ihnen bis zum Schluss mitfühlt und mitfiebert. Der Schreib- bzw. Erzählstil von Frau Moore ist sehr einfach gehalten und richtet sich eher an ein jüngeres Publikum. Obwohl ich alles in allem zufrieden war, habe ich keine 5 Sterne vergeben. Mir hat hier und da einfach etwas gefehlt. Außerdem waren mir Meg und Oscar stellenweise ein wenig zu naiv und vertrauensselig.  

Sarah Moore Fitzgerald, geboren 1965 in New York, USA, ist Professorin für Psychologie. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Limerick, Irland, und glaubt ganz fest an die magische Wirkung von Apfelkuchen. Und daran, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf. [Quelle: Verlagshomepage S. Fischer Verlage]


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- Sarina