Donnerstag, 16. Juli 2015

(Leseeindruck) "Halbe Helden" von Erin Jade Lange

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So ganz kann Dane sich nicht erklären, wie er da hineingeraten ist: Gerade ging er noch (überwiegend) friedlich und unbescholten zur Schule, jetzt hat er einen Aufpasserjob. Dumm nur, dass Billy D., ein neuer Schüler mit Downsyndrom, nicht will, dass man auf ihn aufpasst – viel lieber ist ihm, wenn Dane ihm beibringt, wie man sich prügelt, oder wenn er ihm hilft, seinen Dad zu finden. Der hat Billy nämlich einen Atlas mit geheimnisvollen Hinweisen hinterlassen, und Billy ist überzeugt, dass sie ihn am Ende zu seinem Vater bringen werden. Dane kann den Ärger förmlich riechen, der ihm blüht, wenn er Billy einmal quer durchs Land kutschiert, aber dessen Enthusiasmus hat er wenig entgegenzusetzen. Wo ihr Weg sie schließlich hinführt, hat keiner von ihnen geahnt… 


„Halbe Helden“ ist mein erstes Must Read im zweiten Quartal 2015 und gleichzeitig mein erstes Monathighlight im Juli. Bereits der Klappentext konnte mich davon überzeugt, dass die Geschichte genau meinem Geschmack entspricht und ich dieses Buch bestimmt lieben werde. Die ersten Seiten haben diesen Eindruck schließlich nur bestätigt. Federleicht bin ich durch die Sätze und Zeilen geschwebt, habe die Bekanntschaft mit Dane und Billy gemacht und mir dabei das eine oder andere Lächeln nicht verkneifen können. Billy ist nämlich ein kleines Schlitzohr und mit allen Wassern gewaschen.

Dane war ich gegenüber zuerst skeptisch, da er für mich auf den ersten Blick kein Charakter war, den ich als sympathisch bezeichnen würde. Denn schon bei der kleinsten Provokation (die meistens nur er als solche empfindet), geht er auf seine Mitschüler los und lässt seine Fäuste sprechen. Doch wie man schnell feststellt ist das nur eine Seite von ihm. Eigentlich ist er ein netter Kerl, dem es wichtig ist gute Noten zu schreiben, damit später einmal etwas aus ihm wird. Außerdem liebt er seine Mutter über alles, weshalb es ihm leid tut ihr immer wieder Kummer zu bereiten. Das alles zusammen hat ihn mir total sympathisch gemacht.

Billy D. hat sich vom ersten Augenblick in mein Herz geschlichen, da er mich an einen Jungen aus unserem Bekanntenkreis erinnert, der ebenfalls das Downsyndrom hat. Wie er, ist Billy die reinste Frohnatur und geht so unbefangen an die Dinge heran, dass man nur staunen kann, wo er all das Selbstvertrauen hernimmt. Im Übrigen ist er sehr ehrlich und spricht meistens das aus was er denkt – in manchen Situationen ist das mal mehr mal weniger gut. Darüber hinaus ist es ihm wichtig, dass er nicht auf seine Behinderung reduziert oder für dumm gehalten wird. Er möchte als normaler Junge wahrgenommen werden. Der einzige Charakterzug, der mir nicht so gut an ihm gefallen hat, dass Billy Dane stellenweise ganz schön zusetzt und ihn emotional erpresst hat.

Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten und Dane am Anfang alles andere als begeistert ist Billys Aufpasser zu spielen, ist er insgeheim jedoch lange nicht so genervt von seiner Anwesenheit wie er immer tut. Daher war es kaum verwunderlich, dass sich mit der Zeit eine wahnsinnig tolle Freundschaft zwischen ihnen entwickelt hat, die man als etwas besonderes bezeichnen könnte. Am schönsten war jedoch die beiden dabei zu beobachten wie sie voneinander profitieren und sich gegenseitig beeinflussen.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist allerdings der Atlas, den Billys Dad seinen Sohn hinterlassen hat und der voll mit Hinweisen ist. Billy möchte diese mit aller Macht lösen, da er davon überzeugt ist, dass sie ihn zum aktuellen Aufenthaltsort seines Vaters führen werden. Einige Rätsel hat er bereits selbst gelöst, doch für die anderen braucht er Danes Unterstützung. Dane ist nicht wirklich begeistert davon, da es ihn daran erinnert, dass er kaum etwas über seinen leiblichen Vater weiß und ihn wahrscheinlich auch nie kennenlernen wird. Seine Neugier gewinnt aber die Überhand, sodass er sich der Suche trotzdem anschließt. Zusätzliche Hilfe gibt es von Seely, einem Mädchen das ebenfalls auf ihre Schule geht. Ich fand sie richtig klasse, da sie nicht das typische Mädchen ist, was sich darin gezeigt hat, dass sie Dane in Sachen Autokenntnisse weit voraus ist. Diese Schnitzeljagd hat ordentlich Spannung in die Geschichte gebracht, vor allem da man mit der Zeit etwas misstrauisch wird, da Billys Mutter sich ziemlich komisch verhält, wenn Billy seinen Dad zur Sprache bringt. Außerdem schweigt sie sich beharrlich über die Gründe ihrer Trennung aus, was in mir die Frage aufkommen ließ, ob nicht vielleicht etwas Ernsthaftes dahinter steckt.

Die vorhandene oder eben nicht vorhandene Beziehung zwischen Vater und Sohn wurde gut und einfühlsam thematisiert. Das Ende hat mich alles in allem zufrieden gestellt, wenn ich mir doch einen anderen Ausgang ausgemalt hatte.


Mit „Halbe Helden“ erzählt Erin Jade Lange eine warmherzige und humorvolle Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. Thematisiert wird die Freundschaft zwischen zwei Jungs, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlich sein könnten, durch die Suche nach Billys Vater jedoch zusammenwachsen und mit der Zeit unglaublich viel voneinander lernen. Erin Jade Langer hat einen schönen und flüssigen Schreibstil, der sich wunderbar lesen lässt. Die Charaktere sind tiefgründig, sehr facettenreich gezeichnet und könnten einem so jederzeit im Reallife begegnen.  


 
Tagsüber berichtet Erin Jade Lange über Fakten, nachts schreibt sie Romane: Die Autorin nutzt ihre journalistische Erfahrung, um aktuelle Themen erzählerisch aufzuarbeiten und dabei zu untersuchen, wie sie Jugendliche beeinflussen. Sie lebt mit ihrem Mann in Arizona. Halbe Helden ist ihr zweiter Roman. [Quelle: Verlagshomepage Magellan Verlag]




1 Kommentar:

  1. Hallo

    Das Buch hatte ich auch schon in der Hand. Klingt gut.

    Liebe Grüße, Gisela

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Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina