Montag, 15. Juni 2015

(Leseeindruck) "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" von Sabaa Tahir

http://www.amazon.de/Elias-Laia-Die-Herrschaft-Masken/dp/3846600091/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1434122989&sr=1-1&keywords=Elias+%26+Laia 
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Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft. Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste...

 
Die Geschichte beginnt auf jeden Fall äußerst vielversprechend. Nachdem es auf Seite 1 und 2 eher ruhiger zugegangen ist, wird es auf den nachfolgenden Seiten bereits sehr mitreißend und packend. Voller Anspannung und mit angehaltenem Atem verfolgt man wie Laia und ihre Familie nachts von Masken, den Elitesoldaten der Martialen überfallen werden, wie ihr in letzter Sekunde die Flucht gelingt und wie sie von da an alles Menschenmögliche tut um Darin wieder zu befreien. Aber auch Elias, der kurz vor seiner Abschlussfeier an der Militärakademie des Imperiums steht, lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich. Denn anstatt sich wie alle anderen darauf zu freuen, bald in den Dienst des Imperiums zu treten, plant Elias seine Flucht aus Schwarzkliff. Leider kommt es dann  ganz anders als gedacht und Elias wird vor neue, sehr schwere Prüfungen gestellt…

Von diesem Augenblick an reiht sich ein Spannungsmoment an den nächsten. Die Autorin macht es ihren Charakteren nicht gerade einfach, sodass man mit der Zeit lernt, misstrauisch gegenüber jedem noch so kleinen Hoffnungsschimmer zu werden. Ich habe mit Elias und Laia mitgefiebert und vor allem bei Laia ununterbrochen gehofft, dass ihre Tarnung nicht auffliegt. Am Anfang fand ich ihre naive und etwas weinerliche Art noch anstrengend, aber ich muss sagen, dass sie im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung durchgemacht hat und schlussendlich viel mehr Selbstbewusstsein besitzt. Elias ist ein sehr gut ausgearbeiteter Charakter, der wie Laia an seinen Aufgaben wächst und sich ebenfalls toll weiterentwickelt. Allerdings muss ich sagen, dass ich ihn von Anfang an um einiges mehr wie Laia mochte. Seine Gedanken und Gefühle sind so authentisch herübergebracht worden, dass ich mich mehr mit ihm verbunden gefühlt habe. Er hat ganz bestimmten Prinzipien bzw. Moralvorstellungen und ist daher nicht bereit sich vom Imperium als Werkzeug benutzen lassen.

Erwähnenswert sind auch die ganzen Nebencharaktere, die wie die beiden Protagonisten sehr viel Tiefe besitzen. Besonders interessant fand ich Elias beste Freundin Helena, die einzige Frau unter den ganzen männlichen Maskenanwärterinnen, was allein schon ziemlich beeindruckend ist. Darüber hinaus erweist sie sich wirklich als eine loyale Freundin, die Elias mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem ist sie für so manche Überraschung gut.

Die Welt, die Sabaa Tahir entworfen hat und in die man mit jeder Seite mehr versinkt, war richtig toll und vor allem schön atmosphärisch. Das lag zum Teil an ihrem bildgewaltigen Schreibstil, durch den ich mich gefühlt habe, als wäre ich in die Antike zurückversetzt worden. Das Leben in der Antike ist für mich schon immer etwas super faszinierendes, wobei ich „faszinierend“ nicht unbedingt als Adjektiv verwenden würde, wenn ich die Welt, in der Elias & Laia leben, beschreiben würde. Obwohl die kleinen Fantasieelemente mich in ihren Bann gezogen haben, dominieren Gewalt, Grausamkeiten und brutales teilweise unmenschliches Verhalten, was immer wieder für kleine und große Schockmomente gesorgt hat.

Die Liebesgeschichte zwischen Elias und Laia bahnt sich relativ spät an, sodass sie nicht allzu groß im Vordergrund steht, was mir gut gefallen hat. Mein Problem war jedoch, dass ich mit den beiden nicht so richtig als Paar warm geworden bin. Mal schauen ob sich das im zweiten Band ändern wird. Dank den unerwarteten Wendungen, die zu Ende noch einmal ordentlich für Schwung sorgen, sind die Seiten nur so dahingeflogen. Die Geschichte besitzt an sich einen relativ abgeschlossenen Schluss, wenn auch einige Fragen unbeantwortet blieben, die für die Fortsetzung viel Potential offen lassen.

„Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir ist ein spannender und fesselnder Pageturner, der darüber hinaus mit zwei wirklich authentischen Protagonisten und einigen interessanten Nebencharakteren zu punkten weiß. Die Welt, in die der Leser entführt wird, ist unglaublich facettenreich und gerade zu Ende für einige Überraschungen gut. Ich freue mich bereits riesig auf Band 2 und hoffe, dass dieser genauso gut wie Band 1 werden wird.  
 

Sabaa Tahir war Redakteurin bei der Washington Post. Berichte über den Nahen Osten beschäftigten sie und führten schließlich dazu, dass sie ihren ersten Roman schrieb. Sie wollte eine Geschichte erzählen, die die Gewalt in unserer Welt abbildet. Sie wollte aber auch Figuren erschaffen, die in dieser Welt Hoffnung finden. Die nach Freiheit suchen und sich für die Liebe entscheiden, egal gegen welche Widerstände. Aus diesem Impuls heraus entstand ihr erster Roman, Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken. [Quelle: Verlagshomepage Bastei Lübbe/One]



1 Kommentar:

  1. Hey :)

    Alle schwärmen so davon und ich bin anscheinend die Einzige, die es noch nicht gelesen hat :D
    Ich finde es hört sich sehr vielversprechend an, ich bin auch ein Fan der Antike, und will es dank deiner Rezi nun NOCH mehr lesen :D

    LG<3
    Anna

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- Sarina