Mittwoch, 24. Juni 2015

(Leseeindruck) "Die Falle" von Melanie Raabe

http://www.amazon.de/Die-Falle-Roman-Melanie-Raabe/dp/3442754917/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1435138726&sr=8-1&keywords=Die+Falle 
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Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert? 

 
So langsam aber sicher nähern sich Thriller und meine Wenigkeit einander an. Dass ich das sagen kann, habe ich unter anderem Melanie Raabe zu verdanken, denn nach dem ich die ersten Sätze, die vom Inhalt her eigentlich noch nicht wirklich spannend waren, gelesen hatte, hatte ich einfach das Gefühl, dass mir „Die Falle“ gefallen wird. Melanie Raabes bildgewaltiger und intensiver Schreibstil erschafft eine unglaublich dichte Atmosphäre, die mich richtig in ihren Bann gezogen hat.

Auch die darauffolgenden Kapitel, in denen wir unsere Protagonistin Linda Conrads kennenlernen, verlaufen eher ruhig, wobei sich unterschwellig schon eine gewisse Spannung aufbaut. Es dauert nämlich nicht lange da werden wir auch schon mit dem traumatischen Erlebnis ihrer Vergangenheit konfrontiert, das der Auslöser dafür war, warum sich Linda nach und nach von ihrem Umfeld zurückgezogen hat, bis sie irgendwann gar nicht mehr die Kraft aufgebracht hat ihr Haus zu verlassen. Sie lebt nun in ihrer eigenen kleinen Welt, ist damit zufrieden ihren Tag nach ihrem festgelegten Rhythmus zu absolvieren und ab und zu Besuch von ihrer Assistentin, ihrem Verleger etc. zu bekommen.

Linda ist eine ausgezeichnete und vor allem sehr interessante Protagonistin, da sie unglaublich viele Facetten aufweist. Obwohl ich durch die Ich-Perspektive permanent Zugang zu ihren Gedanken und Gefühlen hatte, war sie für mich schwer greifbar bzw. durchschaubar. Hinzukommt, dass die Jahre der Isolation und die Ungewissheit, wer hinter dem Mord an ihrer Schwester steckt, sichtbare Spuren bei ihr hinterlassen haben. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass sie selbst nicht genau weiß, ob sie den Erinnerungen an die Tatnacht, vor allem dem Augenblick, in dem sie dem Mörder in die Augen gesehen hat, glauben kann. Durch das eine oder andere Detail haben sich die kleine Momente des Zweifels mit der Zeit bei mir gehäuft, sodass sich bei mir folgenden Frage aufgedrängt hat: Was wenn Linda dermaßen traumatisiert ist und sich das alles nur in ihrem Kopf zurecht gesponnen hat? Die Autorin hat sich meine Zweifel geschickt zunutze gemacht. Es gab mehr als eine Wendung, bei der ich mich gefragt habe, ob das gerade gelesene tatsächlich so passiert ist oder nur eine Wahnvorstellung von Linda war. Das hat die die Spannung ungemein angekurbelt, sodass es mir schwer fiel das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Was sich tatsächlich in der Mordnacht abgespielt hat und was Linda danach alles durchmachen musste, bekommen wir Stück für Stück durch die kurzen Kapitelauszüge aus ihrem neuen Buch „Blutsschwestern“ mitgeteilt. Diese waren für mich fast genauso mitreißend wie der Haupthandlungsstrang, in dem Linda versucht den potentiellen „Mörder“ (schreibe potentiell, da man durch Lindas „wahnhaftes“ Denken, nicht genau weiß, ob es der Journalist wirklich war), auf eigene Faust zu überführen und ihm ein Geständnis zu entlocken. Letzteres erweist sich als absolut schwieriges Vorhaben, der von Linda alles an Mut abverlangt, was sie besitzt. Doch sie hat ihr Ziel fest vor Augen und ist nicht gewillt aufzugeben - selbst wenn sie dafür über ihre Grenze hinaus gehen muss.

Im weiteren Handlungsverlauf ist es der Autorin eigentlich durchweg gelungen mich zu überraschen. Ich dachte wirklich der Wahrheit näher gekommen zu sein, aber leider hat sich das als Trugschluss herausgestellt. Ich bin Frau Raabe direkt in die Falle getappt. Bis zum Schluss wusste ich nicht worauf es letztendlich hinauslaufen wird.  

 
„Die Falle“ von Melanie Raabe ist ein absoluter Pageturner, bei dem man bis zum Schluss miträtselt, was nun tatsächlich der Wahrheit entspricht. Darüber hinaus überzeugt der Thriller mit dem bildgewaltigen und intensiven Schreibstil der Autorin sowie der facettenreichen Protagonistin, die für mich lange Zeit undurchschaubar war. Von daher kann ich euch „Die Falle“ wirklich nur wärmstens weiterempfehlen :)
 
 
Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland. [Quelle: Verlagshomepage btb Verlag]




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- Sarina