Samstag, 28. März 2015

(Leseeindruck) "Zoom: Alles entwickelt sich" von Lena Hach

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Auf die Verlagshomepage?

 
Till fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich. Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert ... Till hat die Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung, Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die Wahrheit über seinen Vater sagen? 


Es gibt Bücher, da liest man ein paar Seiten und ist sofort zu einem Teil der Geschichte geworden. Leider kommen einem jedoch auch immer wieder Bücher unter, bei denen man sich mit dem Einstieg und dem Einfinden schwerer tut. Bei „Zoom“ ist leider letzeres der Fall gewesen. Grund hierfür und dafür, dass ich auch im weiteren Verlauf nicht warm mit der Geschichte geworden bin, ist die Erzählperspektive. Denn anders als erwartet erleben wir nicht Paula und/oder Tills Perspektive, sondern werden von einer unbekannten dritten Person durch das Buch geführt. Über ihn/ sie erfahren wir so gut wie nicht, sodass a) er oder sie mir persönlich vollkommen fremd geblieben ist und b) ich keine Beziehung zu Paula und Till aufbauen konnte, was ich echt schade fand, da die Idee und die Gestaltung des Handlungsverlaufs an sich gar nicht so schlecht sind. Die Autorin erzählt nämlich nicht nur eine stinknormale Liebesgeschichte, wie der Klappentext vielleicht vermitteln mag, sondern versucht etwas mehr in die Tiefe zu gehen, indem sie sich mit einer ernsteren Thematik beschäftigt.

Till, ein eher ruhiger und zurückhaltender Junge, ist niemals ohne seine Leica M4, eine alte Kamera, die früher einmal seinem Vater gehört hat, anzutreffen. Von seinen Mitschüler wird er deshalb schon belächelt. Ihm ist das allerdings egal, da keiner außer ihm weiß, welche Bedeutung die Kamera wirklich hat: Till hat beschlossen die Bilder, die er schießt, erst dann entwickeln zu lassen, wenn sich sein Vater wieder bei ihm meldet. Die Kamera ist somit zu einem Symbol der Hoffnung geworden, stellt aber auch eine Verbindung zwischen ihm und seinem Vater her. Ich konnte Tills Wunsch bzw. seine Situation gut verstehen. Es muss echt hart sein über Jahre hinweg nichts von seinem leiblichen Vater zu hören. Natürlich fragt man sich was hinter dem abgebrochen Kontakt steckt…Diese Frage hat mich mitunter zum weiterlesen verleitet.

Paula ist die Chefredakteurin der Schülerzeitung, die eigentlich erst durch ihr Engagement zu dem geworden ist, was sie heute ist. Ihr Stellenwert an der Schule ist allerdings immer noch sehr gering, was sie durch den Sieg bei einem Schülerzeitungswettbewerb ändern möchte. Aber neben gut recherchierten und geschriebenen Artikeln, sind Bilder das A und O in einer Zeitung. Und so wendet sich Paula hilfesuchend an Till, der ihren Vorschlag jedoch gleich ablehnt…Paulas Art hat mir nicht besonders gefallen, da ich fand, dass sie insbesondere zu Anfang etwas arrogant herüberkommt.

Obwohl die beiden zuvor so gut wie nichts miteinander zu tun hatten, muss Till – nach dem er ihr Angebot abgelehnt hat - ständig an Paula denken. Und auch wenn sie es zunächst nicht wahrhaben will, geht es Paula genauso. Schließlich kommt es wie es kommen mss und es entwickelt sich langsam eine kleine Liebesgeschichte zwischen ihnen.

Mit der Zeit wird Till vor die Frage gestellt, ob er sich weiterhin an seine Hoffnung klammern soll oder ob es nicht besser wäre endlich mit seiner Vergangenheit, seinem Vater, abzuschließen. Lena Hach zeigt uns diesbezüglich auf, wie schwer es uns Menschen fällt Dingen oder anderen Menschen loszulassen, weil der Gedanke diesen Teil seines Lebens akt akta zu legen schmerzt. Andererseits entgehen uns manchmal die schönsten Erlebnisse bzw. Momente, wenn wir immer nur zurück und nie nach vorne schauen.

„Zoom: Alles entwickelt sich“ von Lena Hach ist nettes Buch für Zwischendurch, das mir, wenn die Geschichte aus der Perspektive von Paula oder Till erzählt worden wäre, um einiges besser gefallen hätte, denn so konnte ich zu beiden Protagonisten keine Beziehung aufbauen, was für mich sehr wichtig bei einem Buch ist. Insgesamt betrachtet würde ich „Zoom“ als mittelmäßig bezeichnen, da die Umsetzung der Grundidee einige Schwachstellen aufweist und mich die Geschichte nicht wirklich fesseln konnte.   




Lena Hach, geboren 1982, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie besuchte eine Schule für Clowns, studierte Literatur und Kreatives Schreiben und arbeitete als Journalistin. Es fällt ihr äußerst schwer, an Abrisszetteln vorbeizugehen, die irgendjemand aufgehängt hat, ohne diese zu lesen. [Quelle: Verlagshomepage Beltz & Gelbberg]

 
 


Vielen Dank an 
http://www.beltz.de/
 und 
http://www.bloggdeinbuch.de/


1 Kommentar:

  1. Ich habe das Buch ,,Zoom" auch erst gelesen. Es hat mir gar nicht gefallen. Aber deine Rezension gefällt mir dafür umso besser. Ich mag deinen Schreibstil und du schreibst sehr angenehm.
    LG

    http://raven-books.blogspot.com/

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- Sarina