Donnerstag, 26. März 2015

(Leseeindruck) "Nacht ohne Namen" von Jenny-Mai Nuyen

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Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon – einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt... 

 
„Nacht ohne Namen“ ist bzw. war mein erstes Buch von Jenny-Mai Nuyen, weshalb ich un Vorfeld natürlich sehr neugierig darauf war, wie es mir letztendlich gefallen wird – vor allem nach dem ich bereits einige begeisterte Meinungen zu ihren anderen Geschichten gehört habe. Doch obwohl mir „Nacht ohne Namen“ an sich gut gefallen hat, muss ich leider sagen, dass ich bis zum Schluss nicht richtig warm mit den Charakteren geworden bin und letztendlich mit eher gemischten Gefühlen zurückbleibe.

Dabei sind der Anfang des Buches und der weitere Verlauf wirklich vielversprechend. Das Verschwinden von Nickis Freund Canon, den sie in der U-Bahn kennengelernt und mit dem sie seitdem den Großteil ihrer Zeit verbracht hat, sorgt sofort für eine gewisse Grundspannung, da man unbedingt wissen möchte, was mit ihm passiert ist und warum er auf einmal spurlos verschwunden ist. Die Suche, auf die sich Nicki schließlich begibt, hält für sie nicht nur einiges an Überraschungen und Gefahren parat, sondern konfrontiert sie auch mit einer ganz neuen Sicht auf die Welt. Eher unfreiwillig macht sie nämlich die Bekanntschaft mit dem Inkubus Jucitell Tallis, der ihr von da an nicht mehr von der Seite weicht…

So gut wie mir die Idee, dieses Verschmelzen von Realität und fantastischen Elementen, auch gefallen hat, hatte ich auf den ersten 100 Seiten erst einmal meine Mühen mit all den neuen Informationen über Dämonen und ihre Welt zurechtzukommen. Ich musste mich erst in die Geschichte einfinden. Als mir das halbwegs gelungen war, konnte mich Jenny-Mai Nuyen an die Seiten fesseln und ich wollte - mit Ausnahmen von vereinzelten Stellen im Mittelteil - stets weiterlesen. Ich habe jedes neue Detail in mich aufgesogen, um die Hintergründe noch besser verstehen zu können. Von Seite zu Seite wird die Handlung interessanter und rasanter – die kleinen Durststrecken, in denen es ruhig mehr Spannung und Action hätte geben können, mal außen vorgelassen – denn die Dämonen scheinen nur auf den ersten Blick harmlos zu sein. Doch wie heißt es so schön? Der Schein trügt. Wie Nicki schnell feststellen muss, können die Dämonen die Menschen, mit denen sie einen Pakt geschlossen haben, in ganz schön große Schwierigkeiten bringen.

Jenny Mai- Nuyens Schreibstil lässt sich leicht und flüssig zu lesen. Sie beschreibt sehr detailliert, sodass man sich die Umgebung und spezielle Orte bildhaft vorstellen kann. Desweiteren weiß sie gut mit Worten umzugehen und formuliert Sachen so, dass sie nicht 08/15 klingen.

Nicki ist eine schwierige Protagonistin, mit der ich bis zum Schluss nicht richtig warm geworden bin. Sie ist nicht nur eine Einzelgängerin, sondern auch sehr verschlossen und in sich selbst zurückgezogen. Einzig und allein wenn sie mit Canon zusammen ist, kommt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus. Obwohl die beiden so gut wie nichts voneinander wissen, fühlen sie sich miteinander verbunden. Nicki vertraut ihm blind und dieses Vertrauen lässt sich auch im Laufe der Geschichte durch nichts erschüttern, was als gut oder weniger gut angesehen werden kann. Im Übrigen war sie mir in einigen Momenten zu naiv und gutgläubig. Desweiteren ist es mir schwer gefallen die Gefühle zwischen ihr und Canon nachzuvollziehen, denn dafür habe ich ihn nicht gut genug kennengelernt.

Der Dämon Tallis war mein persönliches Highlight in diesem Buch. Er ist sympathisch, unterhaltsam und ständig damit beschäftigt seinen spitzbübischen Charme zu versprühen. Allerdings kann er auch ziemlich hinterlistig und für die eine oder andere Überraschung gut sein. Insgesamt ein wirklich interessanter Charakter.  

 
Während mich „Nacht ohne Namen“ von Jenny-Mai Nuyen in Sachen Kreativität und Ideenreichtum wirklich begeistern konnte, lässt mich die Geschichte insgesamt doch eher mit gemischten Gefühlen zurück. Das lag hauptsächlich daran, dass ich bis zum Schluss nicht mit der Protagonistin Nicki warm geworden bin und demnach auch nicht richtig mit ihr mitgefühlt bzw. mitgefiebert habe, obwohl sich die Handlung von Seite zu Seite zu spitzt und gefährlicher wird. Desweiteren gab es im Mittelteil vereinzelt kleine Längen, in denen ich mich zum weiterlesen antreiben musste. Als Highlight würde ich definitiv den Dämon Tallis erwähnen, da er mich mit seinen Sprüchen stets zum Schmunzeln gebracht hat.  
 


Jenny-Mai Nuyen wurde mit ihren ersten Fantasyromanen, die sie mit 16 schrieb, zur Bestsellerautorin und als literarischesWunderkind gefeiert. Nach einem abgebrochenen Filmstudium in New York lebt sie heute in Berlin, studiert Philosophie und Religionswissenschaften und schreibt weiterhin Romane. [Quelle: Verlagshomepage dtv Verlag]

 



 

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- Sarina