Freitag, 20. März 2015

(Leseeindruck) "Die Buchspringer" von Mechthild Gläser


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Während des Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste … Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen! Doch erst, als sich die Zwischenfälle auch auf die Realität auswirken und schließlich sogar ein Todesopfer fordern, wird Amy klar, wie ernst die Bedrohung ist. Worauf hat es der geheimnisvolle Attentäter wirklich abgesehen? 

 
Ich glaube ich muss nicht groß erklären, weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Der Titel „Die Buchspringer“ lässt wohl das Herz jedes Buchliebhabers höher schlagen ♥

Nach dem in letzter Zeit nicht alles so glatt in ihrem Leben gelaufen ist, entscheiden sich Amy und ihre Mutter spontan dazu Bochum hinter sich zu lassen und die Sommerferien in Schottland zu verbringen. Auf der kleinen Insel Stormsay lebt die Familie von Amys Mutter, die Amy allerdings noch nie kennengelernt hat. Wie sich schon bald darauf herausstellt hat dies einen ganz besonderen Grund: Die Familie Lennox verfügt über die außergewöhnliche Fähigkeit in Bücher springen zu können, um dort nach dem Rechten zu sehen. Ihre Aufgabe ist es nämlich die einzelnen Geschichten zu beschützen. Für Amy eröffnet sich mit dieser Enthüllung eine ganz neue Welt, in die sie sich nur zu gerne flüchtet. Doch bereits bei ihrem zweiten Sprung bekommt sie mit, dass im Moment so einiges drunter und drüber in der Buchwelt geht…

Ein Buch über Bücher zieht mich immer geradezu magisch an, wobei ich sagen muss, dass ich bisher noch von keinem so begeistert gewesen bin wie von „Die Buchspringer“. Allein die Hintergrundidee ist einfach wundervoll. Ich glaube jeder Leser hat sich schon einmal gewünscht ein Teil seiner Lieblingsgeschichte zu werden, mit dem den Charaktere reden und gemeinsam mit ihnen Abenteuer erleben zu können.

Die Buchwelt, in die Amy springt, ist richtig toll ausgearbeitet und von Mechthild Gläser sehr bildhaft beschrieben worden, sodass man sich alles gut vorstellen konnte. Desweiteren durfte man auf diverse bekannte Gestalten der Weltliteratur wie z.B. Sherlock Holmes, Goethes Werther, der schon bald zu Amys bestem Freund wird oder Shir Khan treffen, die wirklich liebevoll gestaltet wurden. Ach das Lesen bzw. Wandeln durch die verschiedenen Geschichten hat so viel Spaß gemacht, sodass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin.

Der kurze Prolog, der sich dem verschwundenen Sherlock Holmes widmet, hat mich direkt an das Buch gefesselt und natürlich unglaublich neugierig gemacht. Ich hätte am liebsten sofort gewusst, was geschehen ist. Doch wie so oft, habe ich da die Rechnung ohne die Autorin gemacht. Stattdessen hat sie mich weiter auf die Folter gespannt und nach und nach auf weitere Geheimnisse treffen lassen. Das war allerdings nicht schlimm, da mir das Rätseln und Vermutungen anstellen ebenfalls viel Spaß gemacht hat.

Amy ist eine sympathische Protagonistin, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Mit ihrer leicht schusseligen und etwas tollpatschigen Art, durch die sie öfters mal aus der Reihe tanzt, hat sie mich mehr als nur einmal zum Schmunzeln gebracht. Hin und wieder gab es auch einige Seiten aus der Sicht von Will zu lesen. Will, ebenfalls ein Buchspringer, der auf Stormsay geboren bzw. aufgewachsen ist und bereits sein halbes Leben in Geschichten springt, ist ein interessanter Charakter, den man wie Amy einfach in sein Herz schließen muss.

Zwischen den einzelnen Kapiteln sind kleine, mysteriös klingende Ausschnitte aus einem Märchen zu finden, deren Bedeutung sich einem im Laufe der Geschichte Stück für Stück erschließt. Am Ende kommt es zu einem großen, spannenden Showdown, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Doch obwohl Mechthild Gläser der Überraschungseffekt wirklich gelungen ist, bin ich mit dem Ausgang der Geschichte nicht hundertprozentig zufrieden.

 
Mit „Die Buchspringer“ entführt Mechthild Gläser ihre Leser in eine Welt, die wohl das Herz jedes Buchliebhabers höher schlagen lässt. Neben der tollen Grundidee, punktet die Geschichte jedoch vor allem mit der sympathischen Protagonistin Amy, die man trotz oder gerade wegen ihrer etwas tollpatschigen Art einfach in sein Herz schließen muss. Seltsame Vorfälle, zahlreiche Geheimnisse und unerwartete Wendungen sorgen für die notwendige Portion Spannung und lassen einen durch die Seiten rasen, sodass man leider viel zu schnell zum Ende gelangt.



Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren und hat Politik, Geschichte und Wirtschaft studiert. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie außerdem ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie liebt es, sich abstruse Geschichten auszudenken, und hat früh damit begonnen, sie aufzuschreiben. Inspiration dafür findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee. [Quelle: Verlagshomepage Loewe Verlag]

 


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- Sarina