Montag, 5. Januar 2015

(Leseeindruck) "Einfach unvergesslich" von Rowan Coleman

http://www.amazon.de/Einfach-unvergesslich-Roman-Rowan-Coleman/dp/3492060013/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1420281487&sr=8-1&keywords=Einfach+unvergesslich 
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Der Name deiner erstgeborenen Tochter. Das Gesicht deines Mannes. Dein Alter. Deine Adresse. Was wäre, wenn du dich an all diese Dinge nicht mehr erinnern könntest? Was wäre, wenn es kein Gestern mehr gäbe, sondern nur noch den Zauber einzelner Augenblicke? Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Doch das Leben ist zu kurz, um Trübsal zu blasen. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn das Leben ist eine Wundertüte. Und wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar. 

 
„Einfach unvergesslich“ ist wieder einmal so ein Buch bei dem es mir unglaublich schwer fällt die richtigen Worte zu finden, da ich das Gefühl habe der Geschichte nicht gerecht zu werden. Rowan Coleman bring in ihrem Roman ein alles andere als leichtes Thema zur Sprache. Demenz bzw. Alzheimer wird den meisten mittlerweile ein Begriff sein…In den letzten Jahren haben diese Erkrankungen zunehmend an Aufmerksamkeit und Beachtung in unserer Gesellschaft gewonnen. Da meine Mutter eine Zeitlang demenzkranke Menschen betreut hat, wusste ich bereits einiges über diese Krankheiten, neu war für mich allerdings, dass auch schon so „junge Leute“ wie Claire daran erkranken können.

Mit ihren gerade einmal 40 Jahren muss sich Claire damit abfinden, dass ihre Erinnerungen mit jedem Tag weniger werden, denn der Alzheimer hat beschlossen bei ihr besonders schnell voranzuschreiten. Zwar gibt es immer wieder klare Momente, die sie in vollen Zügen genießt und in denen sie versucht so viel Zeit wie möglich mit ihren Töchtern zu verbringen. Doch die Momente, in denen sie selbst die einfachsten Dinge oder Worte nicht mehr weiß überwiegen leider. Dieser Umstand macht nicht nur ihr, sondern auch ihrer Familie zu schaffen – besonders für Claires Mutter. Ihr Mann, Claires Vater, war ebenfalls an Alzheimer erkrankt und sie hat sich bis zu seinem Tod um ihn gekümmert.

Aber auch für Caitlin, Claires älteste Tochter und Claires Mann Greg ist die Situation alles andere als leicht, was Rowan Coleman wunderbar einfühlsam herüber gebracht hat. Sie ist auf ihre Gefühle eingegangen, sodass man ihre Verzweiflung, Wut etc. hautnah spüren und nachvollziehen konnte. Ich möchte gar nicht wissen, wie es für mich wäre, wenn ich miterleben müsste wie meine Mutter mehr und mehr von sich, ihrer Persönlichkeit, verliert. Allein der Gedanke, dass sie sich irgendwann nicht mehr an mich erinnern kann, ist unfassbar traurig.

Wir erfahren jedoch nicht nur Claires Geschichte sondern bekommen auch einen Einblick in Caitlins Gedanken- und Gefühlswelt. Ihr Leben verläuft zurzeit alles andere als geplant…Nicht nur, dass sie sich Sorgen um ihre Mutter macht, sie belasten auch noch andere Dinge, die sie aber erst einmal für sich behält, da sie niemanden hat dem sie sich anvertrauen kann. Ihre Mutter, die im nächsten Moment wieder alles vergessen haben kann, was man ihr erzählt hat, ist für sie keine Anlaufstelle mehr.

In kurzen Zwischenkapiteln lässt uns Claire an ihren Erinnerungen teilhaben, die sie immer wenn sie klare Momente hat, in einem Buch festhält, sodass ihrer Familie etwas von ihrem alten ich bleibt. Und auch hier gab es das eine oder andere Geheimnis zu entdecken.

Die Charaktere vor allem Claire und Caitlin (die ich am Anfang nicht so gut auseinander halten konnte) waren authentisch und haben das ganze Buch lebendig gemacht. Am schönsten war für mich zu sehen wie die Familie zusammenhält. Natürlich ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, doch wenn es darauf ankommt sind sie füreinander da.  

 
Mit „Einfach unvergesslich“ ist Rowan Coleman eine wirklich sehr berührende Geschichte gelungen, die ich immer mal wieder zur Seite legen musste um das Gelesene sacken zu lassen. Wir begleiten Claire und ihrer Familie und beobachten die einzelnen Mitglieder dabei, wie sie mit Claires Krankheit und den damit immer wieder auftretenden Schwierigkeiten umgehen. Und obwohl es für keinen leicht ist, sind sie alle füreinander da und halten zusammen. Darüber hinaus zeigt uns Frau Coleman, dass egal welche Steine einem das Leben auch in den Weg stellt, man nicht den Kopf in den Sand stecken sollte. Das Leben ist zu kostbar, darum sollte jeder Augenblick in vollen Zügen genossen werden.  
 


 
Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen. »Einfach unvergesslich« ist ihr elfter Roman. [Quelle: Verlagshomepage Piper Verlag]


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- Sarina