Freitag, 5. Dezember 2014

(Kurz & Knapp) "Das Mädchen mit dem Haifischherz" von Jenni Fagan

http://www.amazon.de/Das-M%C3%A4dchen-mit-dem-Haifischherz/dp/3888979250/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1417785342&sr=8-1&keywords=das+m%C3%A4dchen+mit+dem+haifischherz 
Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zu amazon
Auf die Verlagshomepage?

 
Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht. Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Fürsorgesystem boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen... 

 
„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ ist ein Buch zu dem es ganz unterschiedliche Stimmen gibt. Die einen mögen es, die anderen kommen mit Anais und vor allem mit dem Schreibstil der Autorin nicht zurecht. Letzteres war auch für mich erst einmal gewöhnungsbedürftig, da die Sprache mit Schimpfwörtern gespickt ist. Je mehr ich jedoch von Anais und den anderen Jugendlichen des Panoptikums erfahren habe, fand ich die Verwendung von Umgangssprache mehr als passend. Keiner der Jugendlichen ist von bisher sonderlich vom Leben verwöhnt worden und das man da nicht mehr locker lässig durch den Tag geht oder ständig ein Lächeln auf den Lippen hat, ist mehr als verständlich. Die Sprache macht das Buch also authentisch und lebendig.

Jenni Fagan hat mich sehr nachdenklich gestimmt, da sie viele Dinge anspricht, auf Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam macht und uns hilft Verständnis für die Menschen zu empfinden, die mit sich oder etwas zu kämpfen haben oder von ihrem Umfeld nicht akzeptiert werden. Wie zum Beispiel Anais, ein fünfzehnjähriges Mädchen, das seit Jahren auf sich alleingestellt ist, keine Familie, keine Freunde hat, die sich um sie kümmern, sorgen oder ihr Rückhalt geben. Sie hat nur sich selbst und ihren starken Willen, für den man sie nur bewundern kann. Natürlich habe ich während des Lesens nicht vergessen, dass sie schon einige Straftaten begangen hat, aber ich habe auch versucht das warum, die Hintergründe zu verstehen. Kein Mensch ist von Grund heraus Böse. Genauso wie niemand zum Spaß regelmäßig Drogen nimmt. Solche Fälle gibt es selbstverständlich auch, aber bei Anais sind die Drogen ihre einzige Lösung mit ihren Gefühlen umzugehen.

Ich habe mich mehrmals darüber geärgert, dass ihr und den anderen im Panoptikum keine richtige Hilfe zu kommt, sondern die meisten Erwachsenen von Anfang an beschlossen haben ihnen keine zweite Chance zu geben. Sie haben die Jugendlichen einfach abgeschrieben, sie nur aufgrund ihrer Taten be- und verurteilt.

Anais, ihre Freundinnen, aber auch die anderen Personen im Panoptikum waren unglaublich facettenreich. Jeder hat seinen eigenen speziellen Charakter und was mir am besten gefällt: Keiner von ihnen ist ohne Fehler! (Ich meine wer von uns ist schon perfekt?)

Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen wie die Autorin das Buch wohl enden lassen wird. Ich habe mir versucht auszumalen, was passend wäre, eine zufriedenstellende Möglichkeit ist mir allerdings eingefallen. Frau Fagan ist es jedoch gelungen :) 

 
„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ von Jenni Fagan lässt sich in Worten nur schwer beschreiben. Anais Geschichte ist besonders zu Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig und es braucht ein Weilchen bis man sich vollkommen darauf einlassen kann. Der schimpfwortlastige Schreibstil der Autorin, an den man sich ebenfalls erst einmal gewöhnen muss, macht das Buch lebendig und lässt die Charaktere authentisch wirken. Jenni Fagan hat mich des Öfteren zum Nachdenken angestimmt, da sie auf einige Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam macht. An der einen oder anderen Stelle hat mir zwar ein bisschen was gefehlt, doch im Großen und Ganzen hat mir „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ gut gefallen :)


 
Jenni Fagan wurde in Livingston, Schottland, geboren und studierte Creative Writing an der Greenwich University. Sie veröffentlichte bisher Gedichte und Kurzgeschichten, für die sie zahlreiche Preise und Stipendien bekam. "Das Mädchen mit dem Haifischherz" ist ihr erster Roman, der für verschiedene Preise, darunter den renommierten James Tait Black Memorial Prize, nominiert wurde und ihr einen Platz auf der legendären Granta Liste »20 under 40«, der zwanzig besten englischsprachigen Schriftsteller unter 40, einbrachte. Seit Herbst 2013 ist Jenni Fagan Writer in Residence an der Edinburgh University. [Quelle: Verlagshomepage Kunstmann]

Kommentare:

  1. Gut geschrieben. Ich finde auch, dass man das Buch schwer bewerten kann. Es gut kritisch und eigentlich gut, aber es liest sich so schwer und die Atmosphäre ist so unangenehm.
    Liebe Grüße,
    Liss ♥

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Sarina,
    eben habe ich noch gefragt, wie du dieses Buch fandest und schon entdecke ich die Rezension dazu. Ich denke du hast es geschafft, dass ich mir das Buch trotzdem holen werde, auch wenn der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist. Schöne Rezension.
    Liebe Grüße,
    Nadja

    AntwortenLöschen

Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina