Samstag, 15. November 2014

(Leseeindruck) "Marmorkuss" von Jennifer Benkau

http://www.amazon.de/Marmorkuss-Jennifer-Benkau/dp/3839001668 
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Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen... 

 
Der Anfang von „Marmorkuss“ war ganz anders, als ich es bei dem Cover und Klappentext erwartet hatte. Die Geschichte beginnt zwar mit „Es war einmal“, sodass man sich darauf einstellt, dass es genauso märchenhaft weitergeht, allerdings lässt Jennifer Benkau das einen nur für einen kurzen Moment denken, bevor sie uns auf der nächsten Seite, mit dem ersten Satz, der den absoluten Kontrast zu dem vorher gelesenen darstellt, in die Realität zurückholt. Man wird mitten ins Geschehen hineingeworfen ohne zu wissen worum es geht oder was als nächstes passieren wird.

Im nächsten Atemzug lernen wir den 19 jährigen Jarno kennen, der leidenschaftliche gerne fotografiert und dessen größter Traum eine Ausbildung zum Fotografen ist. Leider sind die Ausbildungsplätze in seiner Stadt mehr als rar und ein Umzug kommt für ihn nicht infrage, da er seine Geschwister nicht alleine lassen möchte. So besteht seine einzige Chance darin, dass perfekte Foto zu schießen und damit bei einem Wettbewerb zu gewinnen. Natürlich ist das leichter gesagt als getan, aber Jarno ist fest entschlossen. Unglücklicherweise geht so einiges schief und als schließlich auch noch seine Kamera zerstört wird, scheint sein Traum endgültig zerplatzt zu sein. Doch genau da fällt ihm wieder diese Marmorstatute ein, die ihn so fasziniert hat…

Jennifer Benkaus Geschichten sind allein von der Idee schon einzigartig, in meinen Augen heben sie sich aber vor allem durch ihren Schreib-bzw. Erzählstil von der breiten Masse ab. Mir ist bereits bei „Himmelsfern“ aufgefallen, dass sie mit ihren Worten eine unglaublich einnehmende und intensive Atmosphäre erzeugt, die ein Unterbrechen des Lesens fast unmöglich macht. Gleichzeitig erzählt sie sehr bildhaft, sodass ich mir alles wunderbar vorstellen konnte.

Um ehrlich zu sein habe ich einige Zeit nicht gewusst, was ich von „Marmorkuss“ zu erwarten habe. Eine moderne Version von Dornröschen? Eine romantische Liebesgeschichte? Keine Ahnung! Aber ich kann euch sagen, was ich bekommen habe: Und zwar eine Geschichte, die authentisch und echt ist sowie durch und durch real wirkt – zumindest wenn sie aus Jarnos Sicht erzählt wird. Märchenhaft, magisch und teilweise ziemlich geheimnisvoll ist sie dagegen, wenn aus Klaras Sicht erzählt wird. (Der Perspektivwechsel fand ich übrigens sehr gelungen, vor allem was die Übergänge angeht^^ So was ist mir bisher noch in keinem Buch begegnet). Im Großen und Ganzen würde ich „Marmorkuss“ als Märchen meets Reality bezeichnen. Im Laufe des Buches gab es darüber hinaus einige romantische Szenen jedoch auch Momente die thrillermäßige Züge angenommen haben.

Jarno war mir eigentlich relativ schnell sympathisch. Er ist ein junger Mann, der immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hat und bei dem nie etwas so läuft wie er sich es vorgestellt hat. Dennoch versucht er das Beste aus seinem Leben zu machen. Stellenweise hat er mir echt leid getan, da es so scheint als ob sich irgendwie alle gegen ihn verschworen haben. Und das hat er auf keinen Fall verdient. Im Gegenteil! Er ist ein herzensguter Mensch, der rührend auf seine Geschwister Acht gibt und sie zu beschützen versucht.

Klara mochte ich ebenfalls sehr gerne und ich konnte mich vor allem mit ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit identifizieren. Dazu muss gesagt werden, dass Klara in einer Zeit gelebt hat, in der Frauen und Männer nicht dieselben Rechte hatten. Lehrerinnen durften nicht heiraten, sondern mussten sich zwischen Arbeit und Familie entscheiden, was total ungerecht ist. Klaras Empörung und ihr Wunsch nach Veränderung konnte ich daher sehr gut nachvollziehen. Wie Jarno tat sie mir auch richtig leid, da ihr lange Zeit richtig böse mitgespielt wird.

Das gesamte Buch über fühlt und leidet man mit beiden Protagonisten. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen entwickelt sich langsam und die Gefühle sind für den Leser absolut nachvollziehbar.

Zum Schluss hin überschlagen sich die Ereignisse förmlich und die eine oder andere Überraschung lässt einen kurz sprachlos werden.  

 
Wer „Marmorkuss“ von Jennifer Benkau liest, sollte keine Märchenadaption im klassischen Sinn erwarten. Jennifer Benkaus Geschichte ist authentisch, ehrlich, eindringlich und könnte sich so mehr oder weniger auch in der Wirklichkeit ereignen (wenn man die übersinnlichen Elemente mal außer Acht lässt). Das Ineinanderlaufen von Realität und Fantasie hat mir am besten gefallen und war für mich das, was dieses Buch ausgemacht hat. Spannung ist nicht übermäßig viel vorhanden, aber es wird einem auch keinesfalls langweilig während dem Lesen. Zum Ende wird es schließlich richtig spannend, da die drohende Gefahr deutlich spürbar wird. Ich bin restlos begeistert und kann "Marmorkuss" jedem nur ans Herz legen!
 
Lieblingsbuch


Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zwei Katzen inmitten lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr. [Quelle: Verlagshomepage script5]

 



1 Kommentar:

  1. Hallöchen :)
    Tut mir leid für das Off Topic, aber ich wollte dich nur kurz darauf Aufmerksam machen das ich nächstes Wochenende eine Lesenacht veranstalte, und fragen wollte, ob du mitmachen willst. Es würde mich wirklich sehr freuen wenn du dabei wärst :) ♥
    Fantasy-Lesenacht die Achte - Lesen bis Aliens auf der Erde landen

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- Sarina