Freitag, 10. Oktober 2014

(XXL Leseeindruck) "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe" von A.J. Betts

http://www.amazon.de/Die-Unwahrscheinlichkeit-von-Liebe-Betts/dp/3596856612/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1412937269&sr=8-1&keywords=die+unwahrscheinlichkeit+von+liebe 
Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zu amazon
Auf die Verlagshomepage?

 
Kopf an Kopf liegen Zac und Mia in ihren Krankenhausbetten, nur durch eine dünne Wand getrennt. Alter: 16. Diagnose: Krebs. Gefühlszustand: isoliert und allein. Und aus ersten Klopfzeichen erwächst eine Liebe, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre … 

 
„Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ war eines meiner absoluten Must Reads in diesem Herbst. Wie ihr vielleicht wisst ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green mein mein absolutes Lieblingsbuch und da A.J. Betts Buch von einigen damit verglichen wurde und sich der Klappentext sehr vielversprechend angehört hat, habe ich mich wirklich sehr auf’s Lesen gefreut.

In der ersten Hälfte lernen wir den 17-jährigen Zac Meier kennen und begleiten ihn durch seinen fünfwöchigen Aufenthalt auf der Krebsstation. Zac hat nämlich gerade eine Knochenmarktransplantation bekommen und steht nun unter Quarantäne, damit er nicht mit irgendwelchen Krankheitserregern in Berührung kommt. Doch fünf Wochen in ein und demselben Zimmer zu verbringen, noch dazu fast 24 Stunden am Tag in Gesellschaft seiner Mutter…kein Wunder, dass sich Zac zu Tode langweilt und es kaum erwarten kann, bis er wieder zu Hause ist. Eines Tages zieht jedoch Mia in das Zimmer nebenan ein. Mia hat ein Osteosarcoma und laut Zac die besten Aussichten wieder ganz gesund zu werden, allerdings ist Mia da ganz anderer Meinung…

Zac mochte ich wirklich richtig gerne. Sein trockener, sarkastischer Humor hat ihn mir gleich auf Anhieb sympathisch gemacht. Aber ich fand es auch toll, dass er sich von seiner Krankheit nicht herunterziehen lässt, sondern sich ganz bewusst mit ihr auseinandersetzt indem er sich z.B. über die Überlebenschance bei den verschiedenen Krebstypen informiert oder regelmäßig Blogs anderer Krebspatienten besucht. Außerdem erhält er von seiner Familie und seinen Freunden jegliche Art von Unterstützung und muss nicht alleine mit seiner Situation umgehen.

Bei Mia hingegen sieht man sofort, dass sie mit ihrer Krankheit überhaupt nicht zurecht kommt, ja es sogar regelrecht hasst, dass ihr Leben so eine Wendung genommen. Da sie möchte, dass alles beim Alten bleibt, erzählt sie nicht einmal ihren engsten Freunden was mit ihr los ist. Ihre Mutter besucht sie zwar, aber die beiden haben kein gutes Verhältnis zueinander. Mia ist damit ganz allein auf sich gestellt und fest überzeugt das durchzustehen. Während der Chemo muss sie allerdings erkennen, dass sie doch nicht so stark ist. Es war wirklich traurig zu sehen wie verloren sie ist. Ich konnte ihre Verzweiflung absolut verstehen, wobei ich irgendwann ziemlich genervt von ihr war. Sie hat sich im Großen und Ganzen einfach total daneben benommen und ihre Wut an anderen ausgelassen. Zwar wurde es besser als wir die Geschichte aus ihrer Perspektive geschildert bekommen, aber ich bin bis zum Schluss nicht mit ihr warm geworden.

Im Krankenhaus kommen Zac und Mia in Kontakt miteinander: Zuerst durch Klopfgeräusche an der Wand, danach über Facebook. Als Zac aus dem Krankenhaus entlassen wird, bricht ihr Kontakt jedoch erst einmal wieder ab, sodass der Leser sie einige Zeit allein begleitet. Dabei fand ich es interessant zu verfolgen, wie jeder auf seine Art versucht hat mit der Krankheit umzugehen. Dem einen ist es mehr, dem anderen weniger gut gelungen. Das wurde von der Autorin wirklich sehr authentisch dargestellt, sodass man sich vorstellen konnte, wie schwer es sein muss, wenn dein Leben auf einmal komplett auf den Kopf gestellt wird. Eine Krankheit ist ein tiefgreifender Einschnitt, den man nicht mal so wegsteckt, sondern über den man sich viele Gedanken macht.

A.J. Betts zeigt uns aber auch wie schwer es ist nach erfolgreicher Behandlung zu seinem alten Rhythmus zurück zu finden, vor allem wenn die Menschen um einen herum nicht wissen wie sie mit einem umgehen sollen. Zac und Mia haben beide das gleiche Problem: Obwohl sie ganz normal behandelt werden möchten, ernten sie mitleidige Blicke oder bekommen irgendwelche Sonderbehandlungen. Und auch sonst ist es alles andere als leicht nach vorne zu schauen, denn die Gedanken an den Krebs und den Krankenhausaufenthalt schleichen sich immer wieder zurück in die Köpfe unserer Protagonisten. Zac muss darüber hinaus die ganze Zeit an Mia denken. Und ihr geht es nicht anders… 

 
Abschließend muss ich leider sagen, dass mir das Buch gar nicht so gut gefallen hat, wie ich eigentlich angenommen hatte. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Geschichte schlecht ist…Im Gegenteil, mit der Zeit hat sie mir immer besser gefallen. Die Autorin hat nämlich einen wunderschönen Schreibstil, mit dem sie es schafft die Gefühle von Zac und Mia gut darzustellen, das Problem war nur, dass sie mich irgendwie nicht so emotional mitnehmen oder berühren konnte wie ich es gedacht hatte. Mir hat einfach hier und da ein bisschen was gefehlt. So war für mich z.B. die Verliebtheit zwischen Zac und Mia nicht spürbar.  
 

A. J. Betts ist Englischlehrerin und Dozentin in Perth, Australien. Sie unterrichtet seit vielen Jahren in einem Krankenhaus. Die Jugendlichen, die sie dort kennengelernt hat, haben sie zu diesem Roman inspiriert. ›Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe‹ wurde mit dem renommierten Text Prize for Young Adult and Children’s Writing 2012 ausgezeichnet. [Quelle: Verlagshomepage Fischer Verlage]


1 Kommentar:

  1. solche Bücher kenne ich, in denen man die Verliebtheit der Charaktere nicht nachvollziehen kann. Die bekommen von mir meist auch nur 3 Sterne, weil sowas halt echt den Unterschied von einem guten Buch und einem mittelmäßigen Buch macht

    AntwortenLöschen

Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina