Mittwoch, 3. September 2014

(Rezension) "Bevor die Nacht geht" von Patrycja Spychalski

http://www.amazon.de/Bevor-Nacht-geht-Patrycja-Spychalski/dp/3570163032/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1409232434&sr=8-1&keywords=Bevor+die+nacht+geht 
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Als Kim und Jacob sich an einem ganz normalen Samstagmorgen in der Berliner S-Bahn treffen, ist es Liebe auf den ersten Blick! Eigentlich wollte Kim nur einkaufen, doch als Jacob ihr erzählt, dass er Berlin nicht leiden kann, überredet sie ihn, mit ihr zu kommen – quer durch die Stadt, an all ihre Lieblingsorte. Jacob soll sich in Berlin verlieben … und vielleicht auch in sie. Doch für Jacob ist es der letzte Tag, bevor er am nächsten Morgen für ein Jahr weggeht. Obwohl es hoffnungslos ist, folgt er diesem Mädchen, das sich so unerwartet in sein Herz gemogelt hat, durch Straßen, Parks und Cafés … Einen Tag und eine Nacht haben sie – und jede Sekunde mit Kim pulsiert vor Leben, wie Berlin selbst.

 
Manchmal ist es schon lustig wie das Leben so spielt, wie das Schicksal manchmal zwei vollkommen verschiedene Menschen zusammenführt wenn sie am wenigsten damit rechnen.

Für Kim und Jacob ist es eigentlich ein ganz normaler Samstagmorgen als sie sich zufällig in der Bahn kennenlernen. Obwohl sich die beiden zuvor noch nie begegnet sind, scheinen sie vom ersten Moment auf einer Wellenlänge zu sein. Und so kommt es auch, dass Jacob mit Kim zusammen aussteigt. Er hat eh nichts anderes vor, da er am nächsten Tag Berlin für ein ganzes Jahr den Rücken kehren wird um sich in Brasilien bei einem sozialen Projekt zu engagieren. Der Abschied fällt ihm allerdings nicht schwer, da er sich in der hektischen Großstadt immer irgendwie fehl am Platz gefühlt hat. Als Kim, die das laute und bunte Leben in Berlin liebt, das hört beschließt sie kurzerhand Jacob ihre liebsten Orte in der Stadt zu zeigen und ihn vom Gegenteil zu überzeugen…

Genau genommen bin ich kein Fan von Liebe-auf-den-ersten-Blick, aber bei Kim und Jacob hat man als Leser einfach gespürt, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt. Allein wie ungezwungen sich die zwei miteinander unterhalten…Als würden sie sich schon seit Jahren kennen. Darum wäre es auch sehr schade gewesen, wenn sich die beiden gleich wieder aus den Augen verloren hätten. Man liest voller Vorfreude weiter und ist gespannt was einen noch so alles erwarten wird, wie sich der restliche Tag entwickelt und natürlich an welche tollen Plätze Kim Jacob entführen wird :) 

Kim’s Führung durch Berlin hat nicht nur Jacobs Wahrnehmung nach kurzer Zeit verändert, sondern auch meine. Ich habe Berlin durch Kims Augen gesehen und dabei eine Seite kennengelernt, die ganz anders als die ist, die sich mir bei meinem Besuch gezeigt hatte. Jetzt habe ich irgendwie richtig Lust bekommen noch einmal dorthin zu fahren und Orte abseits der üblichen Touristenattraktionen zu erkunden.

Während ihres gemeinsamen Tages, der abwechselnd aus Kim und Jacob’s Perspektive erzählt wird, erfährt man aber auch viel über unsere zwei Protagonisten, wie z.B. ihre Familien, was sie beschäftigt, worüber sie sich Gedanken machen usw. Sie führen Gespräche über ernstere Themen und schütten sich dabei ihre Herzen aus.

Das Ende war von der Autorin absolut passend gewählt. Ich hätte mir kein besseres wünschen können, wobei ein paar Seiten mehr sicher nicht verkehrt gewesen wären ;)  

 
Kim mochte ich von Anfang an richtig gerne. Sie ist ein offenes und durch und durch fröhliches Mädchen, das keine Scheu davor hat auf andere Menschen zuzugehen, die spontan ist und einfach auch mal aus dem Bauch heraus entscheidend. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber sie legt so eine ehrliche und entwaffnende Art und Weise an den Tag, das ich wahrscheinlich auch mit ihr ausgestiegen wäre. Ich kann sie mir sogar sehr gut als Freundin vorstellen, da man mit ihr sicher viel Spaß haben kann.

Mit Jacob konnte ich mich ebenfalls gut identifizieren. Wie er bin ich auch eher eine stille Persönlichkeit, die ständig über alles Mögliche nachdenkt und nachgrübelt bevor sie etwas sagt oder tut. Jacob hat Angst etwas Falsches zu sagen, dabei sollte es ihm eigentlich egal sein was andere über ihn denken könnten. Manchmal sollte man einfach ein wenig spontan sein, sich etwas trauen und seinen Spaß haben ohne groß darüber nachzudenken. Denn auf Dauer kann niemand nur ernst sein.

 
„Bevor die Nacht geht“ von Patrycja Spychalski ist ein Buch, bei dem sich der Klappentext zwar schon richtig gut und vielversprechend anhört, aus dem man aber so viel mehr herauslesen und in sich aufnehmen kann. Während Jacob und Kim zusammen durch Berlin streifen und sich besser kennenlernen, führen sie einige ernste Gespräche, die mich teilweise selbst zum Nachdenken gebracht haben. Ansonsten bekommt der Leser eine sehr schöne und humorvolle Liebesgeschichte geboten, die viel zu schnell zu Ende gegangen ist. 


Patrycja Spychalski, geboren 1979 in Starogard, Polen, zog im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern nach Berlin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Schauspielausbildung, wandte sich dann aber einem ganz anderen Bereich zu: Seit 2002 arbeitet sie in vielfältigen sozial-kulturellen Projekten mit Kindern und Jugendlichen. Sie schrieb mehrere Kurzgeschichten für Anthologien, bevor sie ihren ersten Roman Ich würde dich so gerne küssen verfasste. [Quelle: Verlagshomepage cbt]

 




Kommentare:

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- Sarina