Donnerstag, 11. September 2014

(Leseeindruck) "Gated - Die letzten 12 Tage" von Amy Christine Parker

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Seit ihrer Kindheit hat Lyla dem Führer ihrer Gemeinschaft, der sich „Pioneer“ nennt und das Ende der Welt prophezeit, bedingungslos gehorcht. Erst als sie sich in Cody, einen Jungen von außerhalb, verliebt, beginnt sie, die strengen Regeln und Gesetze der Gemeinschaft zu hinterfragen. Doch Widerstand lässt Pioneer nicht zu…  

 
Kurz nach dem ich angefangen habe „Gated“ zu lesen, hatte ich schon das Gefühl im falschen Film zu sein. Was sich mir bereits auf den ersten Seiten enthüllt hat, ließ mich wirklich nur mit den Kopf schütteln, da ich nicht glauben konnte, dass Lyla, ihre Familie und alle anderen, die zu ihrer Gemeinschaft angehören, so einen verdrehten Blick auf die Welt haben. Als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich dass "Gated" eine Dystopie ist, doch stattdessen bin ich mitten in eine Sekte mit einem fanatischen Anführer geraten.

Schon seit 10 Jahren lebt die 17-jährige Lyla mit ihren Eltern in der Gemeinschaft Mandrodage Meadow, die unter der Führung eines Manns, der von allen nur Pioneer genannt wird, steht und sich vollkommen von der Außenwelt isoliert, um sich vor dem Bösen zu schützen und auf den bevorstehenden Weltuntergang vorzubereiten. Ihr Alltag ist von strengen Regeln bestimmt, wozu unter anderem regelmäßiges Schießtraining gehört damit sich jeder im Ernstfall verteidigen kann. Potenzielle Angreifer gibt es in ihren Augen jedenfalls genug…Genauer gesagt, sehen sie all die Menschen als ihre Feinde an, die außerhalb von Mandrodage Meadow leben und somit keine Auserwählten sind…

Es zeigt sich eigentlich von Anfang an wie gut Pioneers Gehirnwäsche funktioniert. Ich fand es sehr erschreckend wie viel Macht von einem einzelnen Mann ausgehen kann. Allein sein Auftreten und seine Worte haben eine unglaubliche Überzeugungskraft. Von der ersten Begegnung mit ihm habe ich gewusst, dass er brandgefährlich und keinesfalls zu unterschätzen ist. Er mag zwar nicht ganz zurechnungsfähig erscheinen, aber er weiß ganz genau was er tun muss, damit weiterhin alle nach seiner Pfeife tanzen und ja keine Zweifel an ihm aufkommen.

Anders als ihre Freunde oder ihre Eltern, lässt Lyla trotzdem ab und zu Zweifel an Pioneer und seinem Verhalten zu, wenn sie diese aber auch gleich wieder unterdrückt und zu verdrängen versucht. Sie gehört nun mal zu dieser Gemeinschaft und hat somit die Pflicht den Regeln Folge zu leisten. Schließlich möchte sie nicht das Leben der Menschen gefährden die sie liebt. Erst als sie Cody, einen Jungen von außerhalb, begegnet und für ihn Gefühle entwickelt, beginnt sie ernsthaft Pioneer und ihr Leben in der Gemeinschaft zu hinterfragen… 

„Ich dachte, das Böse lebe außerhalb unserer Mauern. Ich habe mich geirrt. – Lyla Hamilton, Mitglied der Gemeinde“ (S.322) 

Nebenbei ist es sehr interessant zu erfahren wie Lyla und ihre Eltern überhaupt nach Mandrodage Meadow gekommen sind bzw. Pioneer kennengelernt haben. Wir erfahren, wie ihre damalige Situation ausgesehen hat, sodass ich zumindest ansatzweise verstehen konnte, wieso sie für Pioneers Gerede und Verschwörungstheorien so empfänglich sind. Erst hat er sich ihr Vertrauen ganz raffiniert erschlichen und dann ihre Ängste und Sorgen bewusst gegen sie eingesetzt um sie für seine Zwecke zu manipulieren.

Immer wenn ich im Fernsehen einen Bericht über eine bestimmte Sekte gesehen habe, habe ich mich gefragt warum so viele darauf anspringen. Jetzt, nach dem ich das Buch gelesen habe, finde ich es gar nicht mehr so unverständlich. Wenn man weiß welche Knöpfe man bei dem oder dem drücken muss, kann ich mir gut vorstellen, dass jeder Mensch manipulierbar ist. Diese Erkenntnis macht das Buch so erschreckend realistisch und ist mitunter der Grund dafür das mich die Geschichte wirklich mitgenommen und bewegt hat. Vor allem auf den letzten Seiten haben mich ganz widersprüchliche Gefühle begleitet. Ich konnte „Gated“ kaum mehr aus den Händen legen, da ich dem Ende richtig entgegengefiebert habe. Ich habe gehofft und gebangt und war schließlich vollkommen fertig mit den Nerven.

 
„Gated: Die letzten 12 Tage“ von Amy Christine Parker ist kein Buch, das man mal so schnell nebenbei liest. Im Gegenteil! Eigentlich ist es eine sehr ernste Geschichte, die einen stellenweise wirklich fassungslos macht. Erschreckend realistisch schildert uns die Autorin den Alltag in einer Sekte bzw. sektenähnlichen Gemeinschaft und führt dabei schonungslos vor Augen, wie viel Macht ein einzelner Mensch allein durch seine Worte haben kann. Lyla, ihre Familie und Freunde vertrauen diesem Pioneer blind ohne ihn jemals zu hinterfragen. Erst als Lyla Cody trifft, verändert sich etwas in ihr und aus dem scheinbar schwächsten Glied der Gruppe, wird Pioneers stärkste Gegnerin. Von da an nimmt die Geschichte eine ganz spannende Wendung, sodass man das Buch erst wieder weglegen kann, wenn man am Ende angelangt ist.


Amy Christine Parker machte in Lakeland, Florida, ihren Abschluss als Grundschullehrerin und versuchte sich dann in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie erkannte, was sie wirklich will: Bücher schreiben. Heute arbeitet sie als hauptberufl iche Autorin und wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und einer unbeschreiblich fetten Katze in der Nähe von Tampa, Florida. [Quelle: Verlagshomepage dtv Verlag]

 




Kommentare:

  1. Hallo, Sarina!
    Mich hat das Buch auch begeistern können. Wirklich unheimlich, wie viel Macht ein einzelner Mensch auf andere haben kann. ..

    LG, Claudia :)

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    1. Oh ja Gated war wirklich ein gutes Buch ;)

      Mich hat aber auch erschreckt wie blind ihm alle geglaubt haben und keiner mal auf die Idee gekommen ist, sein Gerede zu hinterfragen.

      Liebe Grüße
      Sarina

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- Sarina