Donnerstag, 24. April 2014

(Rezension) "Draußen wartet die Welt" von Nancy Grossman

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 Kein Handy, kein Kino, kein Make-up … Was für jedes andere Mädchen unvorstellbar klingt, ist für die 16-jährige Eliza die einzige Welt, die sie kennt. Eliza gehört zur Gemeinde der Amish und lebt mit ihrer Familie ein frommes, abgeschiedenes Leben wie vor Hunderten Jahren. Doch diesen einen Sommer darf sie in der Welt draußen verbringen, mit all den Verheißungen und Versuchungen, die diese birgt. Der erste Film, der erste Song, der erste Kuss. Dort lernt Eliza auch Joshua kennen. Sie weiß, sie wird am Ende eine Entscheidung treffen müssen … und diese wird endgültig sein.

 
Eliza führt ein einfaches und bescheidenes Leben in der Gemeinschaft der Amischen. Ein Leben ohne elektrischen Strom, Fernsehen, Computer, Autos etc.. Für viele von uns wäre das vielleicht ein Problem, doch Elizas Gemeinde kommt auch so sehr gut zurecht. Trotz der einfachen Mittel, die ihnen zu Verfügung stehen, sind sie glücklich und zufrieden und würden für nichts in der Welt etwas daran ändern wollen. Alle außer Eliza, die in letzter immer öfters den Drang verspürt ihrem gewohnten Umfeld – wenn auch nur für kurz – zu entfliehen und einen Blick in die Welt der „Englischen“ zu werfen.

„Seit ich klein war, hatte ich dieses seltsame Gefühl in mir. So als ob ich in einer winzigen Welt lebe, und um mich herum ist diese riesige Welt, die ich nicht sehen kann. Jetzt darf ich endlich hinein.“ (S.98)


Natürlich sind ihre Eltern erst einmal alles andere als Einverstanden damit, aber als Eliza das Angebot erhält für einen Sommer als Kindermädchen bei einer Familie in Chicago zu arbeiten, wird ihr Wunsch endlich wahr. Voller Begeisterung wagt sie den Sprung in eine für sie vollkommen neue Welt und in einen Sommer, der voller Überraschungen sowie neuen Erlebnissen steckt. Neben vielen Lichtblicken lernt sie allerdings auch die Schattenseiten kennen. Denn nicht jedem dem sie begegnet, verhält sich ihr gegenüber so verständnisvoll und unvoreingenommen wie Josh, sodass sie hin und wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Das einzig Positive daran: Es hilft ihr auch Dinge aus ihrem „alten“ Leben schätzen zu lernen, denen sie vorher kaum oder keine Bedeutung zugeschrieben hat.

Aber sie wird auch vor die Frage gestellt, wie es für sie in der Zukunft weitergehen soll. Was möchte sie? Welches Leben ist für sie das richtige? Welche Vorteile, welche Nachteile ziehen beide Möglichkeiten nach sich? Wirklich keine leichte Entscheidung, vor allem nicht als Joshua in ihr Leben tritt und sie nach und nach Gefühle für ihn entwickelt.

Nebenbei geht es der Autorin auch um allgemeine Themen wie Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Fehler verzeihen zu können. Unerwartete Geschehnisse sorgen für etwas Abwechslung und Spannung, die sonst eher im Hintergrund steht.

Das Ende ist zwar nicht das, was ich mir gewünscht hatte und ich war im ersten Moment auch ein wenig enttäuscht, aber letztendlich denke ich, dass Eliza für sich die richtige und vernünftige Entscheidung getroffen hat.
 
Nancy Grossman hat einen angenehmen und ruhigen Schreib-und Erzählstil, der sich wunderbar in die feinfühlige, sanfte und nachdenklich Geschichte schmiegt. Gut herübergebracht hat sie damit vor allem Elizas „entdecken“, denn eigentlich ist das, was für sie neu ist, ist dem Leser altbekannt und damit selbstverständlich, aber sie hat es geschafft, dass man alles mit Elizas Augen wahrnimmt, einen genaueren Blick auf dieses oder jenes wirft. z.B. Als sie sich das erste Mal einen Film im Kino anschaut und sich dabei von der Story und den Schauspielern total einnehmen lässt. Es ist toll zu sehen wie man sie durch einfache Dinge begeistern kann. Sehr Interessant war außerdem der Einblick in das Leben der Amischen, da mir vor diesem Buch kaum etwas darüber bekannt war. Zwar könnte ich mir auch nicht vorstellen so zu leben, dennoch fasziniert mich wie sie trotz ihrem bescheidenen Lebenstil glücklich sind.  

 
Eliza lernen wir als schüchternes, zurückhaltendes Amischmädchen kennen, das ihrer Mutter brav im Haushalt zur Hand geht, pflichtbewusst ihre Tätigkeit in der Pension erfüllt und kein Abendessen für die „Englischen“ Besucher verpasst, da ihre Neugier auf die Welt außerhalb ihres Dorfes schon seit langem geweckt wurden. Darum freut sie sich umso mehr als ihr Traum endlich in Erfüllung geht. Zwar ist die Umstellung anfangs schwieriger als vorgestellt, doch als sie sich erst einmal eingelebt hat, genießt sie ihre Zeit und die tollen neuen Möglichkeiten in vollen Zügen. Sie macht ihre eigenen Erfahrungen und lernt dabei für die Konsequenzen ihres Handelns geradezustehen. Sie macht eine enorme Entwicklung durch, die sie um einiges erwachsener und reifer werden lässt.

Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Josh war sehr süß, allerdings ist der Funke nicht ganz bei mir übergesprungen.

 
„Draußen wartet die Welt“ von Nancy Grossman ist mal wieder ein Buch, das sich deutlich von anderen unterscheidet. Es erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das schon seit Jahren davon träumt aus ihrem gewohnten Umfeld auszubrechen und die große, weite Welt mit all ihren Möglichkeiten kennenzulernen. Schöne Erlebnisse, aber auch bitteren Enttäuschungen warten auf sie und lassen sie erkennen, dass ihr amisches Leben vielleicht doch nicht so schlecht ist. Einige unerwartete Geschehnisse sorgen für etwas Abwechslung und Spannung, stehen allerdings nicht im Vordergrund. Alles in allem kann ich diese feinfühlige, sanfte und nachdenkliche Geschichte jedem nur wärmstens empfehlen.



Nancy Grossman ist seit einer Begegnung während ihrer High-School-Zeit von den Amish fasziniert. »Draußen wartet die Welt« ist ihr erstes Jugendbuch, an dem sie jahrelang bis zur Perfektion gefeilt hat. Nancy Grossman lebt in einem Vorort von Chicago mit ihrem Mann und zwei Kindern. [Quelle: Verlagshomepage cbj]

Kommentare:

  1. Hey :)
    Eine schöne Rezi, ich habe in letzter Zeit schon öfters etwas von diesem Buch gehört und ich finde die Idee irgendwie total interessant, denn soetwas habe ich noch nie gelesen und kann mir auch nicht vorstellen, so zu leben wie Eliza.
    Liebe Grüße,
    Jana

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    1. Dankeschön :) Ich fand das auch so interessant an diesem Buch...Vor allem nachdem ich einen kurzen Beitrag über ein amisches Mädchen, das mittlerweile in New York lebt und als Model arbeitet, gesehen habe. Ich wollte gerne mehr darüber erfahren und kann jetzt hinterher sagen, dass ich mir auch nicht vorstellen könnte so zu leben.

      Liebe Grüße
      Sarina

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  2. Mich reizt die Story auch sehr und etwas über das Leben der Amischen zu erfahren.
    Ich kann mir vorstellen, wie hart dies für das junge Mädchen sein muss und wie wert man die kleinsten Dinge, die uns so natürlich erscheinen, plötzlich schätzt.
    Deine Rezi ist sehr schön und hat mich noch neugieriger auf das Buch gemacht.
    Liebe Grüße ♥
    Nora

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  3. Auf jeden Fall schonmal ein schönes Cover :)

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  4. Huhu,
    schöne Rezi :)
    Ich habe das Buch auch gelesen und mir hat es auch gefallen.. Nur das Ende fand ich nicht so toll...

    Liebe Grüße,
    Lisa

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- Sarina