Dienstag, 11. März 2014

(Rezension) "Die gestohlene Zeit" von Heike Eva Schmidt

http://www.amazon.de/Die-gestohlene-Zeit-Heike-Schmidt/dp/3426513110/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1394554128&sr=8-1&keywords=die+gestohlene+zeit 
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Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden - aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen? 

 
 
Legenden und Sagen werden wegen ihrer magischen und geheimnisvollen Stimmung, die sie verströmen, von jedem gern gelesen oder gehört. Allerdings nur so lange wie sie das bleiben, was sie sind: Geschichten, Fantasien, die sich irgendjemand vor langer Zeit ausgedacht hat. Doch was, wenn sich eine davon tatsächlich als wahr herausstellt? Im Prolog und im 1. Kapital ist sich Emma jedenfalls noch ganz sicher, dass an der Legende um den sagenumwogenden Zwergenkönig Laurin nichts dran ist. Wie falsch die damit liegt, muss sie wenig später am eigenen Leib erfahren.

Aber zunächst einmal lernen wir Emma und ihre beste Freundin Caro etwas näher kennen. Wir bekommen einen kleinen Einblick in ihr Leben und in ihre gemeinsame Vergangenheit, die sie wirklich zusammengeschweißt hat. Danach geht es auch schon los. Emma begleitet im Rahmen ihres Praktikums eine Schulklasse auf Klassenfahrt in die Berge. Während einer Wanderung findet sie einen goldenen Ring, von dem eine ganz besondere Macht auszugehen scheint. Bevor sie sich ihn jedoch näher betrachten kann, haben sie ihre beiden Schüler Udo und Frank auch schon überwältigt und mit dem Ring über alle Berge. Als Emma wieder erwacht ist sie von einer Gruppen Zwerge umstellt, die sie für Similde, die Frau, in die sich König Laurin vor Jahrhunderten verliebt hat, halten. Tja und ehe sie sich versieht, steht sie Laurin auch schon gegenüber, der überglücklich ist seine Braut wiederzuhaben und gar nicht daran denkt sie wieder gehen zu lassen. Emma wiederum ist alles andere als begeistert und versucht alles um den Zwergen zu entkommen. Hilfe bekommt sie dabei von Jonathan, der ebenfalls gefangen genommen wurde. Tatsächlich gelingt ihnen die Flucht, doch in der Oberwelt wartet bereits die nächste Überraschung: 30 Jahre sind seit Emmas Verschwinden vergangen. Und das ist nicht die einzige Veränderung, die auf sie wartet...Bei ihrer Flucht aus dem Berg wurden die zwei nämlich von einem Fluch getroffen, den sie nur mithilfe des goldenen Rings brechen können. Einer schier unlösbaren Aufgabe!

Dazu noch die ganzen Neuerungen, Erfindungen und technischen Geräte mit denen es klar zu kommen heißt. Man kann also gut nachvollziehen, dass die Suche für Emma und Jonathan einige Hindernisse und Stolpersteine bereit hält. Begleitet wird man dabei von einer märchenhaft angehauchten Atmosphäre, bei der die Spannung allerdings auch nicht zu kurz kommt. Ein Schuss Witz und ein Fünkchen Liebe runden das Lesevergnügen ab.

Das einzige, was mich so ein bisschen gestört hat, war, dass für jedes Problem, das sich einem in den Weg stellt, in relativ kurzer Zeit eine Lösung gefunden wurde und die Geschichte an Spannung eingebüßt hat.
 
Frau Schmidts Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, sodass man gar nicht merkt wie schnell die Seiten an einem vorbeifliegen. Sie beschreibt wirklich ausführlich und bildhaft, wodurch man sich vor allem Laurin und sein Zwergenvolk sehr gut vorstellen kann. Allerdings haben die so gar nichts mit den lieben, netten Zwergen gemeinsam, die man aus so manchem Märchen kennt. Sie sind eher das genaue Gegenteil: Hässliche, grausame und gemeine Biester, die keine Gnade kennen. Nichtsdestotrotz haben sie der Geschichte die nötige Würze verpasst. Die ganze Idee hinter der Geschichte ist einfach grandios. 

Emma war mir mit ihrer humorvollen, lebensfrohen Art auf Anhieb sympathisch. Darüber hinaus sprüht sie vor Sarkasmus, womit sie mir immer wieder an Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Desweiteren lässt sie sich von nichts und niemanden unterkriegen und gibt nicht auf, egal wie ausweglos ihre Situation aussehen mag. Das liegt vermutlich daran, dass sie schon früh lernen musste alleine auszukommen. Ihre Eltern sind nämlich bei einem Unfall ums Leben gekommen, weshalb sie im Heim aufgewachsen ist. Dort hat sie auch ihre beste Freundin Carolin kennengelernt, die mittlerweile zum wichtigsten Menschen in ihrem Leben geworden ist.

Jonathan, der Koch den Emma im Reich der Zwerge kennenlernt, lässt nicht nur Emmas Herz schnell höher schlagen, sondern auch meins. Er ist super nett, sympathisch und ein wahrer Gentleman. Zwar drückt er sich oft etwas altmodisch aus, was einen allerdings kaum mehr verwundert, nachdem man erfährt, dass er fast 200 Jahre Laurins Gefangener war. So kann man sich sicher auch lebhaft vorstellen, was für ein Schock es für ihn sein muss plötzlich mit unserer modernen Gesellschaft konfrontiert zu werden.

Lilly und Herr Spindler waren zwei wunderbare Charaktere, die Emma und Jonathan hilfreich zur Seite gestanden und ihnen aus der ein oder andren brenzligen Situation gerettet haben. Die beiden muss man einfach nur gernhaben und in sein Herz schließen.   

 
Mit „Die gestohlene Zeit“ hat Heike Eva Schmidt wirklich eine originelle, fantasiereiche Geschichte geschaffen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte. Begleitet wird man von einer schönen märchenhaften Atmosphäre, bei der die Spannung allerdings auch nicht fehlen darf, da Emma und Jonathan auf ihrer Suche mit einigen brenzligen Situationen konfrontiert werden. Es gibt jedoch auch einige humorvolle und romantische Szenen, die einen wenigstens für kurze Zeit auf andere Gedanken bringen.  
 


Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt heute im Süden Münchens. Nach ihrem Studium wurde sie zunächst Journalistin und schrieb unter anderem für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Inzwischen arbeitet sie als freie Drehbuchautorin. 2010 verwirklichte sie schließlich ihren Kindheitstraum: Romane zu schreiben. [Quelle: Verlagshomepage Droemer Knaur]




 





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- Sarina