Donnerstag, 2. Januar 2014

(Rezension) "Sechs Richtige und eine Falsche" von Birgit Hasselbusch

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Jeden Morgen prüft Jule (33) mit ihrem Opernglas die Position ihres Lieblingsschuhs in der Auslage gegenüber - bis der Stiefel endgültig weg ist. Und an besagtem Morgen ist noch einer weg: Der Kerl, der gerade noch schlafend in ihrem Bett gelegen hatte. Egal. Erst mal schnell in den Sender, denn es gilt, eine Story über Lotto-Millionäre auf die Beine zu stellen. Während Jule sich mit Schuhen, Männern und Millionären unterschiedlichster Prägung herumschlägt, geschehen wundersame Dinge: Die Antworten ihrer Freunde auf die Frage 'Welchen Wunsch würdest du dir mit den Lotto-Millionen erfüllen?' werden wahr, und sie selbst gerät in Verdacht, die Lotto-Fee zu sein...

Birgit Hasselbusch schreibt schön flüssig, sodass sich die Seiten locker weglesen lassen. Im ersten Moment mag die Geschichte vielleicht ein wenig oberflächlich wirken, doch man merkt schnell dass die Autorin alles gut durchdacht hat und doch eine tiefere Bedeutung dahintersteckt.


Die Wahrscheinlichkeit im Lotto den Jackpot zu knacken liegt bei 1:140 Millionen…wir alle wissen das und doch übt allein die Vorstellung so viel Geld auf einmal zu gewinnen eine unglaubliche Anziehungskraft auf uns aus. Ich glaube jeder hat sich schon einmal ausgemalt, welche Wünsche er sich erfüllen würde…Das ein Lottogewinn allerdings nicht nur Schönes mit sich bringt, sondern auch seine Schattenseiten hat, ja sogar ein regelrechter Fluch sein kann, muss unsere Protagonistin in „Sechs Richtige und eine Falsche“ am eigenen Leib erfahren.

Jule Claussen, die als Radioreporterin bei einem kleinen regionalen Sender in Hamburg arbeitet, bekommt von ihrem Chef den Auftrag einen Reportage über Hamburger Lottomillionäre auf die Beine zu stellen. Das wäre noch nicht einmal so schwer, müsste sie zudem nicht auch den aktuellen Gewinner ausfindig machen. Aber Jule lässt sich nicht unterkriegen, sondern konzentriert sich erst einmal die bisherigen Gewinner zu interviewen und Umfragen durchzuführen. Nachdem der ersten Beitrag zum Thema "Welchen Wunsch würdest du dir mit den Lottomillionen erfüllen“ gesendet wurde, macht sich kurz darauf ein geheimnisvoller Spender an die Arbeit einen Wunsch nach dem anderen in Erfüllung gehen zu lassen. Natürlich fragt sich jeder wer dahinter stecken könnte…Als Jule vor laufendem Mikro witzelt, im Lotto gewonnen zu haben, ahnt sie noch nicht welches Ausmaß ihre unbedachte Aussage haben wird…

Jule war mir auf anhieb äußerst sympathisch, da sie eine wirklich witzige, schlagfertige, vielleicht ein klein wenig chaotische (was sie umso liebenswerter macht) Person ist. Stellenweise tat sie mir aber auch richtig leid, denn es kann ganz schön anstrengend werden, wenn auf einmal jeder denkt, dass du über Nacht zur Millionärin geworden bist. Ich glaube sie hätte nie gedacht, dass sich in ihrem Leben so viel verändern würde, sich plötzlich Leute bei ihr melden, die an ihrem „angeblichen“ Gewinn teilhaben wollen. Tja und vor Neider bleibt sie leider auch nicht verschont. Allerdings hat diese Erlebnis auch seine guten Seiten: Jule ist nun um einige Erfahrungen reicher geworden und wird sich von nun an zweimal überlegen, was sie in Zukunft von sich gibt.

Neben Jule habe ich aber auch die Nebencharaktere in mein Herz geschlossen. Besonders Carl, den Besitzer des Gewürzladens, der für Jule, die ihren leiblichen Vater nie kennengelernt hat, sowas wie ein Vaterersatz geworden ist. Sie liebt es ihn in seinem Laden zu besuchen und zwischen all den Gewürzen auf einer Orangenkiste sitzend Kakao zu schlürfen und ihm ihr Herz auszuschütten.

Dieser kleine Einblick in die Lottowelt hat mir richtig gut gefallen, da es wirklich sehr interessant zu lesen und verfolgen war, wie unterschiedlich die Menschen reagieren, wenn sie auf einen Schlag sehr viel Geld zu Verfügung haben. Nicht jeder bleibt auf dem Teppich…Im Gegenteil! Manche schöpfen ihren Reichtum voll und ganz aus, brechen mit ihrem alten Leben, ihren alten Freunden...fangen ein neues Leben an. Dann gibt es auch die Menschen, die mit dem großen Reichtum nichts anfangen können, unglücklich sind und sich wünschen, dass alles beim alten geblieben wäre. Ja und zur dritten Gattung gehören die, die alles gewonnen und wenig später wieder alles verloren haben.

Das ist nicht jedoch nur die halbe Handlung. Natürlich gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, das ein oder andere Geheimnis zu lösen, überraschende Wendungen und eine gute Prise Humor ist ebenfalls zu finden.


Von der ersten Seite habe ich mich in „Sechs Richtige und eine Falsche“ rundum wohl gefühlt. Die Idee hinter der Geschichte ist so schön erfrischend, wodurch das Lesen umso mehr Spaß macht. Ganz besonders gut hat mir das hintere Drittel gefallen, da es hier sehr emotional wird und die Autorin mit Enthüllungen auftrumpft, mit denen ich nicht gerechnet hätte.





In der Schule hat die gebürtige Hamburgerin (geboren 1969) die Bücher aus Langeweile rückwärts gelesen. Seitdem kann sie auch rückwärts sprechen: Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. In Frankreich moderierte sie zum ersten Mal beim Radio. Das allerdings vorwärts! Dies tut sie auch heute noch in Hamburg bei NDR 90,3. [Quelle: Verlagshomepage dtv]


  

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- Sarina