Montag, 16. Dezember 2013

(Rezension) "Isegrim" von Antje Babendererde

http://www.amazon.de/Isegrim-Antje-Babendererde/dp/3401067532/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1386674067&sr=8-1&keywords=Isegrim 
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Der Wald ist Jolas einziger Rückzugsort, an den sie gerne zurückkommt, wenn sie ihre Probleme und Sorgen wenigstens für einen kurzen Augenblick vergessen möchte. Einmal kurz Pause von ihrer überängstlichen Mutter oder ihrem anhänglichen Freund Kai nehmen. Doch in der letzten Zeit scheinen im Wald irgendwelche Veränderungen vorzugehen. Nicht nur das sich Jola ständig beobachtet fühlt. Fast kommt es ihr so vor, als würde ihr jemand heimlich folgen. Als sie schließlich auf den geheimnisvollen Olek trifft, glaubt Jola die Antwort bereits gefunden zu haben. Das sich dies allerdings als Trugschluss herausstellt und noch weitaus größere Geheimnisse auf sie warten, wird ihr relativ schnell klar….


Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Monaten in der Buchhandlung an diesem Buch vorbeigelaufen bin und meine Augen automatisch an dem wunderschönen Cover hängen geblieben sind. Neugierig habe ich mir den Klappentext durchgelesen, wobei im Grunde nur die ersten drei Zeilen ausgereicht haben, um zu wissen, dass ich die Geschichte auf jeden Fall lesen möchte.

„Ein ungesühntes Verbrechen. Ein düsteres Geheimnis. Und ein Mädchen, das nicht bereit ist wegzusehen.“


Hört sich doch richtig spannend und geheimnisvoll an! Mehr musste und wollte ich auch nicht erfahren, sodass ich mich völlig unwissend ins Geschehen gestürzt habe. Der kurze Prolog lässt einem gleich den Atem stocken und erahnen, dass entweder etwas ganz Schreckliches passieren wird oder bereits geschehen ist. Unterschwellig wird also gleich einmal das Spannungslevel angefacht. Im späteren Verlauf sind solche Einschübe – immer aus der Sicht eines Unbekannten- regelmäßig zu finden.

Der eigentliche Anfang der Geschichte ist dagegen eher ruhig. Man lernt die Protagonistin Jola, ihr Leben und ihre Umgebung ein wenig kennen. Hierbei wird natürlich auch ihre Faszination für die Natur, den Wald und seine Tiere auf anhieb spürbar.

Durch den Wald zu streifen und seine Lebewesen zu beobachten…etwas Schöneres könnte sich Jola nicht vorstellen. Das ist ihre Welt, dort fühlt sie sich wohl, dort kann sie ihre Probleme vergessen und einmal eine Pause von ihrer überängstlichen Mutter oder ihrem anhänglichen Freund Kai nehmen.

„Ich liebe den Wald zu jeder Tageszeit, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Hier bin ich ein Teil dessen, was mich umgibt: ein Baum, ein Grashalm, ein Vogel, ein Schmetterling. Ich atme den würzigen Duft der Kiefernnadeln und fühle mich herrlich leicht. Das ist der Moment, nach dem ich mich den ganzen Tag gesehnt habe.“ (S.58)

In diesem Zug kann ich gleich einmal erwähnen, dass Frau Babendererde einen zauberhaften Schreibstil hat, mit dem sie einem Bilder und Beschreibungen (insbesondere Tiere und Pflanzen) detailgenau vor dem inneren Auge entstehen lässt. Mir kam es fast so vor als würde als würde ich mit vor Ort sein und alles hautnah miterleben. Es umgibt einen eine ganz besondere Atmosphäre und es öffnen sich einem die unterschiedlichen Facetten des Waldes, sodass man Jola Faszination wirklich nachvollziehen kann. Und das obwohl ich Wälder grundsätzlich mit düster und gefährlich assoziiere. Diese „Angst“ konnte mir die Autorin jedoch nehmen :D

So idyllisch bleibt es aber nicht lange. Man merkt, dass etwas „Düsteres“ hinter allem steckt. Nicht nur, dass sich Jola von einem „Wesen“ verfolgt fühlt. Insbesondere das Dorf Altenwinkel scheint einige Geheimnisse zu verbergen, die die meisten Bewohner am liebsten in Vergessenheit geraten lassen wollen. Genauer werde ich nicht darauf eingehen, da ich sonst zu viel verraten würde.

Die Spannung hält sich bis zu einem bestimmten Punkt konstant. Als sich alles immer mehr zuspitzt entwickelt sich das einst ruhige Buch in einen gefährlichen und rasanten Thriller, der einen mehr als einmal auf eine vollkommen falsche Fährte lockt und sein Urteil über diesen oder jedem Charakter überdenken lässt. Wie es weitergeht ist absolut nicht voraussehbar.


Mit „Isegrim“ hat Frau Babendererde einen geheimnisvollen und wunderbar bildhaften Jugendthriller geschrieben, der hinter die Fassade eines kleinen thüringerischen Dorfes schaut und sich aufmacht eine Mauer des Schweigens einzureißen. Zwar dauert es ein wenig bis die Spannung aufkommt, doch wer sich die Mühe macht und durchhält, wird auf jeden Fall belohnt werden.





Antje Babendererde, geboren 1963, wuchs in Thüringen auf und arbeitete als Arbeitstherapeutin mit Kindern in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie. Seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin mit einem besonderen Interesse an der Kultur, Geschichte und heutigen Situation der Indianer. Ihre einfühlsamen Romane zu diesemThema für Erwachsene wie für Jugendliche fußen auf intensiven Recherchen und USA-Reisen und werden von der Kritik hoch gelobt. [Quelle: Verlagshomepage Arena Verlag]

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