Montag, 28. Oktober 2013

(Rezension) "Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater

 
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Seit ihrer frühesten Kindheit lebt die 16 jährige Blue Sargent mit der Prophezeiung, dass sie ihre wahre Liebe mit einem Kuss töten wird. Um das zu verhindern hat Blue daher beschlossen sich niemals zu verlieben und um Jungs so gut wie es geht einen Bogen zu machen. Als sie jedoch gemeinsam mit ihrer Tante Neeve, in der Nacht vor dem Markustag die alljährliche Kirchenwache hält und die Seelen derer empfängt, die im Laufe des nächsten Jahres sterben werden, gerät diese Vorhaben ins Wanken, denn plötzlich passiert etwas mit dem Blue nie gerechnet hätte: sie sieht den Geist eines Jungen. Warum kann sie ihn sehen? Schließlich ist sie doch eine Nichts-Sehende, die einzige in ihrer Familie, die nicht in der Lage ist die Zukunft vorauszusehen.

Es kann also nur zwei Erklärungen geben: Entweder ist der Junge ihre wahre Liebe, oder sie wird für seinen Tod verantwortlich sein…

Maggie Stiefvaters Schreibstil ist wie gewohnt wunderschön. Bereits nach wenigen Seiten ist man gefangen von ihren zauberhaften Worten und ihrer Sprachgewalt, sodass man am liebsten stundenlang weiterlesen würde. Sie beschreibt die Umgebung dermaßen detailreich, dass sie als Bild vor dem inneren Auge erscheinen. Hat fast etwas magisches an sich^^ Ein Beispiel: Die Bäume wurden immer höher, manche von ihnen waren zu regelrechten Festungen zusammengewachsen, riesenhaft und mit spitzen Türmchen bewehrt. Hoch über ihnen schwebten die Kronen, rauschend und Ehrfurcht gebietend. Alles war grün, grün, grün. - S. 252

Auch die Gefühle, Gedanken und Eigenheiten ihrer Charaktere sind so liebevoll dargestellt, man kann gar nicht anders als sie gern zu haben. 


Spannend, mystisch, geheimnisvoll – diese drei Wörter würde ich verwenden, wenn ich Maggie Stiefvaters neustes Werk in drei Worten beschreiben müsste. Angefangen mit dieser Nacht auf dem Friedhof zieht sich diese Stimmung durch die komplette Geschichte. Es passiert so unglaublich viel, vor allem unerwartetes, das es einem sicher nie langweilig wird. Dazu trägt auch die Menge an unterschiedlichen Charakteren bei, die über die Seiten wuseln. Dabei bekommt man von dem einen ein bisschen mehr mit, von dem anderen ein bisschen weniger.

Diese Mischung hat mir einerseits gut gefallen, andererseits hatte ich dadurch zu Beginn das Problem in die Geschichte hineinzukommen. Wenn man von einer Vielzahl an Namen überschüttet wird, braucht man eine gewisse Zeit um sich daran zu gewöhnen. Hinzukommt die gewählte Erzählperspektive. Die Autorin erzählt nämlich nicht aus der Perspektive von Blue, sondern aus der Sicht des allwissenden Erzählers, was mir nicht ganz so gut gefallen hat. Das ist jedoch Geschmackssache und von Leser zu Leser verschieden.

Blue ist eine tolle Protagonistin, mit der ich mich auf anhieb identifizieren und deren Beweggründe ich stets nachvollziehen konnte. Als einzige in ihrer Familie hat sie nicht die Gabe des Hellsehens geerbt. Klar, dass sie sich manchmal wie eine Außenseiterin fühlt. Wer würde das an ihrer Stelle nicht. Außerdem wurde ihr schon seit frühster Kindheit prophezeit, dass sie ihre wahre Liebe mit einem Kuss töten wird. Gruselige Vorstellung! Als sie nun auf dem Friedhof den Geist von Gansey sieht und ihm wenig später auch in „Echt“ gegenübersteht, weiß sie nicht wie sie mit der Situation umgehen soll, denn immerhin besteht ja die Möglichkeit, dass er ihre wahre Liebe ist. Zudem sind er und seine Freunde „Raven Boys“, um die Blue zuvor immer einen großen Bogen gemacht hat. Doch nachdem sie ihre anfängliche Zweifel hinter sich gelassen hat, schließt sie sich den Jungs an und begibt sich mit ihnen auf die Suche nach der Ley-Linie (verbindet spirituelle Orte auf der ganzen Welt) und dem Grab des legendären walisischen Königs Glendower.

Klingt doch total spannend, oder? Das ist es auch. Alles ist sehr mysteriös und geheimnisvoll, sodass die Neugier ganz automatisch geweckt wird. Man möchte einfach immer mehr über die Ley-Linien erfahren und das Geheimnis lüften.

Gansey scheint auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von Blue zu sein. Er ist cool und lässig, nimmt sich und das Leben wie es kommt, doch hinter dieser Fassade kommt ein sehr sensibles und auch recht unsicheres Ich zum Vorschein. 

Die anderen Raven Boy’s Noah, Adam und Ronan könnten wohl unterschiedlicher nicht sein. Ronan beispielsweise ist ein absoluter Draufgänger und Unruhestifter, der aus schwierigen Familienverhältnisse stammt und öfters lieber zuschlägt als zu reden. Im Laufe des Buches zeigt er aber auch seine weiche Seite, die ihn viel sympathischer herüber kommen lässt. Adam hingegen hat sich seinen Besuch an der Aglionby Academy hart erarbeitet, da seine Familie nicht so wohlhabend ist wie die der anderen Schüler. Letztendlich habe ich alle jedoch gleichermaßen in mein Herz geschlossen.

Die große Liebesgeschichte, die im Klappentext angedeutet wurde, darf natürlich auch nicht fehlen,  jedoch wird sie nur am Rande angedeutet, schließlich werden noch weitere 3 Bücher folgen. Es ist nicht die klassische Junge-tifft-Mädchen-und-verliebt-sich-auf-der-Stelle-Geschichte, sondern sie beginnt langsam und zaghaft.

Im Nachhinein bin ich mal wieder von dem unglaublichen Einfallsreichtum der Autoren insbesondere von Maggie Stiefvater verblüfft. Wer ihre Bücher kennt, weiß, dass jedes einzelne davon schlichtweg einzigartig ist und mit kaum einem bisher erschienen zu vergleichen ist. Ich frage mich echt wo die Frau ihre Ideen hernimmt.


„Wen der Rabe ruft“ ist eine tolle, mystische Geschichte, die allein schon wegen Maggie Stiefvaters wunderschöner, malerischer Schreibweise ein wirkliches Leseerlebnis darstellt. Ihre Worte, erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre, von der man sich liebend gerne einnehmen lässt. Man taucht ab in die von ihr geschaffene Welt und möchte am liebsten gar nicht mehr auftauchen. Oft unerwarteten Wendungen, lassen das Buch zu einem wahren Pageturner werden, der leider viel zu schnell ein Ende findet.




Maggie Stiefvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumereien und Selbstgesprächen mit ihren Jobs zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin in den Bergen Virginias, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze. [Quelle: Verlagshomepage script5]


 
  

(vorläufig) 


 
 
  




 

1 Kommentar:

  1. Tolle Rezension ♡
    Ich muss ja zugeben ich hab noch kein Buch von Maggie Stiefvater gelesen- aber ich glaube, dass muss ich ändern (:

    Liebste grüße Lole

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- Sarina