Sonntag, 13. Oktober 2013

(Rezension) "Die Geschichte von Zoe und Will" von Kristin Halbrook

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Die fünfzehnjährige Zoe hat genug von ihrem Vater, der schon lange nicht mehr er selbst ist – vor allem nicht, wenn er trinkt. Und Will, der noch nie eine richtige Familie hatte, würde alles tun, um Zoe zu beschützen. Sie zum Lachen zu bringen, bei ihr zu sein. Zoe ist die Einzige, die je an ihn geglaubt hat. Die davon überzeugt ist, dass er seinen Schulabschluss schaffen kann. Doch jetzt gehen sie beide nicht mehr zur Schule, und der Highway ist ihre neue Heimat. Für beide ist es die große Freiheit, die erste große Liebe. Für einen kurzen Augenblick scheint alles perfekt – dass der Augenblick nicht ewig dauern kann, ahnen sie…

Kristin Halbrook erzeugt mit wenigen Worten eine äußerst einnehmende, melancholische Stimmung, die einen förmlich an den Seiten kleben lässt. Ihr Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, auch wenn die schlimmen Schicksale der beiden einen sehr mitnehmen und bedrückt zurücklassen. Das Feingefühl in ihrer Sprache konnte mich zumindest ein wenig trösten. Vielleicht bleibt dadurch manchmal die Spannung auf der Strecke, aber das war für mich nur nebensächlich.

Genauso wunderbar sind der Autorin ihre Protagonisten Zoe und Will gelungen. Mit ihnen sind zwei ganz besondere Menschen auf dem Papier erschienen, die ich vom ersten Augenblick in mein Herz geschlossen habe.


Zoe hält es zu Hause einfach nicht mehr aus. Ihr Vater ist ständig betrunken und seine gewaltsamen Ausbrüche gehören schon fast zur Tagesordnung. Immer wieder lässt er seine Wut an ihr aus und sie lässt die Schläge schweigsam über sich ergehen. Erst als sie Will kennenlernt, scheint sich ihr Leben zu einem besseren zu wenden, denn anders als ihre Umgebung schaut er nicht einfach weg. Im Gegenteil! Will möchte Zoe helfen, dabei hat er in seinem Leben bisher genauso viel durchmachen müssen. Als Baby wurde er von seiner Mutter im Stich gelassen und bei einer Nachbarin abgegeben. Danach von Pflegefamilie zu Pflegefamilie und von Heim zu Heim gereicht. Liebe und Zuneigung? Fehlanzeige! Erst als er Zoe kennenlernt, ändert sich das. Und so beschließen die beiden einfach abzuhauen und ihr altes Leben hinter sich zu lassen…Es beginnt eine spannende und turbulente Reise quer durch Amerika…




Die Antwort auf diese Frage hat mich vom ersten Moment an gefesselt, obwohl die Idee hinter der Geschichte nicht unbedingt neu ist. Dafür wurde sie allerdings besonders einzigartig umgesetzt und gibt sehr viel Stoff zum Nachdenken. Hinzukommt das Frau Halbrook eine ganz besondere einnehmende und bedrückende Atmosphäre geschaffen hat. Bereits nach wenigen Seiten hatte ich Zoe und Will fest in mein Herzen geschlossen und ich konnte förmlich spüren wie mir die Tränen in die Augen geschossen sind. Es hat mich so traurig gemacht, was die beiden schon alles ertragen mussten. Ihre Angst und Verzweiflung war zum Greifen spürbar.

Zoe und Will zwei wunderbare Charaktere, die äußerst liebevoll ausgearbeitet wurden und damit die Geschichte richtig lebendig machen. Doch im Grunde sind es ihre Schicksale, die berühren. Sie kommen wirklich authentisch herüber und führen dem Leser die schonungslose Realität vor Augen.

Trotz der großen Unterschiede in ihren Denk- und Verhaltensweisen passen sie wahnsinnig gut zusammen. Sie sind so liebevoll zueinander, sodass die kleinen Momente, in denen ihre Liebe und ihre unendliche Zuneigung hervorgehoben wird, einen zu Tränen rühren, weil man einfach an die ganzen schlimmen Dinge denken muss. Sie haben nur noch sich! Vielleicht sind sie mir gerade unglaublich ans Herz gewachsen…Jedenfalls werden sie mir bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben.

Zoe ist für ihre 15 Jahre schon sehr erwachsen und reif, da sie wegen der Alkoholsucht ihres Vaters einfach viel zu früh erwachsen werden musste. Hin und wieder jedoch kann man auch ihre verletzliche und unsichere, ja etwas naive Seite erkennen.

Mit Will verhält es sich genauso. Im ersten Moment wirkt er vielleicht als könne ihm nichts, gar nichts anhaben, aber auch er ist ein unsicherer junger Mann, der ganz genau weiß, worauf es im Leben ankommt und nach Liebe und Zuneigung lechzt.

In fast jedem Wort kann man die Liebe zwischen den beiden herauslesen. Eine Liebe, die so groß ist, dass sie alles dafür auf sich nehmen. Was hinter dieser Liebe steckt, dass begreift der Leser recht schnell. Zoe und Will brauchen sich gegenseitig um verarbeiten zu können, was in ihrer Vergangenheit schief gelaufen ist und um einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft zu richten. Will beschützt Zoe und Zoe glaubt an Will. Sie geben sich gegenseitig das, was sie brauchen.

“Ich bin wie ein Fels, der außer Kontrolle auf einen Abgrund zurollt – stürzt. Meine einzige Chance liegt in ihren Händen, die allein mich aufhalten können, wenn sie sich schützend um mich legen.” (Seite 83) 

Aber neben dieser Liebesbeziehung spielen auch andere Themen eine große Rolle, z.B. häusliche Gewalt und wie sehr diese einen Menschen zerstören kann, wenn niemand eingreift und dem ganzen ein Ende bereitet. Außerdem zeigt die Autorin ihren Lesern wie zerbrechlich Glück ist, das jeder Moment, jede Entscheidung, jede unbedachte Handlung alles verändern kann.

Durch eine einschneidende Wendung bekommt das Buch noch eine andere Facette und es wird spannender, actionreicher.

Während der ganzen Zeit habe ich den beiden die Daumen gedrückt, dass sie ihr Ziel erreichen werden. Man wünscht den beiden einfach nur, dass sie glücklich werden und ihre Liebe genießen können. Zum Schluss hin wurde dieser Wunsch noch intensiver und ich habe Träne um Träne vergossen, da sich alles ganz anders entwickelt hat, als ich mir zu Beginn ausgemalt hatte.


Im Nachhinein hinterlässt die Geschichte einen "bittersüßen" Geschmack in meine Mund. Zwar ist die Idee nicht unbedingt neu, dafür wurde sie jedoch besonders rührend und einzigartig umgesetzt. Der Schreibstil von Frau Halbrook und ihre sorgsam gewählten, gefühlvollen Worte haben mich in dieses Buch verliebt lassen. Zoe und Will, zwei wunderbare, authentische Charaktere, konnten mich über die Zeilen hinweg begeistern und geben als die moderne Bonnie & Clyde eine würdige Rolle ab. Das Ende nimmt noch einmal gehörig an Fahrt zu, sodass man die letzten 100 Seiten unbedingt in einem Rutsch durchlesen muss, was sich als gar nicht so leicht darstellt, wenn einem die Tränen förmlich aus den Augen rinnen. Abschließend kann ich nur sagen, dass „Die Geschichte von Zoe und Will“ definitiv ein ganz besonderes Buch ist und sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.




Kristin Halbrook lebt in Seattle. Sie liebt guten Kaffee, gutes Essen, gute Musik, hin und wieder Sport und natürlich Bücher. Die Geschichte von Zoe und Will ist ihr Debütroman. [Quelle: Verlagshomepage Heyne Verlag]

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- Sarina