Mittwoch, 2. Oktober 2013

(Rezension) "Der Geschmack von Glück" von Jennifer E. Smith

 
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Ein einziger, kleiner Tippfehler und schon landet die Email von Graham Larkin, dem zurzeit am heißesten umschwärmten Teeniestar, in Ellies Postfach - ganz am anderen Ende der USA und in einer vollkommen anderen Welt: ohne Glamour, dafür mit Ferienjob in einer Eisdiele. Dennoch, und ohne, dass der eine irgendetwas vom anderen weiß, entspinnt sich sofort ein wunderbarer, sprühender Dialog zwischen den beiden. Sie können über Gott und die Welt miteinander reden, nur nicht darüber, wer sie in Wirklichkeit sind. Doch dann schlägt Graham als Drehort für seinen neuesten Film Ellies kleines Küstenstädtchen vor, weil er sie endlich persönlich kennenlernen will. Aber wie macht man das als überall bekannter Filmstar und warum scheut umgekehrt Ellie die Öffentlichkeit so sehr?

Jennifer Smiths Schreibstil ist wie eine Welle, von der man sich gerne treiben lässt. Locker und flüssig beschreibt sie mit wunderbaren Worten, die einem das Gefühl vermitteln hautnah dabei zu sein. Die Charaktere sind einfach superschön ausgearbeitet und besitzen so viel Tiefgang und Konturen, dass man das Gefühl hat, als wären sie alte Bekannte.


Glück definiert jeder von uns wahrscheinlich auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Für den einen ist Glück viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen, für den anderen ist es ein Stück seiner Lieblingsschokolade zu genießen und für wieder einen anderen ist es das Gefühl geliebt zu werden. Eins bleibt jedoch bei allen gleich: Glück ist ein wichtiger und vor allem unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens. Jeder von uns möchte gerne sein persönliches Glück finden, den Geschmack in sich aufnehmen und nie wieder hergeben – und genau darum geht es auch in Jennifer Smith neuestem Buch.

Die Idee hinter der Geschichte fand ich vom ersten Augenblick an richtig super: Ein kleiner Tippfehler und schon landet die E-Mail von Graham irrtümlicherweise in Ellis Postfach. Natürlich klärt sie das Missverständnis sofort auf, doch damit ist der Kontakt zwischen den beiden nicht beendet. Irgendwie können sie nicht mehr aufhören sich zu schreiben, sodass bald eine Art Freundschaft zwischen ihnen entsteht. Was Elli allerdings nicht weiß, Graham ist ein berühmter Schauspieler…

Die ersten Mailwechsel lassen sich locker flockig lesen und bezaubern mit ihrem Humor. Schade, dass sie später, als die Geschichte richtig losgeht, kaum mehr eine Rolle spielen. Das war womöglich auch der Hauptgrund, warum ich der Beziehung zwischen Elli und Graham zunächst skeptisch gegenüber stand. Dadurch, dass man nicht mitbekommt, wie sich die beiden besser kennenlernen, sondern es nur ab und zu erwähnt wird, fühlt sich alles irgendwie distanziert an.

Graham ist nicht der arrogante Superstar, der sich in seinem Ruhm sonnt und die ganze Zeit nur kühl und unnahbar herüber kommt. Er ist trotz seines Erfolgs völlig normal geblieben. Oft hat er sehr nachdenklich, ja fast traurig auf mich gewirkt. Der ganze Rummel um seine Person ist ihm nicht ganz Geheuer, was ich ganz gut nachvollziehen konnte. Wer möchte bitte den ganzen Tag von Fotografen belästigt werden? Ich nicht! Graham geht es genauso. Manchmal wünscht er sich deshalb sein altes Leben und die schönen, heimischen Stunden mit seinen Eltern zurück.

Elli ist eine starke, schlagfertig Persönlichkeit, die sich von Grahams Berühmtheit nicht blenden lässt, sondern dem ganzen eher skeptisch und abgeneigt gegenüber steht. Sie ist das typische Mädchen von nebenan ist, das gerne mit ihrer besten Freundin Quinn abhängt in der Eisdiele oder bei ihrer Mutter im Geschäft arbeitet, um sich ihren großen Traum: Ein Lyrik-Kurs in Harvard zu erfüllen. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sie nicht durchdreht, als sie erfährt mit wem sie die ganze Zeit gemailt hat. Ellie nimmt es ganz gelassen und behandelt ihn auch komplett normal. Die Chemie zwischen Ellie und Graham stimmt einfach von Anfang an. Die Liebe der zwei entwickelt sich ganz langsam, auch wenn es Liebe auf den ersten Blick ist.

Ein Filmstar und ein Mädchen aus einer Kleinstadt, als wäre das nicht schon kompliziert genug, müssen die beiden auch noch damit klar kommen auf Schritt und Tritt von Fotografen verfolgt zu werden, keine Privatsphäre zu haben. So beginnt für die beiden eine Suche nach dem eigenen Glück, was sich definitiv nicht einfach gestaltet. Grahams fehlende Privatsphäre steht zwischen den beiden, schließlich will Elli auf keinen Fall in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Es scheint als ob ihre Beziehung zu scheitern verurteil wäre, trotzdem schaffen sie es, eine tiefe Verbundenheit zueinander zu entwickeln.

Das Buch kommt ohne große Spannung auf, es ist die Liebesgeschichte, die Frage wie es mit den beiden weitergeht und die liebevollen Details, die die Story am Leben erhält.


Mit "Der Geschmack von Glück" von Jennifer Smith habe ich ein paar schöne Lesestunden erlebt. Man fühlt sich einfach wie zu Hause und genießt das Feeling des kleinen Küstenstädtchens Maine. Gerade für den Sommer eignet sich die Geschichte um Elli und Graham, da es zwar lockerleicht ist, gleichzeitig aber auch eine schöne Tiefgründigkeit besitzt, die dem Buch die nötige Glaubhaftigkeit gibt.
 




Jennifer E. Smith wuchs in der Nähe von Chicago auf und studierte an der Colgate University. Sie hat bisher fünf Jugendbücher veröffentlicht, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Heute lebt und arbeitet Jennifer E. Smith in New York City. [Quelle: Verlagshomepage Carlsen Verlag]





 



 

 

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch sehr gut. :) Nur am Ende hätte ich mir gern etwas mehr gewünscht. Irgendwie fand ich es etwas abgehackt.

    Liebe Grüße
    Katja

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  2. Ich lass dir mal liebe Grüße da, bin gerade eben erst zufällig über deinen Blog gestolpert ;)
    Tolle Rezension übrigens! :)

    www.prettytigerbuch.blog.de

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- Sarina