Montag, 23. September 2013

(Rezension) "Solange am Himmel Sterne stehen" von Kristin Harmel

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zu amazon 
Auf die Verlagshomepage


Die 36 jährige Hope ist gerade frisch geschiedene und hätte mit ihrer zwölfjährigen, pubertierenden Tochter Annie eigentlich schon genug um die Ohren. Aber wie das Schicksal manchmal so will, muss sie sich mit weiteren Sorgen herumquälen: Da wäre zum einen die Bäckerei, die sich schon seit Generation im Besitz der Familie befindet. Sowohl ihre Mutter, als auch ihre Großmutter haben eine Menge Herzblut hineingesteckt und auch Hope tut ihr bestmöglichstes. Doch die Bäckerei hat leider schon bessere Zeiten erlebt. Und dann wäre da auch noch ihre an Alzheimer erkrankte Großmutter Rose, die jeden Tag mehr im unendlichen Nebel ihrer Krankheit zu versinkt droht. In einem der wenigen klaren Moment bittet Rose ihrer Enkelin deshalb um einen Gefallen: Hope soll nach Paris Reisen und dort nach bestimmten Menschen suchen, deren Namen sie noch nie gehört hat…

Kristin Harmel schreibt unglaublich warmherzig und liebevoll, sodass ich mich von Anfang an wie zu Hause fühlte. Darüberhinaus erzählt sie auch sehr authentisch. Ich hatte den Duft nach frisch gebackenen Kuchen, Törtchen und Keksen stets in der Luft, genauso wie die den düsteren und bitteren Gedanken an den Holocaust. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Frau Harmel in jeder Situation stets die richtigen Worte findet, was mir bisher nur selten in einem Buch begegnet ist.


Erinnerungen sind mit eines der kostbarsten Dinge, die es in unserem Leben gibt. Längst vergangene Ereignisse, an die wir uns nur zu gerne erinnern um vielleicht einen kurzen Moment aus der Gegenwart zu entfliehen. Doch es gibt auch Erinnerungen, die wir am liebsten aus unserem Gedächtnis streichen möchten, da sie einfach zu schmerzhaft sind. Vielleicht hat man einen schweren Fehler begangen, einen geliebten Menschen verloren, den man nie verlieren wolle, einen Ort, eine Zeit hinter sich lassen müssen, um einen Neuanfang zu beginnen…Sich an so etwas zu erinnern ist viel schwerer und komplizierter, aber noch schwerer ist es seine Erinnerungen daran vollkommen zu verdrängen. Und so erweist sich die Vergangenheit oftmals als ein Raum voller Geheimnisse und ungelöster Rätsel…

"Solange am Himmel Sterne stehen" ist nicht die Art von Buch, die ich sonst so lese, allerdings hat die Geschichte etwas ganz besonderes an sich, was mich von Anfang in seinen Bann gezogen hat. Darüberhinaus spielt das Thema Alzheimer eine tragende Rolle, was man nicht oft in Büchern anfindet, obwohl es längst kein unbekannter Begriff in unserer Gesellschaft ist. Außerdem hat meine Mama eine Zeitlang mit an Alzheimer erkrankten Menschen zusammengearbeitet.

Wie gesagt hatte dieses Buch eine ganz besondere Anziehungskraft ausgeübt. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich hatte beim Lesen stets das Gefühl, als ob ich ein Teil dieses Ganzen wäre und nach Hause kommen würde. Tja und wenn ein Buch solche Emotionen in mir auslösen kann, dann ist das schon ein dicker fetter Pluspunkt.

Darüberhinaus hat mir diese Geschichte so unheimlich viel gegeben. z.B. Dass man sein Leben so leben sollte, wie man es für richtig hält, ganz egal was andere darüber denken oder von einem erwarten. Es geht nicht darum, andere glücklich zu machen, sondern auch an sich selbst zu denken. Manchmal muss man dafür ein gewisses eingehen…Davor hat man meistens Angst, das immer die Möglichkeit besteht verletzt zu werden und Wunden aus dieser Erfahrung zu tragen. Um sich davor selbst zu schützen, wählt man deshalb oft den bequemeren, sicheren Weg, auch wenn es bedeutet einen Kompromiss einzugehen und nicht sein eigentliches Ziel zu erreichen.

Außerdem nehme ich mit, dass es nichts bringt sich an Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden, zu klammern und sich zu fragen was gewesen wäre, wenn ich mich so oder so entschieden hätte. Man muss akzeptieren, wie sich das Leben entwickelt hat und nach vorne sehen, denn wie es weitergeht bestimme ich ganz alleine. Wie heißt es so schön „Jeder ist seines Glückes Schmied“

Von Anfang an baut die Autorin unterschwellige eine gewisse Spannung auf, die meine Neugierde permanent aufrecht hielt. Die Suche nach Informationen, nach vergangenen Momenten hat stets dazu geführt, dass ich immer wissen musste, wie es weitergeht.

Im Verlauf der Suche lernen wir viele wunderbare Charaktere kennen, von denen jeder mit einer eigenständigen Persönlichkeit bezaubert und so einen Teil der Geschichte ausmacht. Die Autorin lässt sie uns langsam näher kennenlernen. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen, wo sie sicherlich einen Platz behalten werden.

Da die Geschichte aus der Sicht von Hope geschrieben ist, bekommt man gerade von ihrem Innenleben bzw. ihren Gefühlen einen sehr guten Einblick. Gleichzeitig weiß der Leser genauso wenig wie sie, was das Herausfinden noch einmal spannender macht. Auf der einen Seite mochte ich Hope sehr gerne, auf der anderen Seite hat sie mich auch etwas genervt, da sie ständig nur das Negative sieht, ihre Standartsätze sind entweder „Das kann nicht sein.“ oder „Ich kann nicht…“. Sie lässt sich von ihrer Angst leiten und merkt gar nicht wie sie dadurch die Menschen vor den Kopf stößt, die sie liebt und denen sie etwas bedeutet

Immer wieder gibt es auch kurze Kapitel, die aus der Sicht von Rose, der an alzheimererkrankten Großmutter, erzählt werden und Stück für Stück ihre Geschichte ans Licht bringt.

Hauptbestandteil im Buch ist eine Liebesgeschichte, die sich hintergründig und leise anbahnt, aber dennoch schön beschrieben wird. Sie hat zu keinem Zeitpunkt unrealistisch gewirkt. Im Gegenteil! Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie tatsächlich so während des zweiten Weltkriegs geschehen sein könnte.

Im letzten Drittel konnte ich die Tränen kaum zurückhalten. Das Ende erscheint in manchen Augen vielleicht etwas kitschig, doch für mich war es absolut passend. Einen anderen Abschluss wäre nicht in Frage gekommen.

Mit „Solange am Himmel Sterne stehen“ erzählt Frau Harmel eine wunderbare und herzergreifende Geschichte. Jede Seite, jeder Satz, jedes Wort enthält sehr viel Herz, Wärme und Geborgenheit, sodass ich während des Lesens stets das Gefühl hatte nach Hause zu kommen. Gleichzeitig ist diese Geschichte auch geprägt von Spannung, Drama und Verlust…Eine Kombination, die mich tief berühren konnte und die ein oder andere Träne vergießen ließ. Ich kann dieses wunderschöne, einfühlsame Buch jedem nur empfehlen. Lasst euch mit in das Paris der 1940er entführen. Tretet mit Hope die Reise in die Vergangenheit an und geht den Erinnerungen von Rose auf die Spur :)
 





Kristin Harmel hat bereits einige Romane veröffentlicht und mit Medien wie People und Glamour zusammengearbeitet. Mit Solange am Himmel Sterne stehen erfüllt sie sich den Wunsch, eine große Geschichte von Liebe und Verlust über Generationen hinweg zu erzählen. Es ist ihr erster Roman, der in deutscher Sprache erscheint, und er wird derzeit in dreizehn Sprachen übersetzt. Kristin Harmel lebt in Orlando, Florida.[Quelle: Verlagshomepage blanvalet]


 





1 Kommentar:

  1. Ist das da unter "Weitere Bücher" tatsächlich ein Kochbuch zum Buch? Wie cool ist das denn :D

    AntwortenLöschen

Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina