Sonntag, 25. August 2013

(Rezension) "Wo die Liebe tötet" von Jennifer Shaw Wolf

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Leseprobe

Die Nacht des Sommerballs, in der ihr Freund Trip gestorben ist, ist komplett aus Allies Gedächtnis verschwunden. Alles, was ihr an Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis geblieben ist, sind die Narben und das nagende Gefühl der Schuld. Was wenn der Unfall vielleicht gar keiner gewesen ist? Was wenn sie etwas damit zu tun hat?

Als die Polizei die Ermittlungen wieder aufnimmt, wird Allie plötzlich zur Hauptverdächtigen. Und bald schon vermischen sich Allies Erinnerungen mit dem dunklen Geheimnis um Trip, das sie zu lange verborgen gehalten hat...

(Quelle: Kosmos Verlag)

Der Schreibstil von Frau Wolf lässt sich sehr flüssig lesen. Er ist zwar einfach gehalten, aber dennoch mitreißend. Hier und da gab es ein paar Wiederholungen, über die ich jedoch gerne hinweg sehen konnte. Ihr ist es jedenfalls gelungen ein konstantes Spannungslevel und eine gefährliche Atmosphäre auszubauen. Aber auch die Gefühle von Allie konnte ich wunderbar nachvollziehen. Angst, Schuld…waren so greifbar, dass ich sie fast selbst gespürt habe. 


An die Nacht, in der ihr Freund Trip gestorben ist, hat Allie keine Erinnerung. Ihr Gedächtnis scheint wie ausgelöscht. Kein Wunder, dass sie die Frage nach dem „Was passiert ist“ einfach nicht mehr loslässt. Genauso wie die Frage, warum sie sich nicht mehr erinnern kann. Meine Neugier war damit sofort geweckt. Ich wollte unbedingt die Wahrheit wissen, sodass ich mich auf die Suche nach den Antworten machte.

Die Geschichte beginnt zunächst eher gemächlich. Man lernt Allie und ihre Familie kennen und bekommt einen kurzen Überblick über das Geschehene. Die Stimmung war jedoch gleich sehr bedrückend, was ich Allies Trauer zu schrieb. Schließlich hat sie diesen Trip geliebt und es ist nie leicht einen Menschen zu verlieren, den man liebt. Recht bald musste ich allerdings erkennen, dass irgendetwas nicht stimmt. In den kleinen Erinnerungsfetzen blitzte ein völlig anderes Bild von Allie und Trips Beziehung durch. Nach und nach verstärkt sich dieser Eindruck bzw. meine Vermutung. Die Fassade beginnt zu bröckeln und ich gewann immer mehr an Beweisen hinzu, die sich zuletzt wie ein Puzzle zusammensetzen ließen.

Allie habe ich als ein sehr ruhiges, unsicheres Mädchen kennengelernt, das sich lieber zweimal überlegt, ob sie das aussprechen möchte was sie denkt. In der Schule ist sie eine klassische Außenseiterin, die außer ihrem Sandkastenfreund Balke keine Freunde hat. Durch ihren Vater, der als Soldat bei der Army diente, musste ihre Familie öfters umziehen und waren nie lange an einem Ort. In Pacific Cliffs haben sie sich schließlich niedergelassen. Trip Philipps hat sie während eines Aufenthalts in den Sommerferien kennengelernt und sich in ihn verliebt. Er hat sich auch in sie verliebt und dafür seine Freundin Hannah verlassen, die Allie seitdem über alles hasst. Auch für dessen Tod macht sie Allie verantwortlich. Dabei gibt diese sich schon automatisch selbst die Schuld dafür. Gleichzeitig verbirgt sie sein Geheimnis, die Wahrheit über Trip, vor allen anderen. Zum einen um sein Ansehen nicht zu beschmutzen und zum anderen aus Angst, da sie sicher ist, dass ihr eh keiner glauben wird.

Andrew, Allies Zwillingsbruder ist behindert und sitzt im Rollstuhl. Davon lässt er sich jedoch nicht runterziehen. Er ist ein lebenslustiger, froher Junge, der alles für seine Schwester tun würde. Von seiner Familie wird er immer ein wenig unterschätzt z.B. bei Problemen wird er außen vor gelassen oder bevormundet. Ich denke jedoch, dass er viel mehr mitbekommt als alle andere denken. Schließlich ist er, wie er selbst so schön sagt, kein Baby mehr. Ich glaube auch, dass er einiges weiß, was zwischen Allie und Trip abgelaufen ist, nur nicht in der Lage bzw. nicht stark genug war ihr zu helfen. Ich mochte Andrew wirklich richtig gerne :)

Blake, Allies bester und einziger Freund, stand ich zu Anfang noch ein bisschen misstrauisch gegenüber, da ich nicht genau wusste, was ich von ihm halten soll. Im Verlauf spielt er aber eine ganz entscheidende Rolle. Er versucht Allie aufzumuntern, indem er verschiedene Sachen mit ihr unternimmt, sie auffordert etwas Neues auszuprobieren. In Pacific Cliffs ist er den meisten Bewohnern jedoch ein Dorn im Auge, da er vorbestraft ist. Überall ist Blake missbilligenden Blicken und Getuschel ausgesetzt. Niemand gibt ihm so wirklich eine Chance. Das hat mich an dieser Stadt ganz gewaltig gestört. Jeder meint irgendwelche Sachen über den oder den zu wissen und diese willkürlich unter die Leute streuen zu müssen, dabei hat Keiner richtig Ahnung.

Von der ersten Seite an wird Spannung aufgebaut, die sich konstant hält. Als Leser möchte man natürlich wissen wie es zu diesem Unfall kam. Gleichzeitig steht noch die Frage im Raum, ob es überhaupt ein Unfall war. Stellenweise wird die Spannung weiter angekurbelt durch geheimnisvolle und zugleich bedrohliche Botschaften, die in Allies Spind auftauchen. Zum Ende hin wird es immer aufregender. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, sondern immer weiterlesen.


„Wo die Liebe tötet“ ist eine spannende Geschichte, die mit einer guten Portion Nervenkitzel ausgestattet ist. Gleichzeitig schildert sie Allie’s Zwiespalt zwischen Angst und Ungewissheit so realistisch und glaubhaft, dass ich ihn absolut nachvollziehen konnte. Verstärkt wird das Ganze noch durch einen fesselnden Schreibstil. Darüberhinaus versteht es Frau Shaw ganz geschickt die Neugier ihrer Leser ins Unerträgliche zu steigern. Nach und nach wirft sie kleine Hinweise ein, auf die man sich allein keinen Reim machen kann.
 








Jennifer Shaw Wolf lebt in Lacey, Washington. Nach dem Studium der Medienwissenschaft widmet sie sich nun ganz dem Schreiben. [Quelle: Verlagshomepage Kosmos Verlag]



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- Sarina