Freitag, 16. August 2013

(Rezension) "Unsterblich.Tor der Dämmerung" von Julie Kagawa

 
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Der Ausbruch der Roten Schwindsucht sorgte vor 60 Jahren dafür, dass die Menschheit vom Aussterben bedroht war. Die Vampire, die sich bis dahin nur im Verborgenen aufgehalten haben, konnten das nicht zu lassen und sahen sich gezwungen etwas zum Schutz ihrer „Nahrungsquelle“ zu tun. So entstanden die Vampirstädte, in denen die Menschen einigermaßen sicher leben können. Allerdings verlangen die Vampire dafür im Gegenzug eine regelmäßige Blutspende. Die siebzehnjährige Allison denkt jedoch nicht im Geringsten daran, den Blutsaugern freiwillig ihr Blut zu überlassen.

Aber diese Entscheidung hat ihren Preis, denn das Leben der Unregistrierten ist alles andere als einfach. Keine zugewiesene Nahrung, keine Kleidung, dafür harte Bestrafung wenn sie beim Diebstahl erwischt werden.

Eines Tages, als die Vorräte knapp werden, macht sich Allie mit drei anderen Straßenkindern auf den Weg, um jenseits der Stadtmauer nach Essbarem zu suchen. Bei diesem Raubzug werden sie plötzlich von einer Horde Verseuchter angegriffen. Einer nach dem anderen wird getötet, nur Allie wird kurz vor ihrem Tod von einem Vampir gefunden, der sie vor die Wahl stellt: Entweder sterben oder ab sofort ein Leben als Unsterbliche führen…


Der Schreibstil von Frau Kagawa lässt sich locker und flüssig lesen. Ihre Beschreibungen sind zwar einfach gehalten, schaffen es jedoch, dass mir diese düstere Zukunftsvision erschreckend real vorkommt. Ich hatte keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Szenarios. Was der Autorin allerdings am besten gelungen ist, ist die Darstellung von Allisons Kampf bzw. Zerrissenheit zwischen dem unstillbaren Hunger nach Blut und dem Bewahren ihrer Menschlichkeit.


„Oh nein, nicht schon wieder ein Vampirbuch“ werden sich viele denken…Keine Sorge, ich kann euch beruhigen, in diesem Buch wird ganz sicher kein glitzernder Edward über die Seiten hüpfen. Nein, die Vampire hier sind ausnahmsweise wirklich mal die Bösen und unterscheiden sich auch sonst ganz entscheidend. z.B. Trinken sie ausschließlich Menschenblut, verfallen dabei in einen richtigen Rausch, ach und das Sonnenlicht tötet sie.

In dieser Welt haben nur die eine Chance zu Überleben, die mit den rauen und harten Lebensbedingungen zurechtkommen. Gleich zu Beginn wird einem das deutlich vor Augen geführt. Aber auch außerhalb der Stadt ist das Leben kein Zuckerschlecken. Verseuchte lauern hinter jeder Ecke und warten nur darauf sich auf ein Opfer zu stürzen. Jeder weiß um diese Gefahr und trotzdem müssen sich die Menschen, auch  Allie dort hinaus wagen, wenn sie überleben möchte.

Allie war mir von der ersten Sekunde an richtig sympathisch. Sie ist eine unglaublich starke, selbstbewusste Person, die nicht auf den Mund gefallen ist und genau über ihre Stärken und Fähigkeiten Bescheid weiß. Man kann gar nicht anders als sie sofort ins Herz zu schließen. Das Leben auf der Straßen und der tägliche Kampf ums Überleben haben sie geprägt und wachsen lassen. Gleichzeitig möchte sie unbedingt etwas verändern und den Jungs aus ihrer Gang das Lesen beibringen. Dieser Überlebenswille ist so stark, dass ich sie dafür nur bewundern konnte. Auch der Vampir Kanin, der sich Allie annimmt als sie bei einem ihrer Streifzüge von den Verseuchten tödlich verletzt wird, ist davon beeindruckt, sodass er ihr anbietet sie in einen Vampir zu verwandeln. Und obwohl Allie die Kreaturen der Nacht verabscheut, nimmt sie sein Angebot an.

Sie will anders alle anderen Vampire sein. Dieser Kampf ihre Menschlichkeit zu wahren und das Monster in ihrem Inneren zu besiegen stellt einen ganz zentralen Punkt in dieser Geschichte dar, der sehr authentisch dargestellt wird. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle jederzeit nachvollziehen.

Kanin mochte ich auch auf anhieb, da sich seine Art grundlegend von der seiner Artgenossen unterscheidet. Er ist nicht der grausame Dämon, der unkontrolliert nach Blut lechzt, sondern er nimmt sich nur so viel wie er braucht und entschädigt seine „Opfer“ mit kleinen Geschenken. Darüber hinaus ist er ein geduldiger, aber auch strenger Lehrer, der Allie die wichtigesten Know-Hows beibringt, damit sie sich in ihrem neuen Leben zurecht findet. Doch Kanin umgibt auch ein Geheimnis, das von großer Bedeutung sein muss...

Zeke, auf den Allie im Laufe ihrer Reise trifft, hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist ein starker, lieber und viel zu selbstloser Junge, der für seinen Ziehvater Jeb, seine Gruppe und deren gemeinsames Ziel alles tun würde. Dabei weiß keiner wirklich ob diese vampirfreie Stadt Eden überhaupt existiert.

Was in diesem Buch nie zu kurz kommt ist die Spannung. Viele unerwartete, nervenaufreibende Wendungen ließen mich mehr als einmal den Atem anhalten. Hinzukommen einige brutalere, gewalttätige Szenen, die mich doch ganz schön mitgenommen haben. Vor allem beim Auftauchen der Verseuchten, musste ich echt jedes Mal heftig schlucken.

Auch zum Ende hin ebbt die Spannung nicht im Geringsten ab. Im Gegenteil! Die Ereignisse überschlagen sich förmlich, sodass ich auf der letzten Seite kaum glauben wollte, dass ich jetzt auf die Fortsetzung warten muss.


„Unsterblich.Tor der Dämmerung“ ist eins der besten Vampirbücher, dass ich je gelesen habe. Julie Kagawa hat ein unglaublich düsteres Zukunftsszenario geschaffen, in dem der Kampf um das alltägliche Leben bzw. Überleben an erster Stelle steht. Ich habe mich von der ersten Seite an mitreißen lassen, gehofft uns gebangt, sowie von unvorhergesehenen Wendungen überraschen lassen. Dazu kommt noch eine wunderbare authentische Protagonistin, die dafür gesorgt hat, dass ich mich in dieser Geschichte keine Sekunde gelangweilt habe. Für mich ein absolutes Must-Read und ein echtes Jahreshighlight!!




Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten - nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky. [Quelle: Verlagshomepage Heyne




 
  







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- Sarina