Montag, 5. August 2013

(Rezension) "Soul Beach" von Kate Harrison

 
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4 Monate und 5 Tage sind mittlerweile seit dem gewaltsamen Tod von Alice Schwester vergangen. 4 Monate in denen ihre Familie nicht unter der Ungewissheit, wer Meggie letztendlich aus dem Leben gerissen mag, leidet.

Am Tag der Beerdigung erhält Alice eine merkwürdige E-Mail, die angeblich von Meggie stammen soll. Unmöglich, denkt sich Alice und tut das Ganze schlichtweg für einen schlechten und geschmacklosen Scherz ab. Als jedoch kurz darauf eine Einladung für das virtuelle Strandparadies Soul Beach folgt, beginnen Alices Zweifel zu schwinden. Zögernd klickt sie auf den beigefügten Link und findet sich im nächsten Moment an einem wunderschönen, idyllischen Strand wieder, wo sie auf ihre Schwester trifft, die bereits sehnsüchtig auf Alice Ankunft gewartet hat.

Von diesem Zeitpunkt an verbringt Alice jede freie Minute in dieser virtuellen Welt und beginnt dabei immer mehr den Blick für die Realität aus den Augen zu verlieren. Doch auch Soul Beach verliert an seinem Glanz, denn hinter der trügerischen Idylle scheint weitaus mehr zu stecken, als es zu Beginn den Anschein hatte…


Kate Harrison Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass sich die Seiten angenehm und flüssig lesen lassen. Die Sprache, die beinahe umgangssprachlich erscheint, verstärkt diesen Eindruck und passt wunderbar zu der 16jährigen Protagonistin Alice. Darüber hinaus ermöglichen zahlreiche Beschreibungen, dass sich die Leser, die vorhandenen Orte, vor allem Soul Beach, bildlich vorstellen können. Allerdings muss ich sagen, dass mir dafür ziemlich schwer gefallen ist zu verstehen, wie den nun dieses „Eintauchen“ in die virtuelle Welt funktioniert. Hierzu hätte ich mir noch die ein oder andere Information gewünscht.


Tote Schwester…dubiose Email…Einladung in eine virtuelle Welt…genau diese drei Aspekte sind mir beim Lesen des Klappentextes sofort ins Auge gesprungen. Allein der Gedanke eine Nachricht von einem Verstorbenen bzw. Toten zu erhalten, lässt mich schaudern, aber dann auch noch in Kontakt mit dem-oder derjenigen zu treten ist eine gruselige Vorstellung, die mir Gänsehaut bereitet. Dafür finde ich die Idee hinter Soul Beach super interessant und spannend! Meine Neugier wurde jedenfalls geweckt, sodass ich letztendlich zu diesem Buch gegriffen habe.

Der Einstieg in die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Frau Harrison schürt gleich einmal die Spannung an, in dem sie ihre Leser am Mord von Meggie teilhaben lässt. Nach diesem kleinen Prolog beginnt die eigentliche Handlung und zwar damit dass Alice eine Email von ihrer Schwester bekommt. Totaler Blödsinn, wie sie findet. Da erlaubt sich jemand einen bitterbösen Scherz mit ihr. Doch ganz lässt Alice der Gedanke nicht mehr los. Schließlich trifft eine zweite Email bei ihr ein, die zunächst jedoch genau die gleichen Zweifel bei ihr auslösen…Bis Alice dem omniösen Link tatsächlich folgt und das erste Mal nach Soul Beach gelangt, ist einiges an Überzeugungskraft und Zeit nötig.

Alice war mir am Anfang sehr sympathisch und ich konnte mich gut in ihre Gefühlslage hineinversetzen. Der Verlust ihrer Schwester hat sie sehr geprägt, vor allem deswegen, weil seitdem ihr komplettes Leben auf dem Kopf steht. Ihre Eltern sind lieber mit streiten beschäftigt, als ihr ihre Aufmerksamkeit zu schenken, die allgegenwärtige Presse ist nur auf eine neue Schlagzeile aus und ihre Freunde und Mitschüler haben nur diese typischen mitleidsbekundenden Blicke für sie. Die mysteriöse Email von Meggie ist daher ein kleines Fünkchen Hoffnung an das sie sich klammert. Doch je mehr Zeit sie am Soul Beach verbringt, desto mehr verändert sich Alice -und das leider ins Negative. Ihr entgleitet immer mehr die Realität. Sie möchte am liebsten jede freie Minute bei ihrer Schwester und deren Freunde verbringen, da sie Angst, etwas zu verpassen, wenn sie sich gerade mal nicht eingeloggt hat. Zum Schluss wünscht sie sich sogar ebenfalls tot zu sein, um sich nicht mehr ausgeschlossen zu fühlen.

Erschreckend wie gefährlich eine solche Faszination sein kann, oder? Das grenzt ja schon fast an eine Sucht. Allerdings ging für mich dadurch im Verlauf ein wenig die Spannung verloren. Am Anfang ist man total neugierig auf Soul Beach, aber es fehlen einem die nötigen Erklärungen. Die Story plätschert gelinde gesagt so vor sich hin. Stellenweise passiert nicht wirklich etwas. Die Suche nach Meggies Mörder stagniert, es gibt keine neuen Hinweise, obwohl die Autorin uns viele Charaktere präsentiert, die als potentielle Verdächtige infrage kommen würden. Schließlich war Meggie ein gefeierter Star, der genauso viele Neider, wie Vereher/innen hatte.

Nur die Einschübe aus der Sicht des Mörders lassen weiter mitfiebern. Ich habe immer darauf gewartet, dass er sich in das Geschehen irgendwie einmischen wird, aber Pustekuchen! Dafür wird auf reine Nebensächlichkeiten eingegangen. Mir kam es so vor als hätte die Autorin ein wenig den Faden verloren. Erst in der letzten Hälfte, als Alice mehr Nachforschungen zu dem ein oder anderen Bewohner und Soul Beach anstellt wird es wieder interessanter.

Das Ende war für mich okay, da es diesen Teil ganz zufriedenstellend abgeschlossen, für die gesamte Reihe allerdings betrachtet, zu viele wichtige Fragen offen gelassen hat. In Meggies Fall sind wir nicht viel weitergekommen - genau genommen weiß ich genauso viel wie am Anfang des Buches. Ich hoffe das wird sich in Band 2 ändern :)



"Soul Beach - Frostiges Paradies" ist ein durchaus gelungener Auftakt, der mich mit seiner faszinierende und erfrischenden Grundidee schnell fesseln konnte, aber vor allem im Mittelteil einige Schwächen aufweist. Doch trotz des eher geringen Spannungsniveaus wollte ich immer weiterlesen und die Suche nach dem Mörder fortsetzen. Am Ende bleiben, wie für den ersten Band einer Trilogie üblich, einige Fragen offen, sodass ich schon sehr neugierig bin wie es weitergehen wird. Eines weiß ich jedenfalls schon: Soul Beach wird sicher noch das ein oder andere Geheimnis für uns bereithalten.

Ein Must-Read für alle, die sich gerne auf ein neues Abenteuer einlassen wollen, das mit Thriller- und Mystikelementen versehen ist.
 





Ursprünglich arbeitete Kate Harrison beim britischen Fernsehen. Nachdem sie bereits sehr erfolgreich Romane für Erwachsene veröffentlichte, erscheint nun mit Soul Beach – Frostiges Paradies ihr erstes Jugendbuch. Abgesehen vom Bücherschreiben liest sie sehr gerne, liebt Backen, Singen, die Küste, Live-Comedy und Bastelkram. Wenn sie nicht gerade in Spanien am Strand liegt, lebt sie in Brighton. [Quelle: Verlagshomepage Loewe Verlag

Hier ein Interview mit der Autorin


 




Kommentare:

  1. Eine Schande, dass eine so schöne und übersichtliche Rezension noch keine Kommentare hat. Dann bin ich wohl die Erste :)

    Freue mich auf einen Gegenbesuch! :)
    LG Büchernixe
    http://buechernixe.blogspot.com

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    1. Danke, das ist lieb von dir :) Ich schau gleich mal bei dir vorbei...

      Lg Rina

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  2. Mir hat das Buch auch ganz gut gefallen. Mich hat aber auch das Langatmige gestört und das sie sich plötzlich um andere Bewohner von soul Beach gekümmert hat, als den Mörder weiter zu suchen. Den zweiten Teil habe ich hier liegen und ich hoffe sehr, dass dieser Teil besser wird.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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    1. Band 2 hat mir wirklich viel besser gefallen als sein Vorgänger...Spannender und irgendwie auch aufregender :) Freu mich jetzt schon total auf den dritten Band und die Auflösung.

      Liebe Grüße
      Sarina

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Hallo :)

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- Sarina