Dienstag, 27. August 2013

(Rezension) "Das verbotene Eden: Magda und Ben" von Thomas Thiemeyer

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Köln im Jahr 2015: Magda und Ben sind das Traumpaar schlechthin und könnten im Moment kaum glücklicher sein. Alles scheint perfekt, bis denn beiden Gerüchte über ein gefährliches Virus zu Ohren kommen, sowie die ersten Krankheitsfälle in Tschechien und wenig später auch in Deutschland aufkommen. Eine Epidemie droht der Menschheit! Doch zum Glück hat ein Pharmaunternehmen bereits größere Mengen eines wirksamen Impfstoffes produziert, sodass auf der Stelle gehandelt werden kann.

Magda und Ben stehen diesem Impfstoff sehr skeptisch gegenüber, hat nicht zuletzt Bens Vater, ein renommierter Arzt, sie eindringlich vor der Impfung gewarnt. Nachdem sich das Virus jedoch weiter ausbreitet und immer näher rückt, lassen sich die zwei schließlich doch impfen. Sicher ist sicher! Zwei Wochen später scheint das schlimmste überstanden zu sein. Allerdings kommen jetzt gewisse Nebenwirkungen ans Licht, die das Leben aller nachhaltig verändern wird…

Wie auch schon im ersten und zweiten Teil lässt sich Thomas Thiemeyers Schreibstil sehr angenehm und flüssig lesen. Ich mag seinen Erzählstil wirklich unheimlich gerne! Man kann sich, die von ihm beschriebene Umgebung wunderbar vorstellen und fühlt sich mitten drin im Geschehen. Am besten hat mir dieses Mal jedoch die Zeitsprünge gefallen und das regelmäßige Wechseln der Erzählperspektive gefallen. Überwiegend natürlich Gwen und Logan, Magda und Ben, aber es gibt ab und zu auch Kapitel, aus der Sicht von Logans Vater Gunnar oder seinem kleinen Bruder Dachs, dem Inquisitor etc., was die Handlung abwechslungsreich gestaltet, die Spannung stets aufrecht hält und einem das Gefühl gibt, das Buch bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Gleichzeitig kann man sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen und ihren Standpunkt der Dinge erfahren.


Wie lange haben ich auf das Finale von Thomas Thiemeyers „Eden-Trilogie“ gewartet…Nach Beenden des zweiten Bandes (und wer den gelesen hat, weiß was für ein mieser Cliffhanger zum Schluss wartet) konnte ich es kaum mehr aushalten. Ich musste einfach wissen wie es mit Logan und Gwen, ja mit der ganzen Feindschaft zwischen Mann und Frau weitergehen wird. Werden die beiden Geschlechter die Kurve kriegen und in Zukunft friedlich miteinander im Einklang leben oder ist die Welt dem Untergang nahe? Fragen über Fragen, die sich hoffentlich während des Lesens klären lassen…

Der Einstieg in die Geschichte ist mir total leicht gefallen. Obwohl Band 2 schon etwas zurückliegt war ich sofort wieder mittendrin. Dank des düsteren Prologs aus Mordras Perspektive konnte ich schnell die wichtigsten vergangenen Ereignisse Review passieren lassen, sodass sie in meinem Gedächtnis wieder allgegenwärtig waren. Danach, in Teil 1 machen wir einen Zeitsprung ins Jahr 2015, die Zeit kurz bevor das Virus ausbrach und Männer und Frauen zu erbitterten Feinden wurden. Im gleichen Zuge trifft man auf Magda und Ben, deren ältere Versionen uns bereits in den Vorgängern begegnet sind. Hier jedenfalls lernen wir die beiden von einer ganz anderen Seite kennen.

Magda ist ein junges, lebensfrohes Mädchen, das nie ohne ihr Iphone anzutreffen ist. Sie interessiert sich sehr für Klamotten und führt darüber hinaus ihren eigenen Blog auf dem sie Beiträge veröffentlicht und sich über Gott und die Welt auslässt. Das mag vielleicht im ersten Moment ziemlich oberflächlich klingen, doch trotz allem ist sie sehr bodenständig und jobbt regelmäßig im Krankenhaus.

Bens Leidenschaft hingegen gehört voll und ganz dem Sport. Vor allem Ritterspiele haben es ihm angetan, weshalb er seine Wochenenden gerne einmal auf mittelalterlichen Festen verbringt. Er genießt sein Leben und sieht der Zukunft eher gelassen entgegen :)

Auf den ersten Blick ein ungleiches Paar, oder? Allerdings lieben sich die beiden sehr und führen eine glückliche Beziehung. Von ihren Freunden und Klassenkameraden werden sie sogar schon als ein „altes Ehepaar“ belächelt, weil sie ihre gesamte freie Zeit miteinander verbringen. Doch über das junge Glück legt sich ein Schatten, als in den Nachrichten immer mehr von einer Grippeepedemie gesprochen wird und das man sich unbedingt dagegen impfen lassen soll. Was diese Impfung für Folgen herbeiführen wird, ahnen die Leute bis dahin allerdings noch nicht.

Diese Rückblende hat mir sehr gut gefallen, weil sie gezeigt hat, wie es überhaupt zu dem gekommen ist, was 65 Jahre später als normaler Alltag zu bezeichnen ist. Gleichzeitig fand ich diese Szenarien auch ziemlich erschreckend, da sie absolut glaubhaft dargestellt wurden und ich mir durchaus vorstellen kann, dass so etwas tatsächlich in Wirklichkeit passieren könnte.

In Teil 2 machen wir wieder einen kleinen Zeitsprung, dieses Mal ins Jahr 2080. Die Armee der Frauen rückt immer weiter in die alte Stadt vor, wo sie von den Männern, allen voran vom Inquisitor, bereits erwartet werden. Ein Kampf zwischen den Geschlechtern scheint kaum mehr zu verhindern. Natürlich treffen wir hier auch wieder viele altbekannte Charaktere, so z.B. Gwen, die sich den Briganntinnen angeschlossen hat um ihren Logan wiederzufinden. Aber auch Magda, die obere Heilerin trifft man im Lager der Frauen, wo sie völlig unerwartet Ben begegnet.

Der Spannungsniveau nimmt mit jeder Seite, mit jedem Vorrücken der Frauen zu. Gleichzeitig nimmt auch die Aggressivität, die Brutalität und der grausame Entschluss zu kämpfen immer weiter zu. Keine der beiden Seiten denkt nur im leisesten daran aufzugeben, besonders nicht die beiden Anführer Edana und der Inquisitor. Nach ihrer Meinung kann es nur einen Sieger geben, nur einen der die Macht ausübt und über die anderen herrscht. Von diesem Punkt an ließ ich mich in einem Sog ziehen, ließ mich treiben, las wie gefesselt weiter und weiter, schockiert von den barbarischen Zuständen und der Zahl der vielen unnötigen Opfern.

Das Finale war ein einzigartiger Showdown, der nur so aus Action und Spannung bestand und mir einiges an Herzklopfen bescherte. Im letzten Moment, als ich dachte es sei schon zu spät, trumpfte Herr Thiemeyer noch mit einer überraschenden Wendung auf, die mich schlichtweg nur begeistern konnte.


Was mit David & Juna anfing und mit Logan & Gwen weiterging, wurde nun von Thomas Thiemeyer zu meiner vollen Zufriedenheit abgeschlossen. „Das verbotene Eden-Magda und Ben“ ist ein fulminanter Abschluss einer großartigen Trilogie, der vor Spannung, Action und Emotionen nur so sprüht. Darüberhinaus gibt es ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnen, aber auch verhassten Charakteren, deren Geschichten bzw. Schicksale mich gleichermaßen fesseln konnten. Das wichtigste jedoch: Meine Fragen rund um das Virus und den Ursprung der Feindschaft zwischen Männer und Frauen wurden zu genüge beantwortet. Alles in allem ist "Das verbotene Eden" eine der besten Reihen, die ich jemals gelesen habe, was vor allem dieser genialen Grundidee zu verdanken ist.





Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geografie und Geologie in Köln und arbeitete zunächst als Illustrator. Später widmete er sich mehr und mehr dem Schreiben. 2004 erschien bei Knaur mit großem Erfolg sein Debütroman "Medusa". Weitere Thriller und Jugendbücher folgten. Seine Werke wurden zu Bestsellern und in 12 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt und arbeitet in Stuttgart. [Quelle: amazon.de]











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- Sarina