Dienstag, 13. August 2013

(Rezension) "Asche und Phönix" von Kai Meyer

 
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Der erfolgreiche Jungschauspieler Parker Cale hat genug von seinem Leben. Die ganzen Paparazzis und Fans, die ihn nur wegen seiner „Glamour“-Filme auf Schritt und Tritt verfolgen…das alles möchte er nicht mehr. Und so bricht er vor laufender Kamera mit seinem Vater, ohne zu ahnen welche Konsequenzen daraus entstehen.

Als Parker wenig später in seiner Hotelsuite auf Ash trifft, die während seiner Abwesenheit auf großem Beutezug war, nutzt er die Chance und flieht mit ihr. Gemeinsam versuchen sie, der Meute von Fotografen unbemerkt zu entkommen, doch schon bald müssen die beiden erkennen, dass diese nur das kleinste Problem sind. Irgendetwas anderes, gefährlicheres hat sich an ihre Fersen geheftet und scheint sie gnadenlos zu jagen…

Es beginnt eine abenteuerliche Reise durch ganz Frankreich, in der es einzig und allein ums Überleben geht. 

Karl Meyers Schreibstil ist einfach nur genial! Er lässt sich locker und leicht lesen, sodass man förmlich durch die Seiten rast. Besonders schön sind jedoch die vielen bildhaften Beschreibungen, die weder gekünstelt noch erzwungen erscheinen. Ich als Leserin konnte mir die Landschaft Frankreichs so gut vorstellen, als wäre ich gerade vor Ort. Darüber hinaus schildert er die Lebensart der Franzosen so lebendig, intensiv und farbenfroh, dass man keinen Zweifel an der Echtheit hegt. Alles ist so authentisch, selbst die Emotionen und Gefühle unserer beiden Protagonisten.



Kai Meyer wird vielen von euch bestimmt ein Begriff sein. Ich habe ihn immer im Zusammenhang mit seiner Arkadien-Trilogie gehört, die ich allerdings noch nicht gelesen habe. Asche und Phönix ist demnach mein erstes Buch von ihm und es hat mich umgehauen. Einfach nur Wow, wow, wow!!! Besser kann ich es gar nicht ausdrücken. Asche und Phönix hat mir unglaublich gut gefallen. Die Seiten sind beim Lesen nur so verbeigeflogen. Definitiv eines meiner Jahreshighlights!

Allein die Idee des Autors, das der Ruhm und Erfolg von Parker bzw. seinem Vater auf übernatürliche Kräfte zurückzuführen sind, ist einfach als fantastisch zu bezeichnen. Endlich mal keine der üblichen 08/15 Storys, die es schon zu genüge in der Literaturwelt gibt, sondern endlich etwas neues, unverbrauchtes, frisches…einfach etwas, dass man mit Spaß weiterverfolgen möchte. 

Die kurzen Kapitel, die passend zum Grundthema wie in einem Film oder Theaterstück in Akte aufgeteilt wurden, runden das Gesamtbild gelungen ab und verleiten zum Weiterlesen. Natürlich darf auch ein Vor- bzw. Abspann nicht fehlen. Sie geben einen kurzen Ausblick in die nahe Zukunft, wobei der Vorspann erst im Nachhinein Sinn ergibt. Das hat mir sehr gut gefallen, da es zeigt, wie sorgfältig der Aufbau der Geschichte durchdacht wurden. Erzählt wird abwechselnd aus Ashs und Parkers Perspektive, sodass man zu beiden einen Draht aufbauen kann. Zwischen durch gibt es immer wieder mal Kapitel aus der Sicht eines anfangs noch unbenannten Er’s, der sich jedoch gleich in seinem ganzen Wesen von den anderen abhebt, viel bedrohlicher wirkt.

Ash hatte keine schöne Kindheit. Sie wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht und ist seit sie sich geweigert hat Medikamente zu nehmen, ganz allein auf sich gestellt. Woran andere längst zerbrochen wären, hat bei Ash genau das Gegenteil ausgelöst. Sie hat sich zu einer starken, mutigen und intelligenten jungen Frau entwickelt, die es gewohnt ist sich durchzubeißen und für ihre Ziele zu kämpfen. Das hat mir am meisten an ihr gefallen. Sie zieht einfach das durch was sie sich vorgenommen hat, lässt sich von nichts und niemandem von ihrer Meinung abbringen, ganz egal wie schwerwiegend die Folgen sein können. Wirklich eine tolle Protagonistin, von der sich einige andere eine Scheibe abschneiden könnten.

Parker ist anfangs das Paradebeispiel eines Superstar: Stets gut gelaunt, immer ein Lächeln auf den Lippen, aber in Wahrheit den ganzen Trubel schon lange leid. In kurzen Rückblicken erzählt er von den Anfängen seines Erfolgs, als das ganze Im-Rampenlicht-stehen inklusive kreischender Fans noch Spaß gemacht hat. Jetzt reduzieren ihn alle ausschließlich auf seinen Filmcharakter Phoenix Hawthone und erwarten, dass er sich genauso verhält. Als er auf Ash trifft, die als einzige sein wahres Ich sieht, werden bei ihm völlig unbekannte Gefühle wach, die im Laufe der Zeit immer tiefgründiger und intensiver werden. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist jedoch an keiner Stelle unpassend oder gar schnulzig.

Was man bei diesem Buch allerdings braucht sind starke Nerven. Der Grund: Es gibt teilweise recht brutale, ja sogar blutige Szenen… Aber keine Sorge, der Autor sorgt durchaus dafür, dass sich die Stimmung des Buches auch wieder lockert. Beispielsweise die humorvollen Dialoge zwischen Parker und Ash sorgen stets für einen Lacher.

Das Ende von "Asche und Phoenix" ist in sich abgeschlossen, dennoch gibt es eine letzte Szene, die mich ein wenig unzufrieden zurückgelassen hat, obwohl alles zu Genüge aufgeklärt wurde und eigentlich keinen Raum für Fragen lassen.
Asche und Phönix ist nicht nur wegen Kai Meyer Schreibstil ein wahres Must-Read. Die spannende, nervenaufreibende Geschichte hat noch einiges mehr zu bieten. Angefangen mit einer völlig neuen Grundidee, wunderbar und gut durchdachten Schauplätzen, die einem das Gefühl vermitteln gerade selbst an Ort und Stelle zu sein, sowie liebevoll gezeichneten Charakteren, die keinen Zweifel an ihrer Glaubhaftigkeit aufkommen lassen. Sehr gut fand ich auch den kritischen Blick auf Ruhm und Erfolg, der ganz deutlich zeigt, dass Berühmtheit zwar für den Moment schön ist, allein jedoch nicht glücklich macht.





Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt. [Quelle: Verlagshomepage Carlsen]



1 Kommentar:

  1. Schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat ;) Ich bin ja auch ein großer Fan von Kai Meyer Geschichten udn "Asche & Phönix" will ich bald auch von meinem SuB retten^^ Die Idee zu dem Buch klingt auf jeden Fall sehr spannend und ich hoffe, dass es mir genauso gut wie dir gefällt :D

    Liebe Grüße,
    Filo

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- Sarina