Donnerstag, 6. Juni 2013

(Rezension) "Artikel 5" von Kristen Simmons


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Leseprobe


Die Vereinigten Staaten in der Zukunft: Religiöser Fanatismus und strenge Gesetze bestimmen das Leben der Menschen. Wer gegen eine dieser Vorschriften verstößt hat mit grausamen Strafen zu rechnen. In dieser Welt lebt die 17-jährige Ember mit ihrer Mutter und bisher war auch alles normal für die beiden. Doch dann wird ihre Mutter von Soldaten der Moralmiliz abgeholt. Angeblich hat sie gegen Artikel 5 der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit Embers Vater verheiratet war. Und bevor Ember sich versieht, findet sie sich in einer Besserungsanstalt für Mädchen wieder, wo sie Hass, Gewalt und fanatische Moralisten kennenlernt. Sie weiß, dass sie ihre Mutter retten muss- koste es was es wolle...

Kristen Simmons konnte mich mit ihrem lockeren Schreibstil von der ersten Seite an mitreißen und eine Welt kennenlernen, die einerseits spannend aber zugleich auch sehr sein erschreckend kann. Sie geht dabei nicht gerade zimperlich um und schreckt nicht davor den Leser mit allerlei Gewalt und Strafen zu konfrontieren. Man hat beim Lesen förmlich gespürt welche Brutalität und Gefühlskälte in dieser „neuen Welt“ vorherrschen.


Eine Welt, in der die Achtung des einzelnen weniger wert ist, als die Einhaltung von Moral und Gehorsam -für uns heute undenkbar! Doch im Amerika der Zukunft ist diese Vorstellung bittere Realität.

Gleich von Anfang an lässt die Autorin einen mitten ins Geschehen eintauchen und schockiert mit erschreckenden Hintergrundinformationen. So erfährt man z.B. dass es in der Vergangenheit einen Krieg gegeben haben muss, der allerdings schon 3 Jahre zurückliegt. Seitdem bestimmen strenge Regel und Vorschriften, sogenannte Moralstatuten, das Leben der Menschen und die Regierung legt sehr viel Wert auf die Einhaltung. Wer dagegen verstößt oder rebelliert wird von der MM (Moralmiliz) abgeholt und vor Gericht gestellt.

In diesem Zusammenhang lernt der Leser die Protagonistin Ember kennen, die sich mit ihrer besten Freundin über all die Mitschüler unterhält, die in letzter Zeit von der MM abgeholt wurden. Während diesem Gespräch herrscht eine bedrückende und angsterfühlte Stimmung zwischen den beiden. Am Ende beschließen sie von nun an noch vorsichtiger zu sein, um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen.

Doch bereits kurze Zeit später hat man das Vergnügen zwei „nette“ Soldaten der MM kennenzulernen. Embers Mutter wird vorgeworfen gegen Artikel 5 der Moralstatuten der Vereinigten Staaten verstoßen zu haben, da sie als unverheiratete Frau ein Kind bekommen hat und auch heute noch ohne Mann lebt. Alles Beteuern, Zureden, die kleinste Gegenwehr…nichts hilft. Ember und ihre Mutter werden verhaftet und voneinander getrennt. Es beginnt für beide ein harter Überlebenskampf, der ihnen die ganze Grausamkeit vor Augen führt…

Ember wirkte auf mich zunächst noch ein wenig kindlich und naiv, was meiner Sympathie ihr gegenüber allerdings keinen Abbruch geleistet hat. Im Grunde kann ich ihr nicht einmal einen Vorwurf für ihr Verhalten machen. Von Kindes Beinen an, ist sie äußerst behütet aufgewachsen, immer darauf bedacht sich den Gegebenheiten anzupassen und ja kein Aufsehen zu erregen. Vom einen auf den anderen Tag zerbricht diese „heile Welt“ und alles an was sie bisher geglaubt hat, erscheinen ihr wie Lügen. Besonders der Verrat ihrer Jugendliebe Chase verletzt sie zutiefst. Im Laufe verändert sie sich allerdings zunehmend, gewinnt an Stärke und Reife. Auch ihre Einstellung gegenüber der Regierung ändert sich, da sie am eigenen Leib erfahren muss, wie mit Leuten umgesprungen wird, die nicht in das geschaffene Idealbild passen wollen.

Chase, Embers Jugendliebe, kam mir hingegen irgendwie seltsam, ja in gewisser Weise auch gefühlskalt vor. Ich war mir gleich sicher, dass er ein Geheimnis verbirgt, das verantwortlich für seine Wesensveränderung ist. Nach und nach werden kleine Stücken seiner Vergangenheit aufgedeckt, die seine Gedanken und Beweggründe erklären und auch für den Fortlauf der Geschichte von Bedeutung waren.

Was natürlich auch nicht fehlen darf: die nötige Portion Spannung. In diesem Fall war sie von Beginn an spürbar, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. An manchen Stellen enthüllten sich schockierende Wahrheiten, die mich sogar kurz die Luft anhalten ließen.


Kristen Simmons entführt ihre Leser in eine spannende und zugleich erschreckende Welt, die einen von Anfang bis Ende fesselt. Artikel 5 hat mir wirklich gut gefallen. Das Ende konnte mich absolut zufrieden stellen, sodass ich trotz kleiner Ungereimtheiten und manchmal nicht nachvollziehbaren Entscheidungen, sehr gespannt bin, wie es in „Gesetz der Rache“ weitergeht! Ich kann dieses Buch jedem Dystopiefan nur empfehlen!





Kristen Simmons lebt in Tampa, Florida. Sie studierte Psychologie und Sozialarbeit an der University of Nevada und arbeitet heute als Psychotherapeutin mit Traumapatienten und Missbrauchsopfern. »Artikel 5« ist Kristen Simmons erster Roman. [Quelle: Verlagshomepage Piper Verlag]

1 Kommentar:

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- Sarina